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BVB droht Amoroso: Fehlen mit Folgen

Der brasilianische Kicker Marcio Amoroso ist trotz Ultimatum seines Vereins nicht nach Dortmund zurückgekehrt. Der Sportmanager des BVB spricht von schwerwiegendem Vertragsbruch und arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will sich die Eskapaden des brasilianischen Fußballprofis Marcio Amoroso nicht länger gefallen lassen. Nachdem der 29-Jahre alte Stürmer ein Ultimatum, bis Dienstagmittag nach Dortmund zurückzukehren und sich vom Vereinsarzt untersuchen zu lassen, verstreichen ließ, drohte der BVB mit Konsequenzen und scheint auch eine Trennung von dem Star nicht mehr auszuschließen. "Es liegt uns kein Schreiben vor, das sein Fehlen rechtfertigt. Wir werten das als schwerwiegenden Vertragsbruch und werden arbeitsrechtliche Schritte einleiten", sagte Sportmanager Michael Zorc nach dem Vormittagstraining.

"Wir wissen nicht, wann er kommt", meinte Zorc. "Wir werden diesen ganzen Vorgang der FIFA zugänglich machen." Der Manager beklagte, dass alle Kontakte nur über Amoroso-Anwalt Pedro Adib liefen. Adib erklärte in einem Beitrag des Fernsehsenders DSF, Borussia Dortmund über den Gesundheitszustand des Spielers schriftlich informiert und vor einem Flug nach Deutschland gewarnt zu haben. Amoroso habe nicht nur eine Knieverletzung, sondern leide auch an einer Gastritis.

Laut BVB kein aktuelles Attest

Laut BVB-Manager Michael Meier liegt zwar ein Dokument vor, dieses sei aber schon vor längerer Zeit eingegangen. "Wir gehen davon aus, dass eine Gastritis unter normalen Umständen doch kurzfristig heilbar ist. Und wenn er denn in die USA fliegen kann, kann er sicherlich auch einen Umweg über Deutschland machen", sagte Meier. Ein aktuelles Attest, so Zorc, liege dem BVB nicht vor.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Unstimmigkeiten über die Schwere der Knieverletzung des teuersten BVB-Spielers. Dortmunds Vereinsarzt Markus Braun diagnostizierte einen Innenbandteilanriss, brasilianische Ärzte hingegen sprechen von einer Verletzung des hinteren Kreuzbandes. Amoroso möchte sich am liebsten in den USA operieren lassen, der BVB pocht zunächst auf eine vereinsinterne ärztliche Untersuchung. "Das ist arbeitsrechtlich ein ganz normaler Vorgang", meinte Zorc.

Amoros fehlt das Vertrauen

Amoroso selbst beklagte sich in brasilianischen Medien über die Situation bei seinem Arbeitgeber in Dortmund. "Ich habe kein Vertrauen, um zum Verein zurückzukehren. Dort sind 12 Spieler verletzt, davon haben sechs Knieprobleme, sechs mussten mehrmals operiert werden. Ich will das Risiko nicht noch einmal eingehen", sagte der 29-Jährige dem Radiosender 'Jovem Pan'. Der Brasilianer befürchtet, dass sein Club ihn unter allen Umständen und gegen seinen eigenen Willen schnell fit bekommen will. "Wenn ich aber operiert werden muss und nicht spiele, kann die Borussia keinen Nutzen ziehen. Man würde mich nicht verkaufen können. Deshalb haben sie Angst, dass ich mich einer Operation unterziehe."

Für die nächste Bundesligapartie gegen Bayer Leverkusen fallen neben den Langzeitverletzten auch noch der Norweger Andre Bergdölmo (Knieverletzung) und möglicherweise auch der Brasilianer Flavio Conceicao aus. Der Mittelfeldspieler zog sich im ersten Spiel nach dreimonatiger Verletzungspause am Montag beim LR Ahlen eine Fleischwunde an der Ferse zu.

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