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Chaos beim 1. FC Köln Kölner Profi landet in Ausnüchterungszelle


Der Club steckt in akuter Abstiegsgefahr, der Stuhl des Trainers wackelt – da sorgt ein weiterer Vorfall für Unruhe beim 1. FC Köln. Der Mittelfeldspieler Slawomir Peszko ist in der Nacht in einer Ausnüchterungszelle der Polizei gelandet.

Die vergangene Nacht endete für den Kölner Fußballprofi Slawomir Peszko nach dem 1:1 am Samstag gegen Werder Bremen in einer Polizei-Ausnüchterungszelle. "Wir können bestätigen, dass Slawomir Peszko vorübergehend in Gewahrsam genommen wurde", sagte FC-Sprecher Tobias Schmidt am Sonntag. Schmidt bestätigte zudem übereinstimmende Medienberichte, nach denen der Pole "Alkohol konsumiert" hatte.

Der abstiegsbedrohte Bundesligist reagierte umgehend mit einer Geldstrafe in nicht genannter Höhe und "arbeitsrechtlichen Maßnahmen", wie Schmidt ergänzte. Für das Auswärtsspiel des FC am Dienstag in Mainz wird Peszko nicht berücksichtigt. "Er wird definitiv nicht zum Kader gehören", sagte Schmidt.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Zum genauen Sachverhalt konnte sich der FC nicht näher äußern. "Es gibt verschiedene Darstellungen", führte Schmidt aus. Noch vor dem Training am Sonntagmorgen wurde Peszko von Trainer Stale Solbakken und Claus Horstmann, dem Vorsitzenden der FC-Geschäftsführung, zum Rapport gebeten. Schmidt: "Wir haben sofort mit dem Spieler gesprochen und Maßnahmen ergriffen."

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art beim 1. FC Köln. Bereits an Karneval war Verteidiger Miso Brecko bei einer Alkoholfahrt erwischt worden. Auch er war wegen "unprofessionellen Verhaltens in der Öffentlichkeit und wegen der Verletzung seiner Vorbildfunktion".

Die Situation des Clubs ist katastrophal

Der erneute Vorfall reiht sich ein in eine Vielzahl von negativen Schlagzeilen, die der Traditionsverein in dieser Saison am laufenden Band produziert. Die Diskussion um Trainer Stale Solbakken, der Rauswurf von Sportdirektor Volker Finke, der Rücktritt von Präsident Wolfgang Overath – der Club wirkt führungslos und zerrissen. Hinzu kommt die akute Abstiegsgefahr. Umso verärgerter reagierte Hauptgeschäftsführer Claus Horstmann auf den Vorfall mit Peszko: "Ich weiß nicht, wann hier der Letzte begreift, um was es geht und wie man sich professionell verhält. Die Aktion von Slawomir Peszko ist inakzeptabel", sagte er.

Für den Kölner Superstar, Lukas Podolski, war nicht nur das völlig unprofessionelle Verhalten Peszkos eine bittere Erkenntnis. Das Remis gegen Werder am Samstag macht die Gefahr des fünften Abstiegs für den 1. FC Köln eher größer denn kleiner. Verliert der FC auf Podolskis möglicher Bundesliga-Abschiedstournee in Mainz, droht das Abrutschen auf Platz 17. "Wir stehen mit einem Punkt da - und das ist für unsere Situation zu wenig", kommentierte der Nationalstürmer das Unentschieden, das einer Niederlage gleichkam.

tis/DPA DPA

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