EURO 2004 Portugal schickt Russland nach Hause


Die Gastgeber atmen auf: Mit einem glanzlosen 2:0-Sieg gegen Russland hat Portugal die Chance auf das Viertelfinale gewahrt. Die Russen müssen dagegen die Koffer packen.

Mit einem glanzlosen Pflichtsieg hat Gastgeber Portugal die gewaltigen Erwartungen auf eine erfolgreiche Fußball- Europameisterschaft mühsam aufrechterhalten und Russland als erstes Team aus dem Turnier geworfen. Beim 2:0 (1:0) gegen am Ende nur noch zehn Russen blieben die Hausherren am Mittwochabend in Lissabon aber erneut den Beweis schuldig, dass sie zum Favoritenkreis zählen.

Stadion nicht ausverkauft

Vor 60 000 Zuschauern im nicht ausverkauften Estadio da Luz trafen Nuno Maniche (7.) und Rui Costa (89.) zum Erfolg der Portugiesen, die am Sonntag gegen Spanien einen weiteren Sieg für den Sprung unter die letzten Acht benötigen. Die enttäuschenden Russen, bei denen Torwart Sergej Owtschinnikow (45.) wegen Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah, warten in diesem Jahr weiter auf den ersten Sieg.

Deco spielte von Anfang an

Portugals brasilianischer Weltmeister-Coach Luiz Felipe Scolari hatte aus der 1:2-Auftaktpleite gegen Griechenland Konsequenzen gezogen und seine Mannschaft auf gleich vier Positionen umgestellt. Überraschend fehlte in der fast komplett ersetzten Viererkette auch Kapitän Fernando Couto.

Portugiesischer Blitzstart

Dafür kam im Mittelfeld wie erwartet Deco an Stelle von Rui Costa zum Zuge - und der Wunschspieler des FC Bayern München führte sich gleich gut ein. Mit einem Traumpass überlistete der Spielmacher Russlands umgekrempelte Hintermannschaft und Maniche vollstreckte freistehend eiskalt zur umjubelten frühen Führung.

Schwache Russen

In der Folge agierten die Turnier-Gastgeber überlegen, ohne dabei allerdings zwingende Einschussmöglichkeiten herauszuholen. Nach der bis dahin besten Aktion von Star-Akteur Luis Figo verpasste Pedro Pauleta (30.) den Ball knapp. Bei den harmlosen Russen, die vor der Pause keine einzige Torchance hatten, machte sich das Fehlen des von Georgi Jarzew suspendierten Alt-Stars Alexander Mostowoi bemerkbar.

Dimitri Loskow konnte den 36-Jährigen, der seinem Coach zu hartes Training vorgeworfen hatte, nicht ersetzen. Alexander Kerschakow hing als einzige Sturmspitze förmlich in der Luft. Und als dann kurz vor der Pause Owtschinnikow nach Loskows total verunglücktem Rückpass Rot sah, wurden die Probleme noch größer. Der Torwart versuchte das Leder außerhalb des Strafraums vor Pauleta mit dem Fuß wegzuspitzeln, bekam den Ball aber unglücklich an die Hand und musste vom Feld. Gegen Griechenland fehlt auch Verteidiger Alex Smertin (2. Gelbe Karte).

Russen in Unterzahl besser

Nach Wiederanpfiff sah sich der eingewechselte Keeper Wjatscheslaw Malafejew zunächst überraschend wenig mutigen Angriffsaktionen der in Überzahl agierenden Scolari-Truppe gegenüber. Als sich dann Figo (64.) durchspielte und freistehend vor ihm auftauchte, rettete er jedoch glänzend und lenkte den Ball an den Pfosten, beim Nachschuss zielte der starke Deco über das Tor. Dennoch gefiel der Spielmacher, der den Ball oft forderte, meist klug verteilte und später ebenso erneut am gut reagierenden Malafejew scheiterte (74.) wie Figo (77.). Rui Costa machte es dann kurz vor Schluss besser - und alles klar.


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