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Bundesliga: Vor einem Jahr endete der BVB-Superstart Anfang Oktober - warum es diesmal anders wird

Nach sieben Spieltagen steht der BVB an der Spitze der Tabelle - für Dortmundfans ein Déjà-vu. Genau an diesem Punkt kam vergangene Saison der katastrophale Einbruch. Vier Gründe, warum das 2018 nicht passiert.

Den 4:3-Siegtreffer, über den sich hier gefreut wird, erzielte Alcacer erst in der 96. Minute

Die Fans des BVB bekamen am Samstag ein wahres Spektakel geboten: Den 4:3-Siegtreffer, über den sich hier gefreut wird, erzielte Alcacer erst in der 96. Minute

DPA

Am 7. Spieltag schlägt der BVB den FC Augsburg knapp mit einem Tor Unterschied, feiert einen sensationellen Start in die Bundesliga-Saison. Die Dortmunder gehen deutlich vor dem FC Bayern als Tabellenführer in die Länderspielpause und Fußball-Deutschland freut sich: Endlich wieder eine spannende Liga, nicht diese ewige Bayern-Dominanz. So war das damals in der Saison 2017/18.

Vor ziemlich genau einem Jahr führte der BVB schon einmal die Bundesliga an, legte mit zwei Zählern mehr auf dem Konto sogar einen noch besseren Start hin als jetzt. Dann kam die Länderspielpause und im Anschluss verlor das Team von Peter Bosz fünf von acht Spielen, den nächsten Sieg gab es erst wieder kurz vor Weihnachten, nachdem Peter Stöger übernommen hatte.

Droht also wieder der Absturz? Werden es am Ende wieder 29 Zähler Rückstand auf den FC Bayern München werden? "Ich gehe fest davon aus, dass uns das nicht mehr passiert", sagt Sebastian Kehl, BVB-Urgestein und neuerdings Chef der Lizenzspielerabteilung. Vier Gründe, warum er recht hat.

Die Champions League

Vergangene Saison waren die Warnzeichen bereits klar erkennbar. Zu diesem Zeitpunkt hatte der BVB beide Partien in der Champions League verloren, es sollten zwei blamable Unentschieden gegen Nikosia und zwei weitere Pleiten folgen. Und dieses Jahr? Ein starkes 3:0 gegen Monaco und ein schmutziger Arbeitssieg in Brügge. Das gibt Rückenwind für andere Aufgaben und zeigt: Der BVB ist deutlich weiter als vergangenes Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Die Moral

Die Mannschaft ist deutlich gefestigter, wie ihr Umgang mit Rückschlägen zeigt. Bereits am 1. Spieltag des DFB-Pokals lag der BVB zurück, rettete sich erst in die Verlängerung und dann zum Sieg. Gegen Leipzig am ersten Spieltag machten Reus & Co. aus einem 0:1 ein 4:1, gegen Hoffenheim holte man in Unterzahl ein Unentschieden, in Leverkusen wurde aus einem 0:2 zur Pause ein 4:2-Sieg. Und dann natürlich das Spektakel gegen Augsburg am Wochenende: Zweimal hinten gelegen, zweimal ausgeglichen, dann die erspielte Führung kurz vor Schluss verloren und trotzdem den Siegtreffer erzielt. Dieser BVB ist so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen. 

Der Video-Schiedsrichter sitzt vor vier Monitoren auf denen Fußball läuft

Die Bank

Wenn es auf dem Platz mal nicht läuft, kann Coach Lucien Favre im Moment einfach den Erfolg einwechseln. Insgesamt hat der BVB in der Bundesliga schon neun Joker-Tore erzielt - mehr hat nach sieben Spieltagen nie ein Team bejubelt. Am Samstag wechselte er mit Alcácer und Götze vier Tore ein. Bisher sind aus dem großen und starken Kader keine unzufriedenen Stimmen zu hören. Nahezu jeder muss mal auf die Bank, Topstars wie Götze, Weigl oder Kagawa schaffen es mitunter nicht mal in den Kader. Trotzdem arbeiten alle geduldig weiter und nutzen dann ihre Chancen.

Der Dusel

Glück ist ein nicht zu unterschätzender Faktor im Fußball. Nicht umsonst wird dem FC Bayern gerne der "Dusel"-Zusatz verliehen. Doch diese Saison ist es eher der Dusel-BVB: Zuletzt gegen Augsburg der Last-Minute-Sieg in Minute 96, aber auch davor bereits. Im Pokalspiel gegen Fürth traf Dortmund gleich doppelt in der Nachspielzeit, insgesamt erzielt der BVB derzeit einen Großteil seiner Tore spät. Und gegen Brügge wusste niemand so recht, wie und warum Dortmund das Spiel gewonnen hat. In der Liga heißt es nach solchen Partien gern: Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister. Ob es am Ende so weit kommen wird, bleibt erstmal abzuwarten. Ein krasser Absturz wie vergangene Saison aber, der zeichnet sich aktuell nirgends ab.

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