BUNDESLIGA DFB ermittelt gegen Rüpel Lehmann


Übeltäter Jens Lehmann droht nach seinem hässlichen Tritt in den Oberschenkel des am Boden liegenden Freiburgers Soumaila Coulibaly eine mehrwöchige Sperre.

Übeltäter Jens Lehmann droht nach seinem hässlichen Tritt in den Oberschenkel des am Boden liegenden Freiburgers Soumaila Coulibaly am 27. Spieltag eine mehrwöchige Sperre. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nach Studium der TV-Bilder und Anhörung von Schiedsrichter Herbert Fandel Ermittlungen gegen den Torhüter von Borussia Dortmund aufgenommen. »Coulibaly und Lehmann müssen eine schriftliche Stellungnahme abgeben«, teilte DFB-Pressesprecher Harald Stenger mit. »Der Kontrollausschuss kann Strafantrag beim Vorsitzenden des Sportgerichtes stellen.« Dies gelte auch, falls sich die beiden Beteiligten nicht äußern sollten.

Unschuldslamm handelte »im Affekt«

Lehmann, der am Montag beim Training in Dortmund jede Stellungnahme verweigerte, mimte direkt nach der Partie trotz eines halbherzigen Eingeständnisses das Unschuldslamm. »Das war im Affekt. Während ich zugetreten habe, habe ich schon wieder zurückgezogen«, beschönigte der Wiederholungstäter seine rüde Attacke. »Ich glaube, ich habe ihn leicht getroffen, aber er konnte das ganze Spiel weiter machen. Also war das Ganze nicht so schlimm.«

Toppmöller: »Das ist unentschuldbar«

Seine Unbeherrschtheit dürfte nach Aufnahme der Ermittlungen Folgen für Lehmann haben. DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel prognostizierte als neutraler Beobachter: »Lehmann kann nachträglich gesperrt werden. Wenn es der Schiedsrichter gesehen hätte, wäre es eine klare Rote Karte und ein Elfmeter gewesen.« Und Klaus Toppmöller vom Titelrivalen Bayer Leverkusen entrüstete sich: »Das ist unentschuldbar und gehört bestraft.« Die BVB-Verantwortlichen rügten derlei Aussagen scharf: »Eine Verurteilung schon während des Spiels kann ich nicht nachvollziehen. Damit tut sich die Schiedsrichtergilde keinen Gefallen«, monierte BVB-Sportmanager Michael Zorc. Auch Trainer Matthias Sammer bezeichnete die Äußerungen als »sehr problematisch«. Man solle mit »mehr Ruhe und Gelassenheit« reagieren: »Ich habe den Eindruck, dass gewisse Kreise innere Glücksgefühle dabei empfinden. Das finde ich nicht gut.«

Vereinsinterne Konsequenzen möglich

Ohne dessen Namen zu nennen, kritisierte Sammer auch den Kollegen Toppmöller. »Vor allen Dingen, wenn es sich um einen Mitbewerber handelt, müssen Spieler und Verein moderater behandelt werden. Es darf keiner an den Pranger gestellt werden.« Unabhängig davon scheinen aber auch vereinsinterne Konsequenzen nicht ausgeschlossen. »Ich werde mit Jens sprechen. Er hat kurzfristig die Nerven verloren«, kündigte Sammer die Aussprache mit seinem zum wiederholten Mal negativ aufgefallenen Schlussmann an. »Es liegt nicht in meinem Aufgabenbereich zu beurteilen, ob Jens gesperrt werden muss. Meine Aufgabe liegt darin, ihn zu erziehen.«

Fandel gibt Fehler zu

Schiedsrichter Fandel bekannte sich nach dem Spiel zu seiner Fehlentscheidung. »Ich konnte das nicht sehen, was aber keine Entschuldigung sein soll«, sagte der Referee aus Kyllburg. »Es war ein großer Fehler. Man braucht darum nicht herum zu reden. Wir Schiedsrichter sind dazu da, so etwas zu sehen und zu ahnden.«


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