FC Schalke 04 Königsblau will in den Fußball-Adel

Schalke will es allen zeigen: Die notorischen Meisterschaftsversager wollen beweisen, dass im dritten Anlauf in der europäischen Königsklasse mehr drin ist, als nur eine Statisten-Rolle in der Todesgruppe.

Bisher war das Abenteuer Champions League für Schalke immer schnell zu Ende. Nur in der Vorrunde durften die Schalker in den Jahren 2001 und 2005 den verführerischen Duft der großen, weiten Fußballwelt schnuppern. Danach war jedesmal Schluss. Diesmal will der Vize-Meister mehr erreichen: "Es ist einfach an der Zeit, uns in der Champions -League-Gruppe durchzusetzen", sagt Mittelfeldspieler Fabian Ernst.

Schalkes Kapitän Marcelo Bordon traut seinem Team etwas zu: "Ich bin überzeugt, dass wir stark genug sind, um eine gute Rolle zu spielen." Was dagegen spricht: Die Gruppe B, in der der Vizemeister antritt, könnte man als Todesgruppe bezeichnen - zumindest für die Gelsenkirchener: FC Chelsea London, FC Valencia und Rosenborg Trondheim lauten die Gegner. Chelsea gilt als einer der Topfavoriten auf den Titel, für Valencia ist das Viertelfinale Pflicht und es ist sogar mehr drin. Sollte Schalke in dieser Gruppe bestehen, wäre das bereits ein großer Erfolg und Ausweis internationaler Klasse.

Ohne Lincoln fehlt es an Kreativität

Der Kader hat Qualität, jede Position ist mindestens doppelt besetzt mit fast gleichstarken Spielern. Allerdings: Für viele Spieler ist es die erste große internationale Herausforderung und in der Bundesliga läuft es bisher nicht rund. Durch den Weggang von Spielmacher Lincoln zu Galatasaray Istanbul ist die Mannschaft ihres kreativen Kräftezentrums beraubt worden.

Das haben die ersten Spiele in der Bundsliga deutlich gezeigt. Es läuft noch nicht rund für den Vizemeister. Der talentierte Ivan Rakitic, der für fünf Millionen Euro Ablöse aus Basel kam, ist mit seinen 19 Jahren zu jung und unerfahren, um die Chefrolle im Mittelfeld zu übernehmen. Auf dem hohen Niveau der europäischen Elite-Klasse dürfte er noch mehr Schwierigkeiten haben. Für Schalke wird es ganz schwer, die Gruppenphase zu überstehen.

tis

Mehr zum Thema

Newsticker