Champions League Pleiten für Schalke und Bremen


Es war eine klare Angelegenheit im deutsch-spanischen Club-Duell: Schalke kassierte im Auftaktspiel zur Champions League eine entäuschende Heimpleite gegen Valencia. Werder Bremen musste sich trotz einer guten Leistung den Stars von Real Madrid geschlagen geben.

Vierter Anlauf, vierte Auftakt-Pleite: Werder Bremen hat trotz einer starken Leistung das erste Champions-League- Gruppenspiel dieser Saison mit 1:2 (1:1) bei Real Madrid verloren. 63 500 Zuschauern im Santiago Bernabéu sahen zunächst, wie der favorisierte spanische Meister durch Raul (16.) in Führung ging. Nur 93 Sekunden später traf Boubacar Sanogo (17.) für die ersatzgeschwächten Gäste. Ruud van Nistelrooy (74.) nutzte dann einen Aussetzer in der Werder-Abwehr, die auf Abseits spielte, zum Siegtreffer. In der schweren Gruppe C sind die Bremer nun gegen Olympiakos Piräus und Lazio Rom im Zugzwang.

Auch für Schalke lief es im deutsch-spanischen Duell gegen Valencia enttäuschend. Gegen die defensiv starken Spanier kassierte der deutsche Vizemeister eine 0:1-Heimpleite und steht nach dem ersten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand. Vor 53 951 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke erzielte David Villa (63. Minute) am Dienstagabend den einzigen Treffer in einer insgesamt mäßigen Partie. Damit droht dem über weite Strecken mut- und ratlosen Revierclub angesichts der weiteren starken Gruppengegner FC Chelsea und Rosenborg Trondheim wie bei seinen bisherigen Teilnahmen in der Königsklasse 2001 und 2005 das Aus bereits nach der Vorrunde.

Lange sah es nicht gut für Real aus

Der neue Real-Trainer Bernd Schuster durfte sich über einen glücklichen Erfolg seiner millionenschweren Elf freuen. "Wir haben gut mitgehalten. Schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat", sagte der starke Torhüter Tim Wiese. Das 300. Spiel für Real in der Champions League war der erste Auftritt des deutschen Trainers Schuster in der europäischen Elite- Liga. Für 120 Millionen Euro hat Schuster sein Ensemble verstärken dürfen und in der spanischen Liga drei Siege in drei Spielen eingefahren. Beim ersten Härtetest auf der internationalen Bühne sah es jedoch lange Zeit nicht gut aus für die "Königlichen".

Vor allem weil Werder vier Tage nach der Blamage in Dortmund im spanischen Fußball-Tempel mutig begann und sich nicht versteckte. Nach einem Abstimmungsproblem in der Gäste-Verteidigung zwischen Jurica Vranjes und Petri Pasanen gelang Raul nach Zuspiel von Ruud van Nistelroy die frühe Führung. 93 Sekunden nach der Real-Führung durfte Werder wieder hoffen. Sanogo war nach einer Flanke von Dusko Tosic schneller am Ball als Real-Verteidiger Christoph Metzelder. "Er war einfach zu langsam", kritisierte Franz Beckenbauer im TV-Sender "Premiere" den Nationalspieler. Sanogo nutzte die Chance und schob den Ball unter Keeper Iker Casillas hindurch ins Netz. Werder war da besser als bei den drei bisherigen Champions-League-Auftritten: Da hatte es jeweils im Auftaktspiel 0:2-Niederlagen gegeben, doch auch diesmal reichte es am Ende nicht zum Sieg.

Ohne die direkte Unterstützung von Trainer Mirko Slomka, der ausgerechnet in seinem ersten Champions-League-Duell als Chefcoach auf der Tribüne eine Sperre aus dem letzten internationalen Auftritt von Schalke absaß, begannen die Gastgeber zurückhaltend und vorsichtig im Spielaufbau. Die Schalker erarbeiteten sich zwar leichte Feldvorteile, aber gegen die bärenstarke Abwehr der Spanier gab es kaum ein Durchkommen.

Schalke fehlte Kreativität und Tempo

Erst nach einer von Taktik geprägten und sicherheitsorientierten Anfangsphase wurde das Spiel offener und lebhafter. Schalkes Nationalstürmer Kevin Kuranyi eröffnete den Reigen der Torchancen. Doch sowohl sein Kopfball (30.) als auch seine Direktabnahme aus zehn Metern (31.) verfehlten knapp das Tor von Santiago Canizares. Der 37- Jährige hatte trotz seines schweren Patzers im Ligaspiel am Wochenende gegen Real Valladolid erneut den Vorzug vor dem ehemaligen Stuttgarter Timo Hildebrand erhalten. Seine Vorderleute kamen erstmals durch Fernando Morientes (34.), Villa (36.) und Carlos Marchena (43.) gefährlich vor das Tor von Manuel Neuer.

Bei den Schalkern fehlte es an Kreativität und Tempo. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur wenig. Für den größten Unterhaltungswert sorgte der frühere spanische Nationalkeeper Canizares, der öfter spektakulär am Ball vorbeigriff - ohne dass dies jedoch die Schalker ausnutzen konnten. Mit der ersten Torgelegenheit der Gäste fiel dann allerdings prompt der Führungstreffer. Nach einem Konter schüttelte Villa Schalkes Abwehrspieler Heiko Westermann ab und ließ auch den 21 Jahre alten Neuer nicht gut aussehen, der beim Herauslaufen leicht zögerte.

DPA/tis DPA

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