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EM 2012: EM-Qualifikation - Türkei rüstet sich gegen Deutschland

Während Guus Hiddink Deutschland respektvoll die Favoritenrolle zuschiebt, fahren die türkischen Medien schwere Geschütze auf und heizen die Stimmung ordentlich an - schließlich braucht ihr Team jeden Punkt, um die Playoff-Teilnahme zu sichern.

Die Voraussetzungen vor dem EM-Qualifikationsspiel sind klar: Gegen das bereits qualifizierte Deutschland muss die Türkei unbedingt punkten, um im Fernduell um Platz zwei mit den zwei Punkte zurückliegenden Belgiern nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Das Spiel werde für die türkische Nationalmannschaft sicher ein schwieriger Test, ist sich die türkische Zeitung Hürriyet sicher, verbreitet aber Optimismus: "Wir glauben, wir werden gewinnen.“ Weniger moderat drückt sich dagegen die Sportzeitung Fanatik aus und schrieb in einem Artikel über die mögliche Aufstellung vom "Vernichtungsplan“, bei dem die Deutsch-Türken das Zünglein an der Waage spielen.

Hamit Altintop habe "das Passwort rausgerückt“, um den deutschen Code zu knacken, ergänzte das Blatt und zitiert Altintop mit den Worten: "Bei uns werden sie erstmals eine Niederlage schmecken. Wir haben die Macht dazu.“

Hoffnungen ruhen auf dem Hexenkessel

Dazu müsste sich die Türkei aber anders präsentieren als im Hinspiel, das in Berlin mit 0:3 verloren gegangen war. Dass das klappt, davon ist Nationalverteidiger Servet Cetin überzeugt. Der Profi von Galatasaray Istanbul erklärte: "Die türkische Mannschaft wird viel kämpferischer sein und besser spielen.“

Neben dem Neu-Madrilenen stehen mit Ömer Toprak (Bayer Leverkusen), Mehmet Ekici (Werder Bremen), Tunay Torun (Hertha Berlin) und Gökhan Töre (Hamburger SV) noch einige weitere Deutsch-Türken im Kader. Bei Toprak kämpft der türkische Verband aber noch um die Freigabe. Die Hoffnungen der Türken ruhen nicht nur auf diesen Spielern, sondern vor allem auf ihrem Heimvorteil und darauf, dass die Fans die mehr als 50.000 Zuschauer fassende, neue Türk Telekom Arena im Norden Istanbuls in einen Hexenkessel verwandeln werden.

Hiddink erklärt Deutschland zum Favoriten

Anders als die Medien hält sich der türkische Nationaltrainer Guus Hiddink dagegen mit lauten Worten zurück. Für ihn wäre ein Sieg gegen Deutschland natürlich ein "Traumergebnis“. "Deutschland ist ein gewaltiger Gegner. Drei Punkte wären ein Traumergebnis. Ein Punkt wäre auch schon sehr gut“, erklärte Hiddink.

Der Niederländer räumte Deutschland sogar gute Chancen auf den Europameistertitel ein. "Deutschland ist nicht nur in der Gruppe Favorit, sondern für die Endrunde“, zitierte die türkische Zeitung Habertürk Hiddink in ihrer Online-Ausgabe. Deutschland sei sehr stark und gebe sich nicht leicht geschlagen. "Gegen so ein Team zu spielen ist nicht leicht.“

Alle Augen auf Özil gerichtet

Besondere Aufmerksamkeit wird in der Tükei auch dem Thema Mesut Özil gewidmet, jede seiner Äußerungen des türkischstämmigen Spielers mit Argusaugen beobachtet. Wird er spielen? Wird er über ein Tor gegen die Türkei jubeln? Özil, der sich einst für Deutschland entschieden hat, fürchtet im Land seiner Väter die offene Anfeindung.

Im Hinspiel war er von den türkischen Fans noch heftig ausgepfiffen worden. In einer türkischen Onlineumfrage meinen am Donnerstag 63 Prozent der Türken, Özil sei mehr Deutscher. 37 Prozent halten ihn noch für einen Türken. Doch von den gegnerischen Spielern bekommt der Real-Star Unterstützung. "Wir sind als Türken stolz auf Özil. Er ist ein guter Kerl“, erklärte Cetin.

sportal.de / sportal

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