VG-Wort Pixel

Europa League Hannover steht in der Gruppenphase der Europa League


Nach Schalke zieht auch Hannover 96 in die Gruppenphase ein. In Sevilla konnten die Niedersachsen zunächst in Führung gehen, doch ein Eigentor brachte die Spanier zurück ins Spiel. Am Ende reichte Hannover das 1:1.

Nach dem knappen 2:1-Hinspielsieg setzte Hannover 96 in der Ferne auf eine starke Defensive und Konterchancen. Zunächst ging der Plan auf und Abellaoue brachte die Niedersachsen gegen den FC Sevilla in Führung. Doch durch ein unglückliches Eigentor von Emanuel Pogatetz kam Sevilla schnell wieder ins Spiel zurück.

Hannover erwehrte sich gegen alle Offensivaktionen und kam gegen Ende nochmals selbst vors Tor. Kurz vor Schluss flog ein Spanier noch vom Platz. Am Ergebnis änderte es allerdings nichts mehr und so steht Hannover nach einem 1:1 in der Gruppenphase der Europa League.

Mirko Slomka schickte sein Team mit der gleichen Aufstellung ins Spiel wie schon eine Woche zuvor. Der wiedergenesene Didier Ya Konan musste erneut auf der Bank Platz nehmen, während Steven Cherundolo doch mitspielen konnte. Sevillas Coach Marcelino García Toral stellte seine Mannschaft auf drei Positionen um: Diego Perotti durfte für Neuzugang Emiliano Armenteros auf das Feld und der Chilene Gary Medel ersetzte Federico Fazio. In der Abwehr sollte Alexis anstelle von Emir Spahic für mehr Sicherheit sorgen.

Unglücksrabe Pogatetz

Die Anfangsphase im Ramón Sánchez Pizjuán gehörte den Spaniern. Hannover stand kompakt in der Defensive und trat sehr selbstbewusst an. Sevilla hatte etwas mehr Ballbesitz, kam aber erst in der 15. Minute zur ersten Chance. Frederic Kanouté gewann ein Kopfballduell am Elfmeterpunkt und legte den Ball auf Álvaro Negredo ab, der den Ball wuchtig und aus sehr spitzem Winkel an Robert Zieler vorbei an den Pfosten hämmerte. Glück für Hannover, das bis dato auf Konter gelauert hatte und sich ansonsten darauf beschränkte, die Spanier vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

Und die Konterchancen ergaben sich. In der 23. Minute zog Konstantin Rausch an der linken Seite entlang und Flanke das Leder scharf in die Mitte. Dort wartete Mohammed Abdellaoue, kam mit der Fußspitze Millimeter vor dem spanischen Keeper Andrés Palop an den Ball und spitzelte ihn über die Linie zum 1:0. Die Hausherren zeigten sich wenig beeindruckt, sondern erhöhten den Druck sogar noch und kamen dadurch zu Chancen.

Zunächst konnte Zieler einen Schuss von Negredo aus knapp 20 Metern parieren (20.), kurze Zeit später glänzte er durch eine Parade gegen Kanouté, der im Strafraum völlig unbewacht zum Abschluss kam. In der 37. Minute war aber selbst der starke Schlussmann der 96er chancenlos, als Diego Perotti in den Strafraum flankte und der Ball an das Schienbein von Emanuel Pogatetz und von dort aus ins Tor der Deutschen sprang. Nach dem Ausgleich verschaffte sich Hannover wieder mehr Platz und kam zu weiteren Ecken, bis zur Halbzeit passierte allerdings nichts mehr.

Hannover hält das Unentschieden

Die erste nennenswerte Szene in der zweiten Hälfte gehörte den Spaniern. Nach einem Foul von Cherundolo an dem sehr auffälligen Perotti, zog der Gefoulte einen Freistoß direkt aufs Tor, doch wieder konnte Zieler abwehren. Sevilla wurde offensiver und die Niedersachsen kamen kaum mehr aus der eigenen Hälfte.

Die nächste Gelegenheit hatten die Spanier durch Abwehrspieler Julien Escudé. Nach einem Freistoß vom Ex-Hamburger Piotr Trochowski, der bis zu dem Zeitpunkt kaum gesehen war, köpfte Escudé völlig frei nur Zentimeter am Tor von Hannover 96 vorbei. Sevilla lief die Zeit davon und Hannover stand hinten sicher. Nach knapp 70 Minuten befreite sich Hannover aus dem Griff der Spanier.

Zunächst zog Jan Schlaudraff aus der zweiten Reihe ab, doch der Ball landete in den oberen Rängen der Tribüne. Direkt im Anschluss an diese Szene war es wieder Schlaudraff, der alleine vor Palop auftauchte, den Ball am Schlussmann von Sevilla vorbei legte und von den Beinen geholt wurde. Der Unparteiische Serge Gumienny aus Belgien entschied nicht auf Elfmeter, was eine klare Fehlentscheidung war in einer bis dahin tadellosen Leistung.

Vor dem Tor von Zieler wurde es anschließend wieder brenzlig. Trochowski schoss aus 25 Metern auf das Tor und wie schon in der ersten Hälfte, war es Pogatetz, der die Kugel abfälschte, dieses Mal aber knapp am Pfosten vorbei. Nun ging es hin und her. Hannover spielte sich auf der anderen Seite wieder in den gegnerischen Strafraum, doch Rausch passte einmal zu viel, statt selbst abzuziehen (78.). Das Spiel wurde gegen Ende zunehmend hektischer.

Medel verliert die Nerven

Nachdem immer wieder Gelbe Karten verteilt worden waren, verlor Gary Medel zu allem Überfluss in der 90. Minute noch die Nerven und hinderte Pinto durch einen Tritt daran den Ball aufzuheben. Dafür sah der Chilene die Rote Karte und die Spanier mussten die Nachspielzeit zu zehnt überstehen. Es war die letzte Szene in einem packenden Spiel. Das 1:1 reicht Hannover nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel zum Einzug in die Gruppenphase.

Hannover zeigte zwei sehr starke Partien. Im Rückspiel hatten die Niedersachsen etwas Glück, doch im Großen und Ganzen sind sie, dank einer guten Abwehrleistung und den gewohnt eiskalten Chancenverwertungen, verdient weitergekommen. Die Spanier dürfen sich nun auf die eigene Liga konzentrieren, in der sie Barcelona und Real Madid ärgern wollen. Für Hannover war es vielleicht auch von Vorteil, dass die Spanier noch keinen Saisonauftakt hatten und somit noch nicht im Saft standen. Egal wie man es dreht und wendet, sicher ist, dass Hannover gut gespielt hat und sich nun auf eine spannende Gruppenphase in der Europa League freuen darf.

Tobi Becker

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker