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Champions League Leverkusen besiegt Chelsea mit 2 -1


Bayer Leverkusen hatte gegen den FC Chelsea die Chance das Achtelfinale der Champions League zu erreichen und nutzte sie. Zunächst brachte zwar Didier Drogba die Blues in Führung, doch Eren Derdiyok und Manuel Friedrich konnten in einer tollen Schlussphase das Ticket zur K.O.-Runde buchen.

Am 5. Spieltag der Champions League empfing die Werkself aus Leverkusen den englischen Hauptstadt-Club Chelsea. Nachdem Leverkusen zu Beginn druckvoll spielte ging Chelsea kurz nach Wiederanpfiff durch Didier Drogba mit 1:0 in Führung (48.). Doch der eingewechselte Eren Derdiyok (73.) und Manuel Friedrich (90.+1) drehten das Spiel zugunsten von Bayer Leverkusen, die nun im Achtelfinale stehen.

Schürrle nur auf der Bank 

Die Voraussetzungen waren für beide Mannschaften gut. Chelasea stand vor dem Spiel mit acht Punkten an der Tabellenspitze, vor Bayer Leverkusen (6), dem FC Valencia (5) und den belgischen Vertretern aus Genk (2). Bisher trafen die Teams von André Villas-Boas und Robin Dutt erst einmal aufeinander. Im September konnten sich die Engländer durch Tore von David Luiz und Juan Mata mit 2:0 durchsetzen.

Robin Dutt schickte die Werkself mit zwei Veränderungen zum Hinspiel in die Partie. André Schürrle nahm nach seiner Grippe auf der Bank Platz ebenso wie Stefan Reinartz. Dafür waren Daniel Schwaab und Manuel Friedrich von Beginn an dabei.

Dutts portugiesisches Pendant André Villas-Boas änderte seine Startelf gleich auf vier Positionen. Abwehrchef John Terry kehrte für Ashley Cole zurück in die Viererkette. Ramires ersetzte John Obi Mikel während Paul Lampard den Platz von Florent Malouda einnahm. Im Sturm tauschten Didier Drogba und Fernando Torres die Rollen.

Ballack trifft nur die Latte

Gleich zu Beginn der Partie zeigte Bayer Leverkusen, dass sie sich auf keinen Fall verstecken wollten. Der Spielaufbau lief immer wieder über Michael Ballack. Leverkusen spielte sich bis an den Strafraum der Blues, jedoch kamen die letzten Pässe nicht an. Chelsea hingegen wartete auf Kontergelegenheiten, die durch das frühe Pressing der Werkself aber immer wieder gestoppt wurden.

Die erste Chance gehörte trotzdem den Londonern. Der 22-jährige Daniel Sturridge zog rechts in den Strafraum ein und flankte scharf in die Mitte, aber bevor Didier Drogba den Fuß hinhielt, fing Bernd Leno die Flanke ab. Dann war lange Zeit Ebbe, was Chancen betraf. Das Spiel plätscherte zwischen den beiden Strafräumen vor sich hin, ohne dass ein Team Nutzen aus den wechselnden Vorteilen ziehen konnte.

Ballack trifft die Latte 

Erst in der 33. Minute ging wieder ein Raunen durch die Zuschauermenge. Nach einer Castro-Ecke war es Michael Ballack der Petr Cech überwand und an der Latte scheiterte. Die bis dato größte Chance im Spiel. Auf der anderen Seite vergab Drogba fünf Minuten später eine Möglichkeit. Sturridge passte Drogba in den Lauf, der legte den Ball an Leno vorbei, wurde zuvor vom Leverkusener Schlussmann zu weit abgedrängt und schoss über das Tor.

Das Spiel nahm zusehends an Fahrt auf, da die Mannschaften nicht nur noch bis zum Strafraum kombinierten, sondern auch zum Abschluss kamen. Bis auf einen Schuss von Juan Mata in der 43. Minute, den Leno parierte, gab es allerdings keine Sehenswürdigkeiten mehr.

Derdiyok, der Joker

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Chelsea kam wesentlich wacher aus der Kabine zurück und ging prompt mit 1:0 in Führung (48.). Wieder waren es Sturridge und Drogba, die der Leverkusener Hintermannschaft Probleme bereiteten. Nach einem Anspiel von Sturridge, drehte sich Drogba um den zurückhaltenden Manuel Friedrich und versenkte die Kugel im linken Eck unhaltbar für Bernd Leno.

Was eigentlich ein Schock hätte sein können, wirkte bei Bayer Leverkusen wie ein Weckruf. Binnen weniger Minuten zwang der Ex-Londoner Michael Ballack Petr Cech zu zwei Glanzparaden. Zunächst musste sich Cech bei einem Fallrückzieher von Ballack, der leider zu mittig gezielt war, lang machen und nach dem anschließenden Eckball reagierte der Weltklasse-Keeper stark auf einen Schuss aus fünf Metern (58./59.). Weitere zwei Minuten später tankten sich Gonzalo Castro und André Schürrle in den Strafraum der Blues durch, Castro flankte auf Schürrle, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte.

Leverkusen drückte weiter auf den Ausgleich. Robin Dutt wechselte in der 73. Minute den Schweizer Eren Derdiyok ein, der gleich an der nächsten Offensivaktion beteiligt war. Ein Diagonalball von Castro rutschte Eren Derdiyok unter dem Fuß durch und landete bei Sidney Sam, der plötzlich alleine vor Cech stand und die Übersicht behielt. Sam lupfte den Ball über Cech auf den langen Pfosten zu Derdiyok, der den Kopf hinhielt und den hochverdienten Ausgleich erzielte (73.).

Drogba, der Pechvogel

Durch das aufwendige Offensivspiel vergaß Leverkusen fast die Defensive. Drogba kam etwas zu leicht in Ballbesitz am Fünfmeterraum und kam im Zweikampf gegen Bender zu Fall. Der bisher so zimperliche Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn ließ die Pfeife dieses Mal ruhen. Glück für Leverkusen, denn da hätte man durchaus einen Elfmeter geben können.

Chelsea wurde nun wieder etwas offensiver. In der 83. Minute flankte der eingewechselte Malouda von der linken Seite in den Strafraum der Leverkusener, wo Drogba und Sturridge mutterseelenallein zum Abschluss bereitstanden, jedoch ohne Folgen, da Drogba den Ball ans Außennetz beförderte. Gerade als sich beide Mannschaften mit dem Unentschieden angefreundet hatten, bekam Bayer noch mal eine Ecke.

Friedrich der Große

Eckenspezialist Gonzalo Castro flankte den Ball in Richtung Elfmeterpunkt und dort lauerte Manuel Friedrich, der zuvor in der Abwehr immer wieder wackelte. Friedrich stieg höher als Alex und köpfte den Ball unter die Latte zum 2:1 (90.+1). Ein verdienter Schlusspunkt für Bayer, die dank des Sieges im Achtelfinale stehen.

Für Leverkusen geht es gegen KRC Genk nun um den Gruppensieg und gleichbedeutend darum, möglichen Hochkarätern aus dem Weg zu gehen. Der FC Chelsea muss im letzten Spiel gegen Valencia gewinnen, um das Achtelfinale zu erreichen und den Ansprüchen gerecht zu werden. Valncia konnte gegen die Belgier aus Genk mit 7:0 gewinnen.

Tobi Becker

sportal.de sportal

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