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EM 2012 EM-Viertelfinale 2012 - Portugal gewinnt 1 -0 gegen Tschechien


Portugal war von Anfang an der Favorit und zeigte das auch auf dem Platz. Gegen harmlose, aber kämpferisch überzeugende Tschechen wurden sie dennoch erst spät erlöst. Cristiano Ronaldo war der Matchwinner und jagt weiterhin Rekorde.

Im Nationalstadion von Warschau konnte sich Portugal mit 1:0 gegen Tschechien durchsetzen und steht als erster Halbfinalist der Euro 2012 fest. Vor allem in der ersten Hälfte gab es kaum Chancen, aufgrund guter Abwehrleistungen. Nach der Pause legte Portugal eine Schippe zu und kam nach zahlreichen Tormöglichkeiten in der 79. Minute zum erlösenden 1:0. Den Siegtreffer für die Seleccao erzielte Cristiano Ronaldo nach einer tollen Flanke von Joao Moutinho. In Portugals viertem EM-Halbfinale treffen Ronaldo, Nani und Co. auf den Sieger der Partie Spanien gegen Frankreich.

Tschechien ohne Rosicky

Schon seit Wochen wurde und wird in Tschechien an Michal Bileks Entscheidung herumkritisiert, Milan Baros stürmen zu lassen. Die Art und Weise der Erfolglosigkeit des Stürmers rief immer mehr Kritiker auf den Plan. Im Viertelfnale gegen Portugal hielt Bilek an seinem Stürmer fest. Auch sein bisher bewährtes 4-5-1-System stellte er nicht um. Eine Änderung gab es jedoch trotzdem. Im offensiven Mittelfeld lief Youngster Vladimir Darida für Daniel Kolar auf. England-Legionär Tomas Rosicky musste verletzt auf der Bank Platz nehmen, war nur für den Notfall geplant.

Paulo Bento sah keinen Grund, seine Aufstellung oder das 4-3-3 zu ändern und schickte dieselbe Startelf wie in den drei Gruppenspielen ins Rennen. Hauptaugenmerk war bei Zuschauern und auch den Gegnern natürlich die linke, portugiesische Seite auf der Cristiano Ronaldo, Joao Moutinho und Fabio Coentrao spielten.

Ronaldo scheitert am Pfosten

In der Abwehr sollte bei Tschechien der bisher stark aufspielende Gebre Selassie Ronaldo stellen und vorne wie immer Petr Jiracek für Gefahr sorgen. Das gelang dem Außenseiter bis auf wenige Situationen in der ersten Hälfte ganz gut. Sobald Ronaldo oder auf der anderen Seite Nani an den Ball kamen, waren immer zwei Tschechen zur Stelle und setzten Portugals Angreifer unter Druck. So war es nicht verwunderlich, dass Portugal kaum Chancen zu verzeichnen hatte. Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bekam Ronaldo im Strafraum der Tschechen etwas Platz und hätte seine Gegner um ein Haar für den einzigen kleinen Stellungsfehler bestraft, scheiterte jedoch am Pfosten.

Rui Patricio genoss bis dato einen relativ ruhigen Abend. Zwar spielte Tschechien sich hin und wieder schön bis an den Strafraum durch, musste dann aber immer wieder die Klasse der portugiesischen Abwehrspieler anerkennen. Auffallend war auch die Defensivarbeit der Mittelfeldspieler bei der Seleccao. Die größte Chance, wenn man es als eine beschreiben will, waren zwei Flanken, die in der Mitte aber keinen Abnehmer fanden beziehungsweise die Abnehmer an der Flanke knapp vorbei rutschten.

Erst Pfosten Nr. 2, dann die Erlösung

So war es am Ende der ersten Halbzeit kein Wunder, dass ein neuer Minuswert der EM aufgestellt wurde mit insgesamt nur sieben Torschüssen in den ersten 45. Minuten. Der sollte gleich zu Beginn der zweiten Hälfte stark verbessert werden, wofür ein wesentlich offensiveres Portugal sorgte. Zwar produzierte der deutsche Gruppengegner immer noch eine gewisse Anzahl an Fehlpässen im Spielaufbau, trotzdem kamen sie durch einen Ronaldo-Freistoß (50.), der am Außenpfosten landete und somit seinen vierten Aluminiumschuss im laufenden Turnier darstellte, Nani (58./74.), dessen Schuss Petr Cech parierte ebenso wie Joao Moutinhos Fernschuss (64.), und ein Abseitstor des früh für den verletzten Helder Postiga eingewechselten Hugo Almeida (58.).

Der erlösende und vor allem verdiente Führungstreffer für Portugal fiel erst in der 79. Minute. Nani spielte Joao Moutinho auf der rechten Seite den Ball in den Lauf. Der setzte sich gut durch und flankte aus dem vollen Lauf perfekt in die Mitte. Dort stand – na wer wohl? – Cristiano Ronaldo und köpfte wuchtig und unhaltbar für Petr Cech in die Maschen. Es hatte sich lange angebahnt gegen Tschechen, die fast ausschließlich darauf bedacht waren die Null zu halten. Für Ronaldo war es der dritte Treffer bei der EM 2012 und sein sechster EM-Treffer insgesamt. Nur Alan Shearer (7) und Michel Platini (9) haben mehr Tore erzielt. Dieser Treffer genügte gegen im Endeffekt harmlose Tschechen vollkommen.

Wie geht's weiter?

Während sich Tschechien fast ausschließlich auf die Verteidigung konzentrierte und auf Konter hoffte, wusste Portugal diese Versuche zu unterbinden und sich Chancen herauszuspielen (20:2 Torschüsse). Somit ist die Revanche für das EM-Viertelfinale von 1996 (damals siegte Tschechien mit 1:0) gelungen. Portugals Halbfinalgegner wird am Samstag zwischen Spanien und Frankreich ermittelt. Bis zu der Partie dürfen sich Ronaldo und Co nun fast eine Woche ausruhen. Am Mittwoch geht es dann um den Einzug ins Finale.

Tobi Becker

sportal.de sportal

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