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DFB-Trainerin Silvia Neid: Die Frau mit der Titelgarantie

Egal, ob als Spielerin, Co- oder Chef-Trainerin: Silvia Neid war an allen Titeln der deutschen Fußball-Frauen beteiligt. Kurz vor der Gruppenauslosung der Weltmeisterschaft in Deutschland 2011 formuliert sie hohe Ziele für ihr Team.

Eigentlich kann der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die neue Vitrine für den Frauen-Weltpokal bereits in Auftrag geben. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland (26. Juni bis 17. Juli) dauert es zwar noch sieben Monate, doch der Verband hat die personifizierte Titelgarantie unter Vertrag. Schließlich ist Trainerin Silvia Neid bei großen Turnieren offenbar unbesiegbar.

Neid, die mit ihrem Team das WM-Eröffnungsspiel in Berlin bestreitet und bis zum Finale in Frankfurt/Main mit von der Partie sein möchte, war an allen bisherigen Titelgewinnen der deutschen Fußballerinnen direkt beteiligt. Bei den sieben EM-Siegen und den zwei WM-Triumphen war die 46-Jährige entweder als Spielerin, als Co-Trainerin oder als Cheftrainerin mit von der Partie.

Eindrucksvolle Bilanz als Cheftrainerin

Die Bilanz der gebürtigen Walldürnerin als Cheftrainerin ist besonders eindrucksvoll. Seitdem Neid im Sommer 2005 das Amt von Tina Theune übernommen hat, ging die deutsche Auswahl in bisher 12 Endrundenspielen bei einer EM oder WM nur einmal nicht als Sieger vom Platz. England trotzte den Deutschen in der WM-Vorrunde 2007 ein Remis ab - den Titel holte sich das DFB-Team am Ende aber trotzdem.

Den WM-Sieg hat Neid auch jetzt schon wieder vor Augen. "Wir wollen uns einen großen Traum verwirklichen und zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden", erklärte die Trainerin. Der Druck wird in den nächsten Monaten zwar steigen, doch Neid muss niemandem mehr etwas beweisen. Schließlich hat die 111-malige Nationalspielerin - ganz abgesehen von den Titelgewinnen unter ihrer Regie bei der WM 2007 und der EM 2009 - ihr Meisterstück als Trainerin bereits abgeliefert.

Goldenes Händchen bei Einwechselungen

Bei der EM in Finnland im September 2009 gelang der Chefstrategin im Halbfinale gegen Norwegen das Kunststück, drei Spielerinnen einzuwechseln, die den 0:1-Pausenrückstand durch ihre drei Treffer in einen 3:1-Sieg verwandelten. Seit diesem Spiel sind auch die letzten Kritiker an der früheren Spielmacherin endgültig verstummt.

Wenn überhaupt Kritik aufkommt, dann ist es die Trainerin selbst, die auch nach Siegen ihrer Mannschaft das ein oder andere Detail bemängelt. Nach Ansicht von Neid ist diese Mannöverkritik nötig, um ihre Schützlinge in Topform zur WM zu bringen: "Obwohl wir uns schon auf einem sehr hohen Niveau bewegen, wollen wir uns in allen Bereichen verbessern. Das ist notwendig, wenn wir den Titel holen wollen."

Auspowern auf dem Laufband

Trotz der ständigen Arbeit an Verbesserungen und den hohen Anforderungen an ihre Person ("Es ist natürlich anstrengend, denn man hat 40 Leute im Schlepptau und muss alle unter einen Hut bringen"), kann Neid auch abschalten. Dabei hilft in erster Linie laute Musik und ein Laufband im Fitnessstudio: "Dann kann ich mich auspowern und bekomme den Kopf frei."

Alexander Sarter/SID / SID
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