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Bundesliga im stern-Check: Gruselige Leistung, große Töne - der Realitätsverlust des HSV

Beim HSV stehen die Zeichen auf Abstieg. Doch offenbar haben nicht alle den Ernst der Lage voll erfasst. Der Klubboss schimpft auf den Video-Schiri und der Stürmer spuckt ganz große Töne.

HSV-Stürmer Andre Hahn liegt nach der verlorenen Nordderby enttäuscht auf dem Rasen

Der HSV spielte erneut schwach, Stürmer Andre Hahn spuckte trotzdem nach Abpfiff große Töne

DPA

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Gewinner des Spieltags

Nach einer historisch schlechten Hinrunde waren die Kölner eigentlich schon abgestiegen. Durch ein 2:1 nach 0:1 bei RB Leipzig zieht das Liga-Schlusslicht aber mit dem HSV gleich und hat zumindest Resthoffnungen auf einen Relegationsplatz (sieben Punkte Rückstand) - zumal sich Hamburg und Mainz kommende Woche gegenseitig die Punkte klauen werden. Und im Gegensatz zu den Hamburgern zeigte Köln wieder einmal Moral und Kampfgeist, so dass das Wunder tatsächlich noch möglich scheint. 

Verlierer des Spieltags

Womit wir erneut an dieser Stelle beim HSV sind. Was der Liga-Dino gegen Bremen zeigte, war - wieder einmal - nicht erstligareif. Dass der Gegner ähnlich minderbemittelt agierte, geschenkt. Denn die drei Punkte blieben letztlich in Bremen, der HSV taumelt Liga zwei entgegen. Viel schlimmer als die Leistung auf dem Platz waren aber die Aussagen nach dem Spiel: Zunächst tobte Klubboss Heribert Bruchhagen ob des angeblich irregulären Siegtreffers und gab zu bedenken, dass die Schiri-Assistenten in Köln "niemals Fußball gespielt" hätten. Als hätte es nur an der tatsächlich strittigen Entscheidung gelegen, dass der HSV wieder einmal verlor. Anschließend setzte André Hahn noch einen drauf. Auf den drohenden Abstieg angesprochen, hatte der blass gebliebene Stürmer die Chuzpe, "Wir sind der HSV, wir haben es immer geschafft" ins Reporter-Mikro zu tönen. Wenn er seine breite Brust doch nur auf den Platz bringen könnte. Aktuell sieht es schwer danach aus, dass die Stadionuhr - das einzige, was in Hamburg noch rund läuft - demnächst den Dienst quittiert.

Aufreger des Spieltags

Der steht noch aus. Heute Abend spielt der FC Augsburg in Dortmund - und allein diese Tatsache sorgt schon für Aufregung bei den BVB-Fans. Denen passt es nämlich so gar nicht, dass überhaupt an einem Montagabend Bundesliga-Fußball gespielt wird. 350 Fanclubs der Borussia haben einen Boykott der Partie angekündigt und wollen dem Spiel fernbleiben. Auf ähnlich viel Freude traf die Ansetzung bereits vergangene Woche bei den Frankfurter Fans, die mit Spruchbändern, Trillerpfeifen und Tennisbällen protestiert hatten.

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Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

Ob des wirklich torarmen Spieltages gibt es in dieser Kategorie dieses Mal besonders wenig Auswahl. Das Tor von Christoph Kramer hätte sich aber auch gegen harte Konkurrenz durchgesetzt. Der nicht gerade als Knipser bekannte Gladbacher beendete in Hannover die 430-minütige Torflaute seiner Mannschaft mit einem sehenswerten Halb-Volley aus rund 20 Metern. "Das habe ich im Training noch nicht gesehen von ihm", witzelte Coach Dieter Hecking und Keeper Yann Sommer resümierte: "Man muss ehrlich sein: Richtig gut schießen kann er nicht." Das sieht auch der Schütze selbst nicht anders und gestand: "Ich wollte den Ball schon aufs Tor schießen, aber eigentlich habe ich so einen Schuss nicht im Repertoire."

Bild des Tages

Auf dem Platz war nicht viel los beim Nordderby am Samstagabend, dafür tobten die HSV-Anhänger auf den Rängen. Einige besonders Vernunftbefreite hatten mal wieder Pyro-Technik ins Stadion geschmuggelt und zündelten, was das Zeug hielt. Zweifach musste das Spiel allein im ersten Durchgang unterbrochen werden, einmal noch kurz vor Schluss, als eine Rakete am Mittelkreis landete. Zwischenzeitlich überlegte Referee Zwayer sogar, das Spiel komplett abzubrechen. Geändert hat es nichts, der Ausgang ist bekannt.

Wie sich die HSV-Anhänger beim Derby benahmen, war mehr als daneben

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Getty Images

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