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Champions League: Barca gegen Chelsea - Die Jungstars des FC Barcelona

Während viele internationale Top-Mannschaften um Talente streiten und auf der Suche nach einem Schnäppchen rund um die Welt reisen, bedient der FC Barcelona sich im hauseigenen Supermarkt ''La Masia''. Vor dem Duell in der Champions League gegen den FC Chelsea stellen wir einige der kommenden Stars vor.

Der FC Barcelona gilt als die vielleicht beste Mannschaft der Welt. Damit dem auch in Zukunft so ist, wird viel Wert auf einen gut ausgebildeten Nachwuchs gelegt. Trainer Pep Guardiola baut auch in der Champions League auf die Youngster und vor dem Duell mit dem FC Chalsea stellen wir einige der Spieler vor.

Der FC Barcelona B spielt in der zweiten spanischen Liga und wird momentan von Eusebio trainiert, der für die Katalanen als aktiver Fußballer über 200 Ligaspiele absolvierte. Der 48-Jährige übernahm den Trainerposten von Luis Enrique, der nach der Berufung von Pep Guardiola zum Cheftrainer den Nachwuchs betreute.

Der Großteil der spanischen Nachwuchskicker wurde in den 90er Jahren geboren. Kaum ein Spieler ist älter als 23 Jahre. In der zweiten Liga reifen die Spieler heran und werden von Guardiola langsam und behutsam an den Profikader geführt. Spieler wie Sergio Busquets, Iván de la Peña, Cesc Fàbregas, Lionel Messi, Xavi sowie Carles Puyol bekamen hier ihre Ausbildung.

Guardiola konnte es sich in der Vorrunde gegen BATE Borisov leisten, ein komplettes B-Team auf den Rasen zu schicken. Darunter auch Isaac Cuenca, Thiago, Martin Montoya oder Marc Bartra. Über die zweite Mannschaft finden immer wieder Talente den Weg in den Profifußball und bedanken darf man sich bei Rinus Michels, auf dessen Anweisung hin im Jahr 1976 La Masia eröffnet wurde.

"Wir setzen alles daran, so viele Spieler wie möglich in die erste Mannschaft zu bringen", erklärte Albert Puig, Gesamtkoordinator von La Masia, gegenüber fifa.com. "Einmal sind es etwas mehr, dann wieder etwas weniger. Wir arbeiten aber immer darauf hin, dass unsere Schützlinge dereinst den Sprung in die erste Mannschaft schaffen."

Isaac Cuenca – Barcelonas 'His Airness'

Eine Art Überflieger ist dabei Isaac Cuenca. Und das liegt nicht nur daran, dass er sich ob seines Vorbilds Michael "Air" Jordan das Trikot mit der Nummer 23 gesichert hat. Der Außenstürmer hat die Verantwortlichen der Katalanen von sich überzeugen können und bekam vor Kurzem seinen Profivertrag. Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er in der Jugendabteilung Barcelonas aktiv.

Dabei hatte Cuenca zu jedem Zeitpunkt seine Karriere im Blick, ließ sich verkaufen und ausleihen, um mehr Spielpraxis zu bekommen. Die Umwege haben sich im Endeffekt gelohnt, denn im Februar unterzeichnete der 20-Jährige einen neuen Vertrag, der bis 2015 läuft und ihn dauerhaft in den Profikader bringt.

In dieser Saison hat er es auf 15 Einsätze in der Liga gebracht, kommt dabei auf zwei Tore sowie fünf Vorlagen. In der Champions League lieferte er drei Assists. "Ich bin sehr glücklich", erklärte er nachdem die Tinte unter den Vertrag gesetzt wurde. "Mein Traum ist Stück für Stück wahr geworden."

Mit der 23 auf dem Rücken dürfte er in den kommenden ein bis zwei Jahren zu einer festen Instanz heranreifen, nimmt seinen Job zumindest sehr ernst. "Ich werde zwar niemals das Talent von ihm (Michael Jordan) haben, aber ich verspreche, ich werde mit der gleichen Professionalität spielen." Gute Voraussetzungen für eine große Karriere.

Marc Muniesa – der schnellste Rotsünder Barcas

Auch Marc Muniesa hat kürzlich einen Vertrag unterschreiben, der ihn dauerhaft in den Kader der Profis führt. Zwölf Jahre Ausbildung liegen hinter dem flexiblen Defensivspieler, der auf der Position des Innenverteidiger beheimatet ist, aber auch auf der linken Seite verteidigen kann. Den Sprung in die A-Mannschaft schaffte er, als bekannt wurde, dass Eric Abidal langfristig ausfallen würde.

Sein erster Einsatz im Team von Pep Guardiola liegt allerdings schon länger zurück und ist an Kuriosität kaum zu überbieten. Es war das Jahr 2009, als Muniesa als zweitjüngster Spieler aller Zeiten für die Katalanen auflaufen durfte. Im Spiel gegen Osasuna wurde er in der 50. Minute eingewechselt. Sein Einsatz dauerte immerhin sieben Minuten – dann sah er die Rote Karte.

"Mittlerweile bin ich mental wesentlich stärker", so Muniesa auf der vereinseigenen Homepage. "Ich bin ruhiger am Ball geworden und fühle weniger Druck, zudem sind die physischen Voraussetzungen jetzt besser." Muniesa galt in der Vergangenheit als sehr verletzungsanfällig, könnte aber dauerhaft auf der linke Abwehrseite eine Alternative sein.

Seit 2002 spielt Muniesa für die Jugend der Katalanen und verfügt über eine gute Technik sowie eine guten Spieleröffnung. Als Jugendspieler wäre er fast zum FC Chelsea gewechselt, mit dem neuen Vertrag dürfte sich ein baldiger Abschied zumindest finanziell für Barcelona lohnen. Denn die festgeschriebene Ablöse soll 30 Millionen Euro betragen.

Thiago Alcántara – der Willy Fogg des Fußballs

Ein fast schon alter Hase ist dagegen der zentrale Mittelfeldspieler Thiago Alcántara. Der in Italien geborene und in Brasilien aufgewachsene Spanier kam im Alter von 14 Jahren zum FC Barcelona und ist seit dieser Saison fester Bestandteil der ersten Mannschaft. Zwischenzeitlich führte ihn sein Weg zurück in die Heimat, und ob der vielen Ortswechsel wird er liebevoll Willy Fogg genannt.

"Ich bin sehr froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben", erklärte der 21-Jährige auf fifa.com. "Das lässt einen als Person definitiv wachsen. Der ärgerliche Teil ist aber, dass man immer Freunde zurücklasse muss." Mit seinem Wechsel zu Barcelona hat der Sohn des brasilianischen Weltmeisters Mazinho jedoch alles richtig gemacht.

Denn er soll der Nachfolger von Xavi werden, der mit seinen 32 Jahren so langsam aber sicher in den Herbst seiner Karriere einmarschiert. Thiago ist ein Spieler, der das Talent in die Wiege gelegt bekam und noch in die Schublade der Straßenfußballer gesteckt werden darf. Mit einem hervorragenden Auge ausgestattet, ist er wie gemalt für die Position des Spielgestalters.

Ein Tor und vier Vorlagen sind seine Bilanz aus 24 Einsätzen in der Liga. Der ehemalige Barcelona-Akteur Edmilson erklärte unlängst auf barca99.com: "Ich glaube, dass Thiago Alcántara in Zukunft Xavi mit seiner Spielvision ersetzen kann. Er ist ja fast mein Landsmann und hat wie sein Vater brasilianisches Flair.“

Cristian Tello – ein heimisches Eigengewächs

Cristian Tello hat seine Wurzeln in Katalonien, fand allerdings erst recht spät den Weg zum FC Barcelona. Mit elf Jahren heuerte er zwar in der Jugendmannschaft an, wurde dann aber an CF Damm ausgeliehen und wechselte im Anschluss zu Espanyol Barcelona. Erst im Juni 2010 kehrte er ins B-Team zurück und ging seinen Weg.

Tello ist beidfüßig und kann auf beiden Seiten als Außenstürmer eingesetzt werden. Guardiola hält viel von dem 20-Jährigen, dessen Vertrag 2013 ausläuft. Auch deswegen gibt der Coach ihm verstärkt Einsatzzeiten und möchte ihn auch in Zukunft bei Barcelona wissen. In zehn Einsätzen traf er immerhin drei Mal, lieferte zudem zwei Vorlagen.

Dabei ist er der Mann der schnellen und konsequenten Entscheidungen. Schnell ist er auch zu Fuß, aber in seinem ersten Ligaspiel von Beginn an traf er zum 1:0 gegen den FC Villarreal, sein Debüt in der Champions League vergoldete er mit zwei Toren gegen Bayer Leverkusen. "Er ist ein starker Flügelspieler", erklärte Guardiola. "Er ist pfeilschnell und hat eine große Zukunft vor sich."

Mehrere internationale Spitzenclubs haben bereits ihr Interesse angemeldet, dennoch sieht es so aus, als ob die Verhandlungen mit dem FC Barcelona bald auf fruchtbaren Boden stoßen werden. Denn zusammen mit Lionel Messi zu spielen, ist ein Traum für Tello. Ob er jemals das Niveau des Weltfußballers erreichen wird? Der Telegraph schreibt dazu: "Only the time will tell."

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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