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DFB-Ausrüster: Nike lockt mit einer halben Milliarde Euro

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat bestätigt: Der US-Sportartikelhersteller Nike bietet dem Deutschen Fußballbund 500 Millionen Euro, um seine Nationalteams acht Jahre lang auszurüsten. Mit dem bisherigen Ausstatter Adidas wird nun um ein Ende des Vertrages gestritten.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nach Angaben seines Präsidenten Theo Zwanziger vom US- Sportartikelriesen Nike ein attraktives Angebot zur Ausrüstung der deutschen Nationalmannschaft bekommen. Wie Zwanziger am Dienstag in Frankfurt sagte, bietet Nike dem DFB 500 Millionen Euro für einen acht Jahre laufenden Vertrag. Dabei will Nike pro Jahr 50 Millionen Euro zahlen, dazu einen Bonus von 50 Millionen und 50 Millionen zur Förderung des Frauenfußballs. Das vorliegende Angebot von Adidas, des langjährigen DFB-Ausrüsters, habe nur ein Sechstel dieses Werts, sagte Zwanziger. Adidas überweist dem DFB angeblich nur zehn bis elf Millionen Euro im Jahr. Als Präsident eines gemeinnützigen Vereins könne er sich einer solchen Offerte "nicht entziehen", bekannte Zwanziger mit dem Hinweis darauf, dass er sich sonst sogar strafbar mache.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) geht davon aus, nur bis 2011 vertraglich an seinen Ausrüster adidas gebunden zu sein. Dies ist das Ergebnis eines am Dienstag in Frankfurt/Main an den Sportartikelhersteller überreichten Rechtsgutachtens, teilte der DFB mit. Adidas beharrt auf eine bestehende Verlängerung des Kontraktes bis 2014 und wird das DFB-Gutachten nun prüfen. Sollte anschließend keine Einigung zwischen den langjährigen Parntern erzielt werden, soll nach DFB-Angaben ein Schiedsgericht eine Lösung herbeiführen.

Sollte Adidas den Ausrüstervertrag an Nike verlieren, wäre das ein herber Schlag für die Herzogenauracher. Die Verbindung von Adidas mit dem DFB geht auf Firmengründer Adi Dassler zurück, der mit seinen austauschbaren Schraubstollen beim „Wunder von Bern“ 1954 - dem ersten WM-Titel für Deutschland - Furore machte.

Umstrittenes Angebot

Das Nike-Angebot hatte auch zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und dem Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge geführt. Rummenigge hatte den ehemaligen Nike-Repräsentanten Bierhoff vorgeworfen, mit dessen eigener Vermarktungsfirma Eigeninteressen zu verfolgen: "Der DFB sollte aufpassen, dass die Ich-AG vom Starnberger See nicht außer Kontrolle gerät." Bierhoff reagierte am Freitag in der "Bild"-Zeitung: "Seine Aussage geht unter die Gürtellinie." Es störe ihn, dass ihm der Schwarze Peter untergejubelt werden soll, "wo die Vereine doch selbst immer mehr Geld fordern."

Bayern-Manager Uli Hoeneß beteiligte sich an der scharfen Attacke gegen Nike und Bierhoff nicht, verwies auf die juristische Prüfung der DFB-Verkündung. "Ich war nicht dabei, aber wie ich Herrn Hainer verstanden habe, gibt es einen klaren Vertrag", erklärte Hoeneß zur adidas-Vereinbarung. Falls aber nicht, dann habe natürlich der DFB das Recht, das sehr gute Nike-Angebot "prüfen zu lassen", so Hoeneß.

DPA/Reuters / DPA / Reuters

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