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EM 2012 England - Capello tritt als Nationaltrainer zurück


Nach der Entscheidung des Verbandes, John Terry als Kapitän der englischen Nationalmannschaft abzusetzen, fühlte sich Fabio Capello in seiner Autorität untergraben und legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Vier Monate vor der EM stehen die Three Lions nun ohne Coach da.

Eine Stunde hatte das Krisentreffen zwischen Fabio Capello, FA-Präsident David Bernstein und Verbands-Generalsekretär Alex Horne gedauert, dann stand der Entschluss des Italieners fest, sein Amt als englischer Nationaltrainer mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

"Ich möchte betonen, dass sich Fabio während dieses Treffens heute und während der ganzen Zeit als Englands Trainer sehr professionell verhalten hat", sagte Bernstein. "Wir haben Fabios Rücktritt akzeptiert."

Capello sah Autorität untergraben

Capello hatte sich von der Entscheidung des Verbandes, Nationalteam-Kapitän John Terry abzusetzen, in seiner Autorität derart untergraben gefühlt haben, dass ihm eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich erschien. "Sie haben mich beleidigt und meine Autorität beschädigt. Einmischungen in meine Arbeit habe ich nie toleriert. Von daher war es leicht für mich, meine Entscheidung zu treffen", zitierte football-italia.net den scheidenden Coach. 

Chelsea-Kapitän Terry war vom Verband als Spielführer des Nationalteams abgesetzt worden, weil er einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben soll und sich dafür vor Gericht verantworten muss. Terry beteuert seine Unschuld. Capello hatte vor einigen Tagen in einem Interview mit dem italienischen Sender Rai Uno auf die Unschuldsvermutung gepocht und wollte einer Bestrafung Terrys erst zustimmen, wenn seine Schuld auch tatsächlich erwiesen sei. "Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit der Entscheidung der FA. Das habe ich dem Präsidenten auch gesagt“, hatte Capello erklärt. 

Nachfolger für Capello wird noch gesucht

Capellos Haltung hatte unterschiedliche Reaktionen im englischen Fußball ausgelöst. Der Trainer von Manchester United, Sir Alex Ferguson, hatte sich in der Debatte auf die Seite des Italieners geschlagen. "Ohne Zweifel ist die wichtigste Person in einem Fußballverein der Trainer", hatte der Schotte gesagt. Der Chef der Spielergewerkschaft, Gordon Taylor, hatte wenig Verständnis für Capellos Ansichten gezeigt. "Ich weiß nicht, zu welchem Zweck das dient."

Noch ist völlig offen, wer die Nachfolge des Italieners antreten wird und England im Sommer zur EM führen soll. Für Donnerstag hat die FA eine Pressekonferenz angekündigt. Englands Ex- Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson hatte bereits vor Bekanntwerden von Capellos Rücktritt einen Kandidaten für den Posten ins Spiel.

Er empfahl Harry Redknapp. Der Tottenham-Coach, der zuvor in London vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen wurde, wäre als Auswahltrainer "eine sehr, sehr gute Wahl", sagte Eriksson der BBC. "Redknapp macht einen großartigen Job bei Tottenham und hat einen großartigen Job bei allen Clubs gemacht, bei denen er in der Vergangenheit gearbeitet hat."

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