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Fall Amoroso: Er ist wieder da

Nach wochenlangem Hickhack um die richtige Behandlung seiner Knieverletzung ist Dortmunds Fußball-Diva Amoroso nach Deutschland zurückgekehrt. Wie es mit dem brasilianischen Star beim BVB weitergeht, ließ die Vereinsführung bewusst offen.

Fußball-Profi Marcio Amoroso ist nach rund dreimonatigem Aufenthalt in Brasilien am Dienstag nach Dortmund zurückgekehrt, seine Zukunft beim Revierclub ist aber weiterhin völlig ungewiss. Wie Borussia Dortmund in einer vierzeiligen Erklärung mitteilte, wird sich der 29 Jahre alte Stürmer "in den nächsten Tagen zu einem Gespräch mit der BVB-Vereinsführung treffen und einer ärztlichen Untersuchung unterziehen".

Dortmund will Untersuchung abwarten

Dortmunds Manager Michael Meier war am Dienstag nicht zu einer Prognose bereit, ob sich in dem Monate währenden Zwist mit dem am Knie verletzten Brasilianer eine einvernehmliche Lösung andeuten könnte. "Er wird jetzt von unserem Clubarzt Markus Braun erst noch einmal medizinisch untersucht. Parallel dazu führen wir Gespräche mit Amoroso. Mehr lässt sich im Augenblick nicht sagen. Aber wir werden die Öffentlichkeit informieren, sobald es etwas zu berichten gibt", sagte Meier der dpa.

"Dann werden wir sehen"

Sportlich könne Amoroso trotz Rehabilitation in Brasilien dem Verein im Moment nicht weiterhelfen, meinte Meier einen Tag vor Hinrundenabschluss mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. "Nach den Auskünften aus Brasilien besteht ja die Gefahr, dass eine Operation notwendig ist. Das müssen wir jetzt überprüfen. Dann werden wir weiter sehen."

Amoroso gibt sich kleinlaut

Amoroso war am Dienstagmorgen in Frankfurt/Main gelandet. "Ich hoffe auf fruchtbare Gespräche", sagte der Brasilianer lediglich. Zuletzt waren die Fronten zwischen ihm und der Borussen-Führung verhärtet. "Wir hatten jedoch die ganze Zeit Kontakt zu Amoroso über dessen Anwalt Pedro Adib", betonte Meier.

Der Streit um seine Knieverletzung

Auslöser der Querelen war die Knieverletzung, die sich Amoroso am 11. September im Training des BVB zugezogen hatte. BVB-Clubarzt Braun hatte einen Innenbandteilriss diagnostiziert, der mit einer konservativen Behandlung auskuriert werden sollte. Amoroso reiste rund eine Woche später mit Erlaubnis des BVB zur Rehabilitation nach Brasilien. Dort vertraute er sich seinem Berater und Physiotherapeuten Nivaldo Baldo an, der eine Kreuzbandschädigung feststellte. Sollte sich diese bei den neuerlichen Untersuchungen in Dortmund bestätigen, wären ein Eingriff und eine Monate lange Pause unumgänglich.

Zum offenen Bruch zwischen dem BVB und Amoroso kam es erst, als der Stürmer schwere Vorwürfe gegen den Borussen-Arzt erhob und einen weiteren Spezialisten in den USA aufsuchen wollte, um sich dort gegebenenfalls operieren zu lassen. Ein vom BVB gestelltes Ultimatum, bis zum 18. November zurückzukehren, ließ Amoroso wegen einer angeblichen Gastritis verstreichen. Dortmund wertete das als "schwerwiegenden Vertragsbruch" und drohte mit "arbeitsrechtlichen Konsequenzen". Auch der Fußball-Weltverband FIFA wurde einschaltet.

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