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Champions League: Valencia schlägt Bayer Leverkusen mit 3 -1

Als Bayer nach gerade einmal elf Sekunden schon 0:1 zurücklag, schwante den Beobachtern bereits Böses. Zwar kämpfte sich die Werkself stark zurück, glich aus, verlor aber am Ende doch noch ihre hervorragende Ausgangsposition für den Einzug ins Achtelfinale der Champions League.

Bayer Leverkusens Ausgangsposition vor dem Spiel in Valencia war ideal: Mit einem Sieg und ein bisschen Schützenhilfe des FC Chelsea hätte sich die Werkself vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifizieren können. Doch hätte, wenn und aber... wenn es den Konjunktiv nicht gäbe, wäre Bayer wohl bereits auch zigfacher Deutscher Meister.

Es kam nämlich anders, als sich die Werkself das so gedacht hatte. Ein dicker Bock von Torhüter Bernd Leno hatte letztlich eine 1:3-Niederlage im Estadio Mestalla eingeleitet. Jonas (1.) bedankte sich und brachte die Gastgeber nach gerade einmal elf Sekunden - mit dem zweitschnellsten Tor der Champions League-Geschichte - in Führung.

Das zunächst völlig geschockte Bayer kämpfte sich jedoch hervorragend zurück, kam durch Stefan Kießling zum hochverdienten Ausgleich und war auch in der Folge die etwas bessere Mannschaft, ehe man binnen zehn Minuten das Spiel dank der Gegentore von Roberto Soldado (65.) und Adil Rami (74.) verlor und die hervorragende Ausgangsposition aus der Hand gab. Bitter, dass ein André Schürrle-Tor zum möglichen zwischenzeitlichen Ausgleich wegen einer falschen Abseitsentscheidung des schwedischen Schiedsrichters Jonas Eriksson nicht anerkannt wurde.

Bayers (6 Punkte) Vier-Punkte-Vorsprung vor Valencia (5) in Gruppe E ist damit auf nur noch einen Zähler zusammengeschmolzen. Zudem hat Valencia nach dem ersten Europacup-Heimsieg nach 15 Jahren gegen eine deutsche Mannschaft den direkten Vergleich zwischen beiden Teams für sich entschieden, der bei Punktgleichheit zwischen beiden Teams am Ende über den Einzug ins Achtelfinale entscheiden könnte.

Katastrophaler Fehlstart für Leverkusen

Die 35.000 Zuschauer im Mestalla hatten ihre Plätze noch gar nicht alle eingenommen, da war bereits der Führungstreffer der Hausherren gefallen. Nach dem Anstoß hatte Bayer nach hinten gespielt. Der in die Mannschaft zurückgekehrte Simon Rolfes bediente Manuel Friedrich, der den Ball wiederum zu Torhüter Bernd Leno weiterleitete.

Beim völlig überhasteten und verunglückten Versuch zu klären, bediente der Unglücksrabe Jonas, der zum 1:0 einschob. Der unerwartete Rückstand lähmte die Werkself zunächst. Vor lauter Nervosität unterliefen reihenweise Fehler, die es Valencia - zusammen mit dem zunächst löchrigen Mittelfeld und der umformierten Viererkette, in der Gonzalo Castro anstelle von Daniel Schwaab wieder auf rechts gerückt war - leicht machten, weiter nach vorne zu spielen. Allerdings machten sie aus ihrer Überlegenheit nichts.

Kopfball und Verletzung bringen Bayer zurück

Und so konnte sich Bayer nach 17 Minuten durch einen wuchtigen Kopfball von Ömer Toprak zurück ins Spiel bringen. Zwar scheiterte der Abwehrspieler an einem starken Reflex des ins Tor zurückgekehrten Valencia-Keepers Diego Alves, doch Bayers Nervosität war auf einmal wie weggeblasen. Die Gäste agierten auf einmal deutlich bissiger, kämpften sich ins Spiel zurück und kamen, nachdem sich Valencias Taktgeber Ever Banega ohne gegnerische Einwirkung verletzt hatte und ausgewechselt werden musste, nach einer halben Stunde zum verdienten Ausgleich.

Lars Bender hatte im Mittelfeld den Ball erobert, Michal Kadlec auf dem linken Flügel bedient. Über den kurz zuvor für eine Schwalbe verwarnten Michael Ballack, der trotz Gesichtsmaske den Überblick behielt und von der Grundlinie vor das Tor flankte, kam der Ball auf Kießlings Kopf, der zum 1:1 vollstreckte (31.). Fünf Minuten vor der Pause wäre sogar die Führung für die Werkself drin gewesen, doch Alves bewahrte Valencia mit einer erneuten Glanzparade nach einem Schuss von André Schürrle aus 20 Metern vor dem Rückstand.

Zehn Minuten bringen Valencia den Sieg

Nach einem zerfahrenen Start in Hälfte zwei mussten die Zuschauer lange auf richtige Torchancen warten. Schürrle war nach einem Ballack-Zuspiel in den Strafraum gestürmt, traf den Ball aber schlecht und verfehlte deutlich. Bei Valencia war ein Flachschuss von Tino Costa aus 25 Metern das höchste der Gefühle. Bayer hinterließ insgesamt bis zur 65. Minute den etwas besseren Eindruck, verfügte aber nicht über genügend Durchschlagkraft. Die hatte dann völlig überraschend Valencia.

Der von Jonas auf links geschickte Jeremy Mathieu hatte halbhoch vor das Tor geflankt, wo Soldado vor Toprak an den Ball kam und Leno mit dem rechten Außenrist zum 2:1 überwand. Bitter für Bayer, dass kurz darauf ein Schürrle-Tor per Lupfer vom Schiedsrichtergespann wegen einer falschen Abseitsentscheidung nicht gewertet wurde und Rami nach viel Körpereinsatz dann sogar noch das 3:1 gelang. Nach der allerersten Ecke der Gastgeber segelte Friedrich unter dem Ball hindurch, Bender verlor das Kopfballduell und der Franzose nickte zur Entscheidung ein.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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