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Fußball Nationalspielerin Laura Freigang über Gehälterdebatte: "Fände es nicht angemessen, das Gleiche zu verdienen"

Laura Freigang bei der EM. Gleiche Gehälter und Prämien sieht sie nicht als realistisch an.
Laura Freigang bei der EM. Gleiche Gehälter und Prämien sieht sie nicht als realistisch an.
© Imago Images
Es ist eines DER Themen im Fußball: Obwohl Frauen und Männer gleich viel spielen und trainieren – bei Gehältern und Prämien sind die Unterschiede immer noch riesig. Eine Nationalspielerin sagt nun: Das gleiche Gehalt fände sie gar nicht angemessen.

Vor wenigen Wochen stand Laura Freigang noch mit der Deutschen Nationalmannschaft im EM-Finale. Dass es für sie nicht sogar zum Titel reichte, war am Ende eine knappe Entscheidung – ein umstrittenes Gegentor inklusive.

Selbst wenn sie das Finale gewonnen hätte: Die Prämie für den Titel wäre für Freigang und ihre Kolleginnen deutlich geringer ausgefallen als bei den Wettkämpfen der Männer: Bei einem EM-Triumph hätte es für die Frauen 60.000 Euro geben – die Profis der Männer-Nationalmannschaft hätten im vergangenen Jahr für einen EM-Sieg hingegen stolze 400.000 Euro kassiert.

Laura Freigang über Gehälterdebatte: "Wenn wir keine Millionen einspielen, kann man solche Beträge nicht ausschütten"

Für Freigang aber kein Grund zu Beschwerden, wie sie im Doppel-Interview mit Timothy Chandler und der "Sport Bild" verriet. Dort antwortete sie auf die Frage, ob sie sich unterbezahlt fühle, klar mit: "Wenn wir keine Millionen einspielen, kann man solche Beträge auch nicht ausschütten" und ergänzte: "Ich fände das gar nicht angemessen, das Gleiche wie die männlichen Fußballkollegen zu verdienen."

Der große Gehaltsunterschied im Fußball sorgt immer wieder für Debatten und hat in anderen Ländern schon für Veränderungen gesorgt: Unter anderem zahlen die USA, Spanien, England und die Niederlande inzwischen Männern und Frauen die gleichen Prämien. Viele Länder stellten sich dabei die gleichen Fragen wie Laura Freigang.

In Norwegen fand der Verband bereits 2017 eine Lösung: Die Frauen erhalten dort die gleichen Prämien, weil die Männer auf Geld aus ihren Sponsoring-Einnahmen verzichtet haben. Eine ähnliche Lösung schwebt auch Frankfurt-Spieler Timothy Chandler im gleichen Interview vor: "Für mich wäre es auch kein Problem zu sagen: Wir machen mit den Frauen halbe-halbe bei den Prämien."

Quellen:  "Sport Bild", Deutschlandfunk

tvm

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