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BVB besiegt Hoffenheim 1:0: Klopp opfert Weidenfeller - und hat alles richtig gemacht

Gegen Hoffenheim gab es den ersten Sieg seit langem für den BVB, die Dortmunder sind nicht mehr Tabellenletzter. Dafür hat Trainer Klopp jetzt eine Torwartdiskussion am Hals.

Trainer Jürgen Klopp warf Kusshände ins Publikum und strahlte über das ganze Gesicht, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schloss seinen Tribünennachbarn bewegt in die Arme. Nach dem 1:0 über 1899 Hoffenheim fiel von den BVB-Verantwortlichen die ganze Anspannung ab, die sich in der vergangenen Woche und in den dunklen Tagen zuvor aufgebaut hatte. Der Sprung vom letzten Tabellenplatz war ein Befreiungsschlag - vorerst. Vor allem Ilkay Gündogan hatte allen Grund zur Freude. Mit leuchtenden Augen genoss der Schütze des Siegtreffers (17. Minute) die Atmosphäre im Stadion mit 80.000 Fans: "Wir haben als gesamter Verein eines unserer besten Gesichter gezeigt: das Team auf dem Platz, die Fans auf den Tribünen."

Für Gündogan war es einbesonderer Tag. Erstmals seit seinem Comeback nach über einjähriger Verletzungspause war der Mittelfeldspieler wieder fast der Alte. Für einen anderen verdienten BVB-Helden der vergangenen Jahre war es ein ziemlich mieser Tag, so darf man annehmen. Stammkeeper Roman Weidenfeller, Deutschland Torwart Nummer zwei, musste auf der kalten Bank Platz nehmen - Klopp hatte ihn aus der Stammelf geworfen. "Das war ein Bauchgefühl, nicht mehr und nicht weniger", erklärte Klopp, warum er sich überraschend für den Australier Mitch Langerak im Tor entschieden hatte. "Mitch war heute einfach mal dran."

Der Mut von Klopp, neben Weidenfeller auch auf die drei weiteren Weltmeister Matthias Ginter, Erik Durm und Kevin Großkreutz in der Startformation zu verzichten, machte sich bezahlt. Dass die Borussia zumindest in der ersten Halbzeit mehr Ergebnis- als Erlebnisfußball zeigte, konnten alle Beteiligten locker verschmerzen. So kompromisslos hat man die BVB-Profis in den Zweikämpfen lange nicht gesehen. In der zweiten Halbzeit zeigte die Mannschaft auch in der Offensive wieder in Ansätzen die alte Frische und Kombinationsstärke, auch dank Gündogan, des Ballsicherheit und präzise Pässe Dortmund viel Dominanz verlieh. Die Rückkehr von Mats Hummels stabilisierte die Defensive spürbar.

Noch verhält sich Weidenfeller fair

Nur die mangelnde Chancenverwertung bleibt weiter ein Problem. Das Spiel hätte viel früher entschieden werden müssen. Allerdings wurde ein korrektes Kopfballtor von Pierre-Emerick Aubameyang abgepfiffen. Später hatte der BVB wiederrum Glück, als ein ungeschicktes Tackling von Subotic an Elyounoussi im Strafraum nicht geahndet wurde.

Un die Torwartfrage? Sie wird in den kommenden Wochen in Dortmund ein Thema sein. Noch zeigte sich Weidenfeller als fairer Sportsmann, der seine Degradierung mit freundlichen Worten über seinen Konkurrenten hinnahm. Wie es weiter geht, wird sich zeigen. Sollte sich mit Langerak im Tor wieder der Erfolg einstellen, wird es Deutschlands Nummer zwei schwer haben, auf seinen Stammplatz zurückzukehren. Die Wachablösung scheint erfolgt zu sein.

tis

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