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Fußball-Bundesliga: Wolfsburg rutscht immer tiefer in die Krise

Nur sechs Punkte und Platz 14 in der Tabelle: Nach der Niederlage gegen Aufsteiger Leipzig wird es ungemütlich für Wolfsburg.

Wolfsburgs Bruno Henrique am Boden. Die Niederlage gegen Leipzig verschärft die Krise des VfL.

Wolfsburgs Bruno Henrique am Boden. Die Niederlage gegen Leipzig verschärft die Krise des VfL.

Die Krise beim VfL Wolfsburg spitzt sich nach einer Heimniederlage gegen Aufsteiger RB Leipzig zu. Während der Bundesliga-Neuling seine erstaunliche Erfolgsserie fortgesetzt hat, läuft der VfL mit nur sechs Zählern und Platz 14 in der Tabelle der Fußball-Bundesliga weit hinter den eigenen Erwartungen her. Auf Trainer Dieter Hecking und sein Team um die Nationalspieler Mario Gomez und Julian Draxler kommen ungemütliche Zeiten zu. 

Leipzig dagegen bleibt dank des 1:0 (0:0) am Sonntag vor 30.000 Zuschauern in der Volkswagen-Arena weiter ungeschlagen. Zusammen mit dem 1. FC Köln liegt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl als Tabellendritter nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern München. Die lauffreudigeren Leipziger verbesserten dank ihres vierten Saisonsieges durch ein Tor von Emil Forsberg (70.) den Startrekord für Bundesliga-Debütanten auf nun sieben Spiele ohne Niederlage.   

Dass es kein früheres Tor gab lag auch an Forsberg, der einen schweren Patzer von VfL-Keeper Koen Casteels und den anschließenden Strafstoß nicht nutzte. Dabei hatte Trainer Hecking unmittelbar vor dem Spiel gefordert: "Die Fehlpass-Quote muss gering sein." Doch Casteels hatte das offensichtlich nicht richtig verstanden. In der 18. Minute verlor der VfL-Torhüter nach Rückpass von Robin Knoche ein Laufduell mit Timo Werner und foulte dabei Leipzigs flotten Stürmer. Den fälligen Strafstoß vergab Forsberg kläglich. Es war bereits der fünfte nicht verwandelte Elfmeter an diesem Bundesliga-Wochenende - das ist Rekord. 

Gomez tut sich schwer

Besonders im Blickpunkt stand Gomez. Der zuletzt angeschlagene Nationalspieler, der zwei Spiele der DFB-Auswahl absagen musste, tat sich aber auch gegen die Leipziger schwer. Der als Torschützenkönig der türkischen Liga nach Deutschland zurückgekehrte Angreifer hatte zudem Pech, dass Bernardos Attacke im Strafraum (35.) von Schiedsrichter Sascha Stegemann nicht als Elfmeter gepfiffen wurde. Gomez blieb auch im sechsten Spiel für den VfL ohne Treffer.

Anfangs verbessert zeigte sich Draxler. Die beiden Startelf-Einsätze in der Nationalmannschaft und das Tor gegen Nordirland scheinen dem ehemaligen Schalker gut getan zu haben. Draxler war sichtlich engagierter als bei den bisherigen Saisoneinsätzen für den VfL, auch wenn seinen Aktionen die letzte Präzision fehlte, um für mehr Torgefahr zu sorgen. Doch das nutzte alles nichts. 

Der VfL, bei dem Kapitän Luiz Gustavo in die Stammformation zurückgekehrte, hatte kein Rezept gegen den kecken Aufsteiger. Die früh störenden Leipziger zeigten einmal mehr eine taktisch reife Leistung. Der Treffer von Forsberg, der aus 18 Metern genau ins

Mainz - Darmstadt 2:1

Nach dem ersten Heimsieg der Saison hat der FSV Mainz 05 die internationalen Plätze in der Fußball-Bundesliga wieder fest im Visier. Im Nachbarschaftsduell mit dem SV Darmstadt 98 kamen die Rheinhessen am Sonntag zu einem verdienten 2:1 (1:0) und verbesserten sich damit auf den siebten Tabellenplatz. 

Vier Tage vor der Partie gegen den RSC Anderlecht in der Europa League erzielten Pablo De Blasis (5. Minute) und Yunus Malli per Foulelfmeter (56.) die Treffer für die Mainzer. Der Darmstädter Antonio Colak scheiterte kurz vor der Pause mit einem Strafstoß am Mainzer Torwart Jonas Lössl. Kurz vor Schluss machte es Jerome Gondorf (90.+2) ebenfalls vom Punkt besser, mehr als der Anschlusstreffer war für Darmstadt aber nicht mehr drin. Die "Lilien" bleiben damit auswärts ohne Punkt. 

Den Mainzern hatte die zweiwöchige Pause wegen der Länderspiele sichtbar gut getan. Das Team von Trainer Martin Schmidt wirkte deutlich frischer als zuletzt und übernahm von Beginn an das Kommando. Bereits in der fünften Minute brachte De Blasis die Hausherren nach feiner Kombination über Daniel Brosinski und Gaetan Bussmann in Führung. Es war bereits der vierte Saisontreffer des quirligen Argentiniers.

Die Darmstädter brauchten eine Viertelstunde, um sich auf die mutigen Mainzer einzustellen. Doch dann hielten die Gäste voll dagegen und lieferten Mainz einen offenen Schlagabtausch. In der 18. Minute zog Laszlo Kleinheisler aus rund 25 Metern volley ab, FSV-Torwart Lössl lenkte den wuchtigen Schuss aber noch an die Latte.

Colak scheitert vom Punkt

Wenig später hätte Jhon Cordoba für die Hausherren auf 2:0 erhöhen müssen. Nach einem traumhaften Konter über Levin Öztunali und Malli umkurvte Cordoba Darmstadts wiedergenesenen Torwart Michael Esser, traf dann aber nur das Außennetz. Sechs Minuten danach vergab auch Malli den zweiten Mainzer Treffer, als er an Esser scheiterte.

So wären beide Mannschaften fast mit einem Remis in die Halbzeit gegangen. Darmstadts Sturmspitze Colak scheiterte mit einem an ihm selbst verursachten und äußerst umstrittenen Foulelfmeter aber an Lössl.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste zunächst schwungvoll aus der Kabine. Doch ein dummes Foul von Kapitän Aytac Sulu an Malli bremste die Hessen wieder aus. Der türkische Nationalspieler verwandelte den fälligen Elfmeter selbst zum entscheidenden 2:0.

"Lilien"-Coach Norbert Meier reagierte zwar sofort und brachte in Sven Schipplock und Änis Ben-Hatira zwei neue Offensivkräfte. Aber wie gering die Durchschlagskraft der Darmstädter in dieser Saison vor allem auswärts ist, dokumentierte eine Szene aus der 68. Minute. Nach einem viel zu kurzen Rückpass von Giulio Donati hatte Schipplock FSV-Torhüter Lössl bereits umspielt. Das Zuspiel des Angreifers auf Colak war aber viel zu ungenau, so dass dieser vor dem leeren Tor nicht an den Ball kam. Gondorf gelang in der Nachspielzeit per Elfmeter nur noch den Anschlusstreffer für Darmstadt.

car / DPA

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