VG-Wort Pixel

Europa League Schalke und Hannover blicken nach vorne


Festtage sehen anders aus: Sowohl der FC Schalke als auch Hannover 96 schafften zum Auftakt der Gruppenphase nur ein torloses Remis. Während die Niedersachsen ein spielerisches Tief und den Kräfteverschleiß beklagen, konzentrieren sich die Knappen bereits auf das Heimspiel gegen die Bayern.

Der FC Schalke und Hannover 96 sind mit torlosen Unentschieden in die Gruppenphase der Europa League gestartet. Zufrieden waren damit beide Mannschaften nicht, doch für den weiteren Verlauf lassen diese Ergebnisse alles offen. Auch bei den 96ern hielt sich der Frust ob der verlorenen Heimpunkte in Grenzen. Auf Schalke wird bereits dem Duell mit Ex-Torwart Manuel Neuer entgegen gefiebert.

Keine optimale Vorbereitung

Kaum war die trostlose Nullnummer in der Provinz zu Ende, blickte Ralf Rangnick nach vorn. "Wir müssen unsere Konzentration jetzt voll auf das Spiel gegen Bayern München richten", sagte der Schalker Trainer nach dem trostlosen Spiel in Cluj gegen Steaua Bukarest. Von einer optimalen Vorbereitung auf das kommende Duell mit dem deutschen Rekordmeister konnte beim Pokalsieger jedoch keine Rede sein.

Erst am frühen Freitagabend sollte der Schalke-Tross wieder in Düsseldorf landen. Da bleibt Rangnick und Co. nur wenig Zeit, sich auf die richtungweisende Top-Begegnung mit dem Tabellenführer einzustimmen. Und der Coach verlor auch nicht viele Worte zum Auftritt seiner Mannschaft. "Mit der Defensivleistung bin ich sehr zufrieden", sagte er. Das Manko lag im Bereich Attacke. "Leider haben wir aus unserer Dominanz kein Tor erzielt", klagte der 53-Jährige.

Wie reagieren die Fans auf Manuel Neuer?

Hat seine Mannschaft gegen die Bayern noch genügend Energie und Mut? "Darauf wird es ankommen", betonte Rangnick. Torhüter Ralf Fährmann ging in Cluj schon mal mit gutem Beispiel voran: Er hielt trotz seiner Verletzung im rechten Sprunggelenk 90 Minuten durch. Ein dicker Verband und "ein Schmerzmittelcocktail" machten den 22-Jährigen entsprechend fit. Nun darf er sich auf die Auseinandersetzung mit seinem Schalker Vorgänger Manuel Neuer freuen.

Dabei hat Fährmann ein großes Begehr an die Knappen-Fans: Sie sollen Neuer nicht gnadenlos auspfeifen. "Ich würde mir das wünschen. Manuel hat so viel für den Verein getan" - und er habe negative Begleiterscheinungen nicht verdient, meinte der Neuer-Nachfolger. "Ich habe Manuel sehr viel zu verdanken, er hat mich immer in der Öffentlichkeit geschützt. Außerdem konnte ich mir viel von ihm abschauen." Für Fährmanns steht fest: "Er ist der beste Torhüter der Welt."

Doch diese verbale Auszeichnung wird Neuer nicht vor Missfallensbekundungen bewahren. "Es wird sicher Pfiffe geben. Jeder Fan kann sich aussuchen, wie er reagiert, ich kann niemandem etwas vorschreiben", meinte Schalke-Manager Horst Heldt, der "mit allem" rechnet. Klaas-Jan Huntelaar will es mit seinen persönlichen Ambitionen ebenso halten: "Du kannst gegen jeden Torwart treffen. Kein Torwart ist ein Supermann", sagte der Niederländer, mit vier Toren bislang bester Schalke-Schütze der aktuellen Saison.

Kräfteverschleiß ist spürbar

Der erste Auftritt in der Gruppenphase hat Hannover durchaus die internationalen Grenzen aufgezeigt. Die Mannschaft ist nicht in der Lage, Glanzleistungen wie in den Playoffs gegen den FC Sevilla permanent abzurufen. "Wir haben keinen guten Tag erwischt. Man muss uns auch mal ein kleines Tief gönnen", sagte Sergio Pinto nach dem dürftigen 0:0 gegen Standard Lüttich. Der Kräfteverschleiß durch Bundesliga, Europacup und DFB-Pokal scheint sich früh abzuzeichnen. "Man merkt schon die Belastung. Morgens steht man mit ein paar Wehwehchen mehr auf", gab der Mittelfeldspieler zu.

Die sportliche Leitung bemühte sich vor der Partie gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund, den Fußball-Profis den Rücken zu stärken. "Wir haben ein Stück Reife gezeigt, dass wir uns kein Gegentor gefangen haben", lobte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke die Abwehrleistung. "Die Mannschaft hat eine gute Reaktion auf das 0:3 in Stuttgart gezeigt. Man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Das 0:0 lässt uns alle Chancen", bewertete Trainer Mirko Slomka das Remis gegen solide spielende Belgier, die bis auf einen Heber von Jan Schlaudraff (40.) an die Latte kaum Chancen der Gastgeber zuließen.

Die Gegner treten anders an

"Früher standen wir tief und haben gekontert. Jetzt spielen wir selbst gegen Gegner, die tief stehen", erläuterte Schlaudraff das Dilemma, das der Erfolg mit sich bringt. Ins offene Messer will den Niedersachsen keiner mehr rennen. Deshalb freuen sich die Spieler auf die schwere Aufgabe gegen den BVB. "Die Dortmunder werden selbst das Spiel machen. Da können wir unsere Stärken ausspielen", meinte Pinto.

Bis vorigen Samstag waren er und seine Kollegen das einzige Bundesliga-Team ohne Niederlage, nun stehen für Hannover 96 fünf sieglose Pflichtspiele in Serie zu Buche. "Das müssen wir schnell ändern", forderte der defensive Mittelfeldmann. "Fünf Spiele ohne Sieg, das spielt keine Rolle", machte Schlaudraff einer Mannschaft Mut, die derzeit bei allem Einsatz ihre gefürchtete Effektivität verloren hat. Deshalb steht Hannover 96 in der Gruppe B schon im nächsten Spiel bei Vorskla Poltava in der Ukraine unter Druck.

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker