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Champions League: Milan demontiert Arsenal

Mit einem Weltklassetor hat der nach Verletzungspause zurückgekehrte Kevin-Prince Boateng Milans Torreigen bei der 4:0-Demontage Arsenals eröffnet. Noch beeindruckender Zlatan Ibrahimovic mit drei Assists und einem Tor. Für Arsenal war es die höchste Niederlage seiner Europacupgeschichte.

Mit einem famosen 4:0-Sieg über Arsenal hat die AC Milan ihre schwarze Serie gegen englische Gegner im Achtelfinale der Champions League beendet. Dreimal in Folge hatte Milan sein Heimspiel in der ersten KO-Runde gegen Premier League-Clubs verloren und war ausgeschieden: 2008 gegen Arsenal, 2010 gegen Manchester United und 2011 gegen Tottenham Hotspur.

Doch gegen eine desolate Arsenal-Elf war diesmal alles anders, und mit schnellem Umschaltspiel zerlegten die Rossoneri vor 64.000 Fans in San Siro den Gegner. Die Rückkehrer Kevin-Prince Boateng (nach Verletzung) und Zlatan Ibrahimovic (nach Sperre) waren die Stars des Abends. Boatengs Traumtor nach 15 Minuten eröffnete den Torreigen, Ibrahimovic bereitete zwei Treffer vor und verwandelte einen von ihm selbst herausgeholten Foulelfmeter.

Ohne Per Mertesacker war Arsenals Abwehr dem Angriffsspiel der Mailänder nie gewachsen und schaffte es erst in der Schlussphase, den formstarken Robin van Persie überhaupt in Tornähe anzuspielen. Es war Arsenals höchste Europapokalniederlage aller Zeiten.

Die Teams: Starke Rückkehrer für Allegri 

Massimiliano Allegri änderte sein Team nach dem Sieg bei Udinese, der die Rossoneri wieder an die Tabellenspitze der Serie A gebracht hatte, auf gleich fünf Positionen. Christian Abbiati kehrte für Marco Amelia ins Tor zurück, Luca Antonini gab den Linksverteidiger an Stelle von Djamel Mesbah. Mark van Bommel und der wieder genesene Kevin-Prince Boateng kamen im Mittelfeld für Urby Emanuelson und Massimo Ambrosini zum Einsatz, und vorne durfte der zuletzt in der Liga rotgesperrte Zlatan Ibrahimovic endlich wieder ran, Jungstar Stephan el Shaarawy musste auf die Bank.

Nur zwei Änderungen gab es bei Arsenal, das am Wochenende in Sunderland durch ein Thierry Henry-Tor in der Nachspielzeit gewonnen hatte. Henry musste aber im letzten Spiel seiner Ausleihperiode erneut auf die Bank. Kieran Gibbs kehrte auf die Linksverteidigerposition zurück, dafür rückte Thomas Vermaelen in die Innenverteidigung, wo er den am Wochenende verletzten Per Mertesacker vertrat. Jungstar Alex Oxlade-Chamberlain musste ebenfalls aus der Startelf, weil Aaron Ramsey den Vorzug erhielt.

Obwohl Arsenal nicht schlecht begann, kippte das vermeintlich so offene Spiel schnell zugunsten der Hausherren. Eigentlich hätte Arsenal die Schwäche der Rossoneri über die Flanken nutzen wollen, so wie Tottenham Hotspur das vor einem Jahr beim 1:0-Sieg in Mailand demonstriert hatte. Aber die Schwächen der Londoner im Spielaufbau und vor allem in der Defensive waren zu eklatant, um einer entfesselten und durch die Rückkehrer Prince und Ibrahimovic euphorisierten Milan-Elf Paroli zu bieten.

Schwacher Spielaufbau lud Milan ein

So hatte Keeper Wojciech Szczesny erschreckend wenige Anspielstationen, was oft in blind nach vorne gedroschenen Bällen resultierte. Einer von diesen landete nach einer Viertelstunde bei Antonio Nocerino, der einen feinen Ball über Gibbs und Vermaelen chippte, in den Lauf des durchgestarteten Prince. Und der Ghanaer platzierte einen Traumschuss unter der Latte des Arsenaltores.

Immer wieder brachten haarsträubende Abspielfehler Milan, das sehr direkt und schnell auf diese reagierte, in Abschlusspositionen. Hatte Arsenal noch Glück, als Zlatan Ibrahimovic nach einem Steilpass von Robinho Mitte der ersten Hälfte gerade noch von Szczesny abgefangen wurde, so half beim 2:0 Robinhos nichts mehr. Nach einem Pass des schon nach zehn Minuten für den in seinem 100. Europacupspiel für Milan früh verletzten Clarence Seedorf eingewechselten Urby Emanuelson startete Ibrahimovic an der linken Seitenlinie.

Bacary Sagna trabte hinterher, reklamierte auf Abseits und sah nur die Hacken des Schweden, der von der Grundlinie artistisch zurücklegte auf Robinho. Robinho wiederum konnte aus sechs Metern einköpfen, ohne auch nur hochzuspringen, weil sowohl Laurent Koscielny als auch Vermaelen nur auf den Ball starrten statt auf mögliche Anspielstationen Zlatans.

Thierry, wir wissen, wann Dein Flieger geht

Ibrahimovic machte ein tolles Spiel und bediente immer wieder Mitspieler in guten Positionen - so auch kurz vor der Pause, als Kevin-Prince Boateng aus seinem Pass in den Strafraum eigentlich mehr hätte machen müssen als einen Schuss ans Außennetz. So auch nach Wiederanpfiff, als er von links in den Strafraum eindrang  und Robinho auflegte, der am ausrutschenden Vermaelen vorbei in Schussposition schritt und aus 16 Metern cool in die linke Ecke abschloss.

Es stand 3:0, und Arsenal brauchte ein Tor. Zur Pause war bereits Thierry Henry für Theo Walcott gekommen, aber in seinem letzten Arsenal-Spiel vor der Rückkehr nach New York konnte der Franzose keine Akzente setzen. Später riskierte der Trainer mit der Hereinnahme des 18-jährigen Alex Oxlade-Chamberlain für Gibbs noch mehr. Es sollte nichts bringen, denn eine Viertelstunde vor dem Ende hielt der ebenfalls eingewechselte Johan Djourou im Strafraum Ibrahimovic fest. Nach dem von Schiedsrichter Viktor Kassai verhängten und von Zlatan selbst verwandelten Foulelfmeter stand es 4:0.

In der Verzweiflung, nun vor dem endgültigen Aus zu stehen, erhöhte Arsenal den Druck nun noch weiter. Damit zwar auch das Risiko, in Konter zu laufen, aber nicht ohne Erfolg. Kassai verweigerte Robin van Persie nach einer schönen Ballannahme des Niederländers einen möglichen Strafstoß, als der Stürmer von Philippe Mexes gehalten wurde. Und Van Persie kam nach einer schönen Rechtsflanke Oxlade-Chamberlains zum Kopfball nach einem gewonnenen Luftduell mit Ignazio Abate, aber eine gute Parade von Abbiati verhinderte den Ehrentreffer.

Nach dieser historischen Niederlage der Londoner hat Arsenal im Rückspiel in drei Wochen wohl kaum noch eine Chance. Am Sonntag wartet aber gleich das nächste wichtige Spiel auf die Gunners: das North London Derby gegen Tottenham Hotspur, zugleich die letzte theoretische Chance, noch Platz drei in der Premier League angreifen zu können. Für Serie A-Tabellenführer Milan  geht es dagegen nach Cesena, und das ist eher ein entspannter Sonntagsausflug.

Zenit siegt nach turbulenter Schlussphase gegen Benfica

Zenit St. Petersburg hat durch einen 3:2 (1:1)-Erfolg das Hinspiel im Champions League-Achtelfinale gewonnen und Benfica damit die erste Niederlage in dieser Saison in der Königsklasse beigebracht. Roman Shirokov (27. Minute) hatte für die Gastgeber in der ersten Halbzeit ausgeglichen, nachdem Maxi Pereira (20.) für Benfica getroffen hatte. Nach 71 Minuten brachte Sergey Semak die Russen erstmals in Führung, doch Oscar Cardozo (87.) schien ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen, ehe erneut Shirokov eine Minute später zum Sieg traf.

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