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Confederations Cup: Ägypten sorgt für Sensation gegen den Weltmeister

Ägypten hat beim Confederations Cup Geschichte geschrieben und als erste afrikanische Mannschaft überhaupt gegen Weltmeister Italien gewonnen. Die "Squadra Azzura" muss nun im letzten Gruppenspiel am Sonntag gegen Brasilien um den Einzug ins Halbfinale bei der Mini-WM bangen.

Ägyptens mutige Fußball-Pharaonen haben Weltmeister Italien düpiert und für einen Riesen-Paukenschlag beim Confederations Cup gesorgt. Mohamed Homos machte mit seinem Tor in der 41. Minute am Donnerstagabend in Johannesburg den sensationellen 1:0 (1:0)-Erfolg des Afrika-Meisters perfekt. "Ich danke Gott, dass ich dieses Tor erzielen durfte", sagte der Schütze ergriffen. Durch den Sieg im 100. Spiel der Turniergeschichte und den ersten Erfolg gegen die "Squadra Azzurra" um ihren glücklosen Edel-Joker Luca Toni verhinderten die Ägypter vor 52.150 Zuschauern im Ellis Park den vorzeitigen Halbfinal-Einzug der Topfavoriten Brasilien und Italien. Beim WM-Testlauf in Südafrika kommt es nun am Sonntag in den letzten Gruppenspielen zum brisanten Showdown um die Semifinal-Teilnahme.

"Wir haben nichts gemacht, was wir machen wollten", ärgerte sich Italiens Trainer Marcello Lippi. "Wir waren nicht aggressiv genug und haben nicht genug Initiative gezeigt. Aber die Jungs haben den Willen zurückzukehren. Heute ist es ihnen nicht gelungen, weil deren Torwart einfach toll war." Tatsächlich hielt Essam El Hadary mit seinen Paraden gegen Vincenzo Iaquinta (54./70.) und Andrea Pirlo (74.) in der zweiten Halbzeit den Sieg fest.

Italien (3 Punkte) muss im Giganten-Duell mit Rekordchampion Brasilien (6) gewinnen. Sonst droht das Aus schon nach der Vorrunde. Die Ägypter (3) haben zum Abschluss der Gruppenphase gegen die USA (0) das vermeintlich leichtere Spiel und können das Semifinale mit einem Sieg aus eigener Kraft erreichen. Wie schon beim unglücklichen 3:4 gegen Brasilien zeigten die Ägypter keinen Respekt vor großen Namen und ärgerten mit ihrer cleveren und mutigen Spielweise den nächsten Turnierfavoriten.

Fabio Cannavaro kehrte nach auskurierter Wadenverletzung in die Abwehrformation der Squadra Azzurra zurück. Bei nun 125 Länderspiel-Einsätzen kann der Kapitän im Gruppen-Endspiel gegen Brasilien Paolo Maldini als Italiens Rekord-Nationalspieler einholen. Für Toni begann die Partie mit einer weiteren persönlichen Confed-Cup-Enttäuschung. Sogar bei drei Angreifern war für den Bayern-Profi kein Platz in der Anfangself. Giuseppe Rossi wurde für seine beiden Treffer gegen die USA mit einem Startplatz belohnt und hatte in der 12. Minute mit einem Schuss knapp über das Tor auch die erste Chance.

Die Ägypter setzten mit dem Dortmunder Mohamed Zidan, der sich nach einer halben Stunde am Oberschenkel verletzte und dennoch bis zur 56. Minute durchhielt, selbst auf Offensive. Gefährlicher waren aber vorerst die Italiener. Iaquinta (24.) und Rossi (26.) versuchten sich mit Distanzschüssen, scheiterten aber an El Hadary. Abd Rabbou Hosni (40.) zwang auf der Gegenseite Gianluigi Buffon zu einer Parade. Der Kopfball von Homos nach dem anschließenden Eckball war für den Italien-Keeper unhaltbar.

In der zweiten Halbzeit verstärkten die Italiener wie schon bei ihrer ersten südafrikanischen Aufholjagd gegen die USA den Druck. Toni und Riccardo Montolivo wurden als Offensivverstärkung eingewechselt. Doch zum Mann des Abends avancierte El Hadary, der alles hielt, was auf seinen Kasten kam.

Arne Richter/DPA / DPA

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