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Biathlon: Neuner mit heißem Ski im kalten Sibirien

Magdalena Neuner ist nicht aufzuhalten: Die 21-Jährige hat dem deutschen Team im Sprint in Sibirien den 16. Saisonsieg beschert. Bei den deutschen Männern lief es weniger erfolgreich. Michael Greis musste das Rennen abbrechen.

Neuner verringerte mit dem Erfolg im Sprint den Rückstand auf Weltcup-Spitzenreiterin Sandrine Bailly vor dem Jagdrennen am Samstag auf 26 Punkte. Sie liegt aber immer noch auf Rang drei, Platz zwei nimmt Teamkollegin Andrea Henkel ein. "Ich habe mich richtig wohl gefühlt, konnte auf der letzten Runde noch gut kämpfen und Sandrine überholen", sagte Neuner, ehe sie zur Ehrenrunde auf den Rentierschlitten stieg. Die Französin Bailly lief in Sibirien auf den zweiten Platz.

Bestplatzierter der sieben deutschen Männer war beim 82. Weltcup-Tageserfolg des Norwegers Ole Einar Björndalen der Altenberger Carsten Pump mit 1:01 Minuten Rückstand auf Platz 13. Björndalen baute mit dem siebten Saisonsieg die Weltcup-Führung weiter aus und gewann vorzeitig die kleine Weltcupkugel für die Sprintrennen.

Neuner schoss schnell

Vorentscheidend für Neuners vierten Tageserfolg war ihr schnelles Schießen mit nur einem Fehler. "Ich habe in den vergangenen Tagen viel an meinem Stehendschießen gezweifelt. Dann habe ich mir eingeredet: Mach' alles so wie im Training. Das hat prima geklappt", berichtete die sechsmalige Weltmeisterin - und freute sich über den vierten Platz ihrer Zimmer-Kollegin Katrin Hitzer. "Endlich konnte ich vorn mitmischen. Es hat sich ausgezahlt, dass ich langsam und konzentriert geschossen habe", stellte Hitzer zufrieden fest.

Nicht ganz so glücklich war dagegen Andrea Henkel. "Der fünfte Platz ist nicht schlecht, hält auch alle Chancen im Weltcup offen. Ich bin bewusst schnell angegangen, doch dann habe ich auf den letzten zweieinhalb Kilometern 18 Sekunden gegen Lena und 14 Sekunden gegen Katrin verloren. Das war nicht so okay", stellte sie fest.

Greis musste aufgeben

Bei den Männern haben neben Pump auch Michael Rösch (Altenberg) als 15. und der Oberhofer Christoph Stephan auf Rang 20 gute Aussichten, beim Verfolgungsrennen unter die ersten Zehn zu laufen. Da wird Daniel Graf (Frankenhain) als nur 70. im Sprint ebenso fehlen wie der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang), der das Rennen leicht erkältet nach dem zweiten Schießen aufgab. "Nicht aufzugeben wäre falscher Stolz gewesen. Ich wäre nicht in die Punkte gekommen. Das bringt mir nichts", begründete der Allgäuer sein vorzeitiges Rennende. Beim Massenstart am Sonntag will er wieder laufen. "Dann auch bis zum Schluss, denn bei dem Rennen mit nur 30 Startern lande ich garantiert in den Punkten."

"Auch für 'Ali Wolf' auf dem 30. Platz, der wie Michael Greis leicht erkältet ist, wäre es vermutlich besser gewesen, auf den Sprint zu verzichten", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. Während er Pump für dessen "gutes Rennen im Rahmen seiner Möglichkeiten" und Team-Youngster Stephan trotz einiger Probleme beim Schießen lobte, nannte er für die unbefriedigenden anderen Ergebnisse gleich mehrere Gründe: Reisestrapazen, Probleme beim Schießen, mit der Gesundheit und den Ski. Ullrich: "Wir hatten keine schlechten, aber die Russen und Norweger im Vergleich dazu wahre Raketen unter den Füßen."

SID/tis / SID

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