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Champions League FC Bayern am Scheideweg der Saison


Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und noch ist für den FC Bayern gar nichts verloren – weder in der Bundesliga noch in der Champions League. Fakt ist aber auch, dass seit der Winterpause nicht viel zusammenläuft und das in der Hinrunde noch so harmonischen Bayern-Gefüge auf eine harte Probe gestellt wird.

Der Trend beim FC Bayern ist eindeutig: Sieben Spiele wurden wettbewerbsübergreifend nach der Winterpause absolviert, zwei davon gingen verloren, zwei endeten unentschieden und nur drei wurden gewonnen – in der Liga rutschten die Münchner auf den dritten Platz ab, im DFB-Pokal stehen sie im Halbfinale und in der Champions League ist aus Ausgangsposition im Achtelfinale nach dem 0:1 in Basel zwar nicht gut, aber keinesfalls hoffnungslos. 

Noch ist für den FC Bayern in allen drei Wettbewerben alles möglich, doch die Verantwortlichen spüren, dass der Club am Scheideweg der Saison steht. Die Reaktionen sind zurückhaltend und spiegeln auch ein wenig die Ratlosigkeit wider, mit der die Münchner die negative Entwicklung registrieren.

FC Bayern rätselt über Bruch nach der Winterpause

"Wir haben wunderbare Zeiten gehabt, wir haben Weihnachten gehabt, als wir Tabellenführer waren, Herbstmeister, als wir die Gruppenphase der Champions League als Gruppenerster total entspannt geschafft haben. Wir sind im DFB-Pokal im Halbfinale und trotzdem muss man sagen, macht man sich gewisse Sorgen. Man macht sich Gedanken, was ist eigentlich passiert zwischen Weihnachten und heute, dass wir auf einmal hier unzufrieden sitzen", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

In der Hinrunde wurde die Leichtigkeit, die Spielfreude und die Befreiung von den taktischen Van Gaal-Fesseln gefeiert, es folgte ein allseits gelobtes Trainingslager und trotz alledem der Bruch nach der Winterpause.

Rummenigge: "Ihr müsst bös werden"

Die Abwehr der Bayern wackelt immer wieder bedenklich, die Offensive wirkt statisch und viel zu abhängig von Einzelaktionen und von Spielfreude ist bei den Superstars Franck Ríbery oder Arjen Robben derzeit wenig zu sehen – am schlimmsten ist vielleicht die Tatsache, dass die Mannschaft zwar Engagement zeigte, aber letztlich doch zu leblos wirkte. Der Wille, mit aller Macht das große Ziel, das Champions League-Finale im eigenen Stadion zu erreichen, war in dieser Form nicht zu erkennen.

Zu dieser Erkenntnis passt die Aufforderung von Rummenigge: "Es hat keinen Sinn jetzt hier großen Zirkus zu machen. Ich möchte an die Mannschaft nur appellieren, wir müssen jetzt, Ihr müsst wach werden, wach werden. Ihr müsst bös werden."

Ríberys Reaktion unprofessionell

Böse war offensichtlich zumindest Franck Ríbery, als er in Basel gegen Thomas Müller ausgewechselt wurde und Trainer Jupp Heynckes keines Blickes würdigte und auch nicht die Hand gab. Sicherlich muss man diese Szene nicht überbewerten, dennoch ist das Verhalten Ríberys unprofessionell und in der sportlich angespannten Situation wenig förderlich.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Münchnern ohnehin nicht. Schon am Sonntag steht in der Bundesliga mit dem Spiel gegen Schalke das nächste Schlüsselspiel auf dem Programm.

Das Erfolgsrezept dafür hat Karl-Heinz Rummenigee schon ausgegeben: "Ihr müsst jetzt aggressiv spielen und Ihr müsst die alte Sepp-Herberger-Weisheit 'Einer für Alle, Alle für Einen' jetzt wieder aus dem Hut zaubern - und am Sonntag geht es los." Dass er fälschlicherweise Sepp Herberger das Motto der drei Musketiere unterjubelte, ist nur eine kleine Randnotiz.

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