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BUNDESLIGA: Dortmund hakt Titel ab

Mit einem 0:1 gegen Kaiserslautern kassierte Dortmund eine Schlappe -Trainer Matthias Sammer hakt den Titel ab, Manager Michael Meier schickte erste Glückwünsche an den kommenden Meister.

Trainer Matthias Sammer hakte den Titel ab, Manager Michael Meier schickte erste Glückwünsche an den kommenden Meister. »Man kann Leverkusen nur gratulieren. Sie können schon ein paar Kölsch trinken. Und wenn die nicht reichen, schicken wir noch einige Pils rüber«, erklärte Meier den Kampf um die Meisterschale nach dem 0:1 beim 1. FC Kaiserslautern für beendet. Angesichts des auf fünf Punkte angewachsenen Rückstandes auf den Bundesliga-Spitzenreiter glaubt beim BVB drei Spieltage vor Saisonschluss niemand mehr ernsthaft an eine Chance. »Absolute Priorität hat jetzt die Verteidigung des zweiten Platzes«, gab Sammer die Direkt-Qualifikation für die Champions League als neues Ziel aus.

Drei Tage nach dem schweren UEFA-Cup-Spiel in Mailand fehlte der Borussia vor allem die geistige Frische, um auf dem Betzenberg bestehen zu können. »Physisch waren wir gut drauf. Aber vor dem Tor hat der letzte Tick gefehlt«, analysierte Sammer die 90 Minuten, die klar von den engagiert zu Werke gehenden Gastgebern dominiert wurden. Auch Kapitän Jürgen Kohler befand, »dass wir zu wenig in das Spiel nach vorne investiert haben«.

Vom Jäger zum Gejagten

Als logische Folge des harmlosen Auftritts blieb der BVB erstmals seit dem 0:4 in Leverkusen am 24. Februar wieder ohne eigenen Treffer. »Wir haben ein bisschen einfallslos gespielt«, gab Lars Ricken zu. »Wir dürfen die Saison jetzt aber nicht beenden, denn die Champions League ist auch ein großes Ziel«, appellierte der Mittelfeldakteur. Denn die Verfolger FC Bayern München (59 Punkte), Schalke 04 und Hertha BSC (beide 58) warten nur auf einen weiteren Ausrutscher der Dortmunder (61). »Wir müssen aufpassen, weil einige jetzt Morgenluft wittern«, warnte Meier.

Eigentlich wollten die Westfalen ihre Jägerposition halten. Nun sind sie selbst die Gejagten. »Wir haben jetzt dieses ungute Gefühl, dass uns die anderen im Nacken sitzen«, meinte Meier. Sammer fordert daher von seinem Millionen-Ensemble neun Punkte aus den letzten drei Spielen, um Platz zwei zu sichern und präsent zu sein, falls Leverkusen doch noch patzt. »Im Fußball ist alles möglich. Man hat die Pferde schon kurz vor der Apotheke brechen sehen«, klammert sich der Sachse an das Prinzip Hoffnung.

Gute Chancen im UEFA-Cup

Etwas entspannter wirkten die Verantwortlichen des 1. FCK, denn dank des ersten Sieges seit fünf Spielen sind die Chancen auf das Erreichen des UEFA-Pokals weiter intakt. Die »Roten Teufel« wirkten gegen den Europacup-Finalisten wie ausgewechselt und boten die beste Leistung seit langem. »Ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft. Sie hat von der ersten bis zur letzten Sekunde gekämpft und gespielt. Darauf können wir aufbauen«, meinte Trainer Andreas Brehme.

Zum Matchwinner avancierte ausgerechnet Edelreservist Jörgen Pettersson. Der Schwede hatte erst kurz vor Anpfiff erfahren, dass er von Beginn an spielt. »Der Sieg war unheimlich wichtig für uns. Er gibt neues Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass es jetzt besser läuft«, sagte Pettersson, der in der 48. Minute eine Vorlage von Mario Basler zum 1:0 verwandelte. »Wir haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir auch gegen große Gegner gewinnen können«, so Basler. Vorstandschef Jürgen Friedrich wollte von einer Vorentscheidung im Kampf um den Einzug ins internationale Geschäft bei drei Punkten Vorsprung auf Werder Bremen allerdings noch nichts wissen: »Ich traue nichts und niemandem mehr. Dafür haben wir in diesem Jahr zu viel auf die Mütze bekommen.«

Eric Dobias

Wissenscommunity