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Bundesliga im stern-Check: Schalke 04 verliert das Revierderby – und einige Fans völlig den Verstand

Der BVB bleibt das Maß der Dinge in der Bundesliga. Am Rande des ungewöhnlich unspektakulären Revierderbys auf Schalke kommt es jedoch zu einer sehr geschmacklosen Aktion einiger Anhänger von Königsblau. Der 14. Spieltag im stern-Check.

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Aufreger des Spieltags

Dass Schalke 04 und Borussia Dortmund eine innige Feindschaft verbindet, ist weithin bekannt. Und wenn man ehrlich ist: Ohne die üblichen Provokationen beider Lager wäre das Revierderby heute sicher nicht das, was es ist: ein in der Regel hochemotionales Duell, auf das sich (fast alle) Bundesliga-Fans freuen. Am Samstag jedoch gingen Anhänger der Königsblauen mit einem Plakat mehr als einen Schritt zu weit. "Tod dem BVB!!! Freiheit Für Sergej W.!", hatten sie auf ein weißes Banner geschrieben.

Zur Erinnerung: Besagter Sergej W. hatte im April 2017 einen Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus der Dortmunder verübt und unter anderem Abwehrspieler Marc Bartra schwer am Unterarm verletzt. Warum? W. hatte auf fallende Kurse der BVB-Aktie gewettet - er wollte sich also persönlich bereichern und nahm dafür auch Tote in Kauf. Ende November wurde W. wegen des 29-fachen Mordversuchs, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden und zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Sergej W. - Revierderby hin oder her - nun als eine Art "Held" darzustellen, ist daher nicht nur völlig unangebracht und geschmacklos. Die Aktion sollte für die Plakat-Verantwortlichen auch Folgen haben.

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Der 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist Geschichte - und Borussia Dortmund thront dank des 2:1-Siegs im Revierderby gegen den FC Schalke 04 weiterhin mit einem Sieben-Punkte-Polster an der Tabellenspitze. Die Verfolger um den wieder erfolgreichen FC Bayern München müssen ihre Hoffnungen auf einen ersten Ausrutscher des BVB in dieser Saison auf nächste Woche vertagen.

DERBYSIEG I: Der eine Dortmunder Derbyheld war ziemlich erschöpft, der andere auch traurig. Der 18 Jahre alte Jadon Sancho widmete seinen Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC Schalke 04 seiner kürzlich verstorbenen Oma. Thomas Delaney, der das erste BVB-Tor erzielt hatte, gestand: "Ich bin müde, aber es war geil." Die positive Grundstimmung bei der Borussia könnte schon kommende Woche zur Herbstmeisterschaft führen, wenn gegen Werder Bremen der nächste Sieg gelingt. "Auf diesen Sieg haben wir alle hingefiebert", beschrieb Kapitän Marco Reus seine Grundstimmung nach dem ersten Erfolg gegen Königsblau seit drei Jahren.

DERBYSIEG II: Das Freistaat-Duell zwischen München und Nürnberg kommt natürlich nicht an die Brisanz des Revierderby heran. Aber für die Bayern-Profis schmeckte der erste Heimsieg nach drei Monaten auch besonders süß. Nach dem lockeren Erfolg gegen die schwachen Franken ging es für Doppeltorschütze Robert Lewandowski und seine Kollegen zur Weihnachtsfeier. Ein "bisschen entspannen" wollte dort auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Neun Punkte Rückstand auf Dortmund bleiben aber Realität - und am Mittwoch kommt es bei Ajax Amsterdam zum Duell um Platz eins in der Champions-League-Gruppe.

TRAURIGER SIEGGARANT: Lucas Alario hätte Grund zur Freude gehabt. Mit seinem Siegtor gegen den FC Augsburg verhinderte der Argentinier den möglichen x-ten Rückschlag für Bayer Leverkusen. Doch die Ereignisse rund um das Copa-Endspiel der Boca Juniors gegen seinen Ex-Club River Plate bedrückten den Stürmer. "Die ganze Welt schaut hin. Und deshalb ist das alles schlecht für Argentinien", sagte Alario. Den Sonntagabend hat sich der 26-Jährige aber frei gehalten. Dann will er das wegen der Ausschreitungen in Buenos Aires nach Madrid verlegte Rückspiel natürlich vor dem Fernseher verfolgen. 

REKORDJÄGER: Borussia Mönchengladbach bleibt Dortmunds erster Verfolger. Die Elf von Trainer Dieter Hecking bezwang am Sonntag zum Abschluss des 14. Spieltages den VfB Stuttgart mit 3:0 (0:0). Die eingewechselten Raffael (69. Minute) und Florian Neuhaus (77.) sowie VfB-Weltmeister Benjamin Pavard per Eigentor (84.) sorgten für die Treffer. Raffael und Neuhaus waren erst in der 60. Minute ins Spiel gekommen. Mit dem saisonübergreifend zehnten Heimerfolg in Serie wurde die Club-Bestmarke eingestellt. Die Borussia hat nun 29 Punkte, der VfB bleibt mit elf Zählern in großer Abstiegsnot.

AUFREGER: Horst Heldt war außer sich. "Das ist ja ein Witz, das war der Wahnsinn an Schwalbe", schimpfte der Manager von Hannover 96 nach dem unglücklichen 1:1 am Sonntag in Mainz und sprach von einer "glasklaren Fehlentscheidung". Der Unmut der Norddeutschen war verständlich. Schiedsrichter Robert Hartmann entschied ohne das Einschreiten des Videoassistenten kurz vor Schluss auf Elfmeter für die Mainzer, obwohl der vermeintlich gefoulte Jean-Philippe Mateta ohne Berührung eines Gegners zu Boden gegangen war. Das brachte den Tabellen-17. um den erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf. "Ich verstehe es nicht mehr. Es ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß", wetterte Heldt. Weitaus unspektakulärer verlief das zweite Sonntagsspiel. Nach verhaltenem Beginn setzte sich Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart mit 3:0 (0:0 durch - und bleibt erster Verfolger von Spitzenreiter Dortmund.

mit Agentur / DPA
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