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FC Bayern: Eigene Fans bedrohen Fan-Beauftragte des FC Bayern

Der schwelende Konflikt des FC Bayern mit drei Fanclubs droht zu eskalieren: Fanbeauftragte des Vereins erhielten per Mail Morddrohungen. Der Fanclub "Schickeria München" sprach von einer "schmutzigen Kamapagne".

Der Ausschluss dreier Fan-Clubs hat für führende Mitarbeiter des FC Bayern München unangenehme Konsequenzen. Der im AG-Vorstand des deutschen Fußball-Meisters unter anderem für die Anhänger zuständige Karl Hopfner (50) sowie der Fan-Beauftragte und frühere Bundesliga-Torwart Raimond Aumann (39) haben per Internet anonyme Morddrohungen erhalten. Dies behaupteten Hopfner und Aumann am Mittwoch der dpa gegenüber.

Presse-Chef Markus Hörwick teilte am Mittwoch in Leipzig mit, dass der FC Bayern die Sache der Polizei übergeben und "Strafanzeige gegen eine konkrete Person gestellt" habe. Den Namen nannte er nicht. Die Person sei aber Mitglied in zwei der drei Fan-Clubs, so Hörwick. Über Rückverfolgung der E-Mails habe sie ermittelt werden können.

Bayern-Führung sah eine "grundsätzliche Tendenz"

Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte die bedenkliche Entwicklung nach dem Ausschluss der Fan-Gruppierungen «Red Sharks», «Club Nr. 12» und «Schickeria München» am Mittwoch in der «Sport-Bild» publik gemacht und zugleich die Sorge geäußert, dass es nicht nur bei Drohungen bleiben könnte: «Das Gefährliche ist, wenn sie irgendwann in Anzug und Krawatte einen totschlagen», wird Hoeneß in dem Sportmagazin zitiert. Aumann verriet im dpa-Gespräch, dass es bereits vor dem Ausschluss der Fan-Clubs eine «grundsätzliche Tendenz» hinsichtlich solcher Drohungen gegeben habe. Er werde sich dadurch aber nicht von seiner Arbeit abhalten lassen.

Fanclub "Schickeria München" fühlt sich verleumdet

Die Fan-Gruppierung «Schickeria München» wies die Vorwürfe am Mittwoch in einer Pressemitteilung zurück. «Wir haben mit Drohungen jeglicher Art gegen die Vereinsführung, gegen die Führung der AG oder gar deren Mitarbeiter nichts, aber auch gar nichts zu tun. Punkt!», hieß es. Die Gruppierung sprach von einer «schmutzigen Kampagne von Seiten der AG-Führung», Morddrohungen seien kein Spaß mehr: "Wer diese erfindet und anderen Leuten anhängt, macht sich strafbar."

Der FC Bayern und die Münchner Polizei hatten vor einer Woche den Ausschluss der genannten Fan-Clubs bekannt gegeben. Als Grund für den Schritt wurden in einer offiziellen Mitteilung mehrmaliges vereinschädigendes Verhalten, mehrfache Sachbeschädigung sowie massive Drohungen gegen andere Fan-Clubs und Verantwortliche des FC Bayern genannt. Weil Gespräche mit den Gruppen nicht die gewünschte Wirkung gehabt hätten, entschied sich der Rekordmeister auf Vorschlag der Polizei zu diesem Vorgehen. In den 2004 offiziell eingetragenen Fan-Clubs des FC Bayern sind rund 125 000 Mitglieder organisiert.

DPA

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