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EM 2012: EM - Griechenland wirft Russland raus - Karagounis tragischer Held

Griechenland bucht überraschend das Viertelfinalticket - zum tragischen Helden avancierte Europameister Karagounis.

Griechenland hat mit einem 1:0 (1:0) gegen Russland die Konstellation der  Gruppe A auf den Kopf gestellt und doch noch das EM-Viertelfinale erreicht. Mit dem ersten EM-Sieg seit dem überraschenden Triumph bei der Endrunde 2004 sorgte die Mannschaft von Trainer Fernando Santos für die bisher größte Turnierüberraschung und schickte die Sbornaja auf die Heimreise.

Giorgos Karagounis (45. Minute) traf vor 55.614 Zuschauern im Nationalstadion Warschau. Damit kassierte Russland nach 16 Spielen wieder eine Niederlage.

Vor Anpfiff hatte es Befürchtungen vor erneuten Ausschreitungen gewaltbereiter Fußball-Fans gegeben. Bei Krawallen rund um die Partie Polen - Russland hatte es 20 Verletzte gegeben. Tausende polnische Anhänger verfolgten am Abend in der Fan-Zone der Hauptstadt das entscheidende Spiel von Polen gegen Tschechien in Breslau. Zunächst war nichts von Ausschreitungen bekannt.

Offensiver Beginn auf beiden Seiten

Trainer Fernando Santos reagierte auf die schwachen Auftritte seiner Mannschaft und änderte die Startformation auf vier Positionen. Unter anderen rückte der frühere Bundesligastürmer Theofanis Gekas nach seinem Treffer gegen Tschechien (1:2) in die Startelf. Bei Russland ersetzte Denis Glushakov den wegen Magenproblemen ausgefallenen Konstantin Zyryanov.

Griechenland peilte das Ende seiner EM-Negativserie gegen die Sbornaja an. Auf dem Weg zum sensationellen Titel 2004 hatte es in der Gruppenphase ein 1:2 gegeben, vier Jahre später ein 0:1. Hellas' letzter EM-Sieg hatte vom Finale vor acht Jahren datiert.

Anders als in den ersten beiden EM-Partien war Griechenland von Beginn an hellwach. Nach einer Ecke von Kapitän Giorgos Karagounis - neben Theodoros Zagorakis mit 120 Einsätzen Rekordspieler - prüfte Konstantinos Katsouranis (6.) Keeper Vyacheslav Malafeev. In dem offenen Schlagabtausch setzten die Russen ihre Kombinationsstärke dagegen. Andriy Arshavin (10.) und Alexander Kerzhakov (13.) vergaben jedoch ihre Chancen.

Die Partie verlor an Tempo. Die Griechen konzentrierten sich darauf, das Kreativspiel des Teams von Dick Advocaat zu unterbinden. Die Russen fanden keine Mittel gegen diese Defensive. Zur schmeichelhaften Halbzeitführung traf Karagounis (45.+2). Nach einem Fehler von Yuri Zhirkov beim Einwurf lief der Kapitän alleine auf Malafeev zu und nutzte das psychologische Moment.

Karagounis der tragische Held

Russlands Tempodribbler taten sich auch nach dem Wechsel schwer: Sie produzierten in der Offensive nur Stückwerk. Griechenland blieb dagegen in der Verteidigung sattelfest. Bitter für Kapitän Karagounis: Seine zweite Gelbe bedeutete eine Matchsperre. Zu Recht regte er sich über diese Verwarnung auf, war er doch von Sergei Ignashevich gefoult worden und hatte statt eines Elfmeters den Karton von Schiedsrichter Jonas Eriksson bekommen. Verständlicherweise benötigte er ein paar Minuten, um sich abzureagieren.

Die Griechen verengten weiter die Räume - Georgios Tzavellas (70.) sorgte mit seinem Kracher ans Lattenkreuz für Gefahr. Russland warf alles nach vorne, doch auch Dzagoev (84.) verpasste. Der eingewechselte Pavel Pogrebnyak (90.+2) vergab auch.

sportal.de / sportal

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