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Kurdischstämmiger Fußballer Ex-Pauli-Star Deniz Naki attackiert Özil: Rassismus muss man auch in der Türkei ansprechen

Der türkischstämmige Fußballer Deniz Naki
Der türkischstämmige Fußballer Deniz Naki
© Oliver Krato / DPA
Deniz Naki hat sich zur Affäre um Mesut Özil geäußert. Der kurdischstämmige Fußballer wirft dem Ex-Nationalspieler vor, sich nicht auch gegen den Rassismus in der Türkei zu stellen.

Der deutsche Fußballer türkisch-kurdischer Abstammung, Deniz Naki, hat ein Statement in der Causa Mesut Özil auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darin äußert er auf der einen Seite Verständnis für den ehemaligen Nationalspieler, kritisiert ihn aber auch offen und wirft ihm vor, mit zweierlei Maß zu messen. Der ehemalige St.Pauli-Kicker wurde in Deutschland geboren, spielte mehrere Jahre in der Türkei, wo er oft angefeindet, beleidigt und auch körperlich angegriffen wurde. Anfang des Jahres sorgte ein mutmaßlicher Mordanschlag auf ihn auf einer deutschen Autobahn für Schlagzeilen. Unbekannte hatten auf seinen Wagen geschossen.

In seinem ausführlichen Statement schreibt Naki, "faschistische, rassistische, und nationalistische Angriffe, unabhängig davon, gegen wen diese sich richten, sind nicht zu tolerieren". Direkt an Özil gerichtet fragt er aber: "In deiner Erklärung gehst du berechtigt auf den dir begegneten Rassismus (...) ein. Wieso zeigst du diese Reaktion nicht, wenn es in der Türkei immer mehr zu rassistischen und faschistischen Angriffen auf mich oder auf kurdischstämmige (...) Fußballer kommt?"

Deniz Naki: Rassismus überall bekämpfen

Naki appelliert an Özil, sich vor Augen zu führen, dass "diejenigen, die dich bei der nächsten Reise in die Türkei mit offenen Armen empfangen" genau dieselben sein würden, "die mich rassistisch angreifen". Man unterscheide nicht "zwischen Faschisten". Diese seien "überall" und "in jedem Land gleich". Er fordert Özil auf, "nicht nur gegen den Rassismus in Deutschland zu kämpfen, sondern auch gegen jegliche Arten davon auf der Welt". 

Deniz Naki stand während seiner aktiven Zeit in der Türkei immer wieder öffentlich für das Selbsbestimmungsrecht der dort lebenden Kurden ein, woraufhin ihm viel Kritik und Hass - oft von türkischen Nationalisten - entgegenschlug. Der türkische Fußballverband sperrte ihn auf Lebenszeit. Aus Protest gegen die Militäroffensive der Türkei gegen die Kurden in Syrien trat er im März vor dem UN-Gebäude in Genf in den Hungerstreik.

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fin

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