Bayern München Rekordumsatz und ein schweigender Hoeneß


Trotz einiger Provokationen hat Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung von Bayern München beharrlich geschwiegen - es gab aber auch viel Lob für den Manager. Die Club-Bosse verkündeten den vierten Rekordumsatz in Folge und Franz Beckenbauer stellte eine Forderung an Trainer Jürgen Klinsmann.

Uli Hoeneß schwieg beharrlich. Bei der Jahreshauptversammlung vor zwölf Monaten war der Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München beim Redebeitrag eines Mitglieds noch aus der Haut gefahren, in diesem Jahr erduldete er selbst Sticheleien gegen seinen geliebten Verein still. "Wir waren klug genug, auf die eine oder andere Provokation nicht zu antworten, sonst wäre es wieder los gegangen. Da war schon wieder die eine oder andere Frage dabei, die mir auf der Zunge gebrannt hat, da musste ich mich sehr zusammenreißen", gestand der Manager nach dem Mitglieder- Treffen. Allerdings gab es auch deutlich mehr Lobeshymnen auf den Manager als Provokantes.

Großen Grund zur Klage dürfen die 147.072 Mitglieder (Vorjahr: 135 752) auch nicht haben. Die neben Vorstand und Präsidium ausgestellten Trophäen, Meisterschale und DFB-Pokal, visualisierten den sportlichen Erfolg des Vorjahres. Und trotz hoher Spielergehälter - die Personalkosten schnellten um 44 Prozent von 106,1 auf 153 Millionen Euro nach oben - sowie einem Jahr ohne die lukrative Champions League konnten die Münchner wie gewohnt Schwarze Zahlen schreiben. "Wir haben 16 Jahre in Folge profitabel gewirtschaftet. Es war ein großer Kampf, den wir im letzten Jahr zu bestehen hatten", gestand Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Vom vierten Rekordumsatz nacheinander, der Club nahm 286,8 Millionen Euro (Vorjahr: 225,8) ein, blieben nur 2,1 Millionen Euro übrig (Vorjahr: 18,9).

Beckenbauer gab Klinsmann eine Bitte mit auf dem Weg

1695 Mitglieder waren zur Versammlung auf dem Münchner Nockherberg gekommen und sorgten für reichlich Andrang. "Ich sehe, dass wir ausverkauft sind wie in der Allianz Arena, eine Zusatz-Tribüne gibt es leider nicht", begann Präsident Franz Beckenbauer. In gewohnt eloquenter Art führte er durch die Tagesordnung - und gab zum Abschied seinem Ex-Spieler und heutigem Vereinstrainer Jürgen Klinsmann noch eine Bitte mit auf den Weg. "Lieber Jürgen, mach weiter so, du bist auf einem guten Weg", sagte Beckenbauer.

Trotz der gestiegenen Personalkosten will auch Rummenigge den eingeschlagenen Investitions-Pfad nicht verlassen. "Qualität geht vor Quantität. Lieber einen Ribéry mehr als drei andere Spieler zu viel", sagte Rummenigge. Nach den Unmutsbekundungen gegen Coach Klinsmann aus den letzten Reihen entgegnete er: "Dass die neue Philosophie Zeit und Geduld brauchte, war uns allen klar. In den letzten Wochen sieht man immer mehr, dass sie aber greift."

Wahlen standen am Freitagabend nicht auf der Tagesordnung. Der seit 1994 amtierende Beckenbauer ist noch bis 2009 gewählt. Dann soll er von Hoeneß, seit über 25 Jahren Manager des deutschen Fußball- Rekordmeisters, an der Spitze des Gesamtvereins abgelöst werden. Hoeneß, den viele Mitglieder sowie Fans gerne weiter in der bisherigen Funktion sehen würden, versprach, dass seine Handschrift weiter im Club zu sehen sein werde.

Christian Kunz/DPA DPA

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