HOME

Freitagsspiel: Torflut in Bochum

Was für ein verrücktes Spiel in Bochum: Mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt hat der VfL Bochum erstmals seit dem zweiten Spieltag einen Abstiegsplatz verlassen.

Der Neuling rang am Freitag Eintracht Frankfurt nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:3 (3:2) nieder und feierte im siebten Anlauf seinen zweiten Sieg im rewirpower-Stadion. 21 260 Zuschauer sahen Treffer von Zvjezdan Misimovic (29./Foulelfmeter), Marcel Maltritz (33.), Heiko Butscher (36.) und Theophanis Gekas (46.), nachdem Albert Streit die Hessen mit zwei Blitztoren (1./5.) in Führung gebracht hatte.

Zur Schlüsselszene der Partie wurde die Rote Karte für Eintracht-Abwehrspieler Aleksander Vasoski (28.), der nach einer Notbremse gegen Gekas schon zum dritten Mal in dieser Saison vorzeitig in die Kabine musste. Ioannis Amanatidis (56.) gelang nur noch eine Resultatsverbesserung für die Eintracht, die sich durch böse Schnitzer in der Defensive die zweite Auswärtsniederlage der Saison einhandelte.

"Wir haben Moral bewiesen und am Ende verdient gewonnen, aber es gibt einfachere Spiele", sagte VfL-Torschütze Butscher erleichtert. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel ging dagegen mit seiner Elf hart ins Gericht: "Was wir nach dem 2:0 geboten haben, hatte nichts mit Bundesliga zu tun. Das war arrogant und überheblich." Stocksauer war auch Doppel-Torschütze Streit: "Ich habe einen ganz dicken Hals. Bochum war schon am Boden, doch dann haben wir das Spiel durch eigene Dummheit verloren."

Die Hoffnungen der Bochumer auf den ersten Heimsieg seit dem 24. September schienen schon nach fünf Minuten zerstört, doch dann bewies der Neuling große Moral. Gerade einmal 44 Sekunden waren gespielt, als Streit VfL-Keeper Peter Skov-Jensen, der erstmals wieder den Vorzug vor Alexander Bade erhalten hatte, mit einem platzierten Freistoß aus 20 Metern überwand. Keine vier Minuten später machte der 26-Jährige den zweitschnellsten Doppelschlag der Bundesliga- Geschichte vom Start weg perfekt, als er ein Zuspiel von Alexander Meier zum.0:2 über die Linie drückte. Schneller war nur Dirk Zander vom FC St. Pauli am 12. April 1991 beim 2:0 gegen den Karlsruher SC.

Das zunächst völlig demoralisierte und von den Fans mit Pfiffen bedachte Team von Marcel Koller fand erst nach knapp einer halben Stunde besser in die Partie. Entscheidend war dabei das Foul von Schiedsrichter Peter Gagelmann mit Strafstoß und Platzverweis geahndete Foul von Vasoski. Nach dem Anschlusstor durch Misimovic verloren die Gäste in der Abwehr völlig die Übersicht und mussten innerhalb von sechs Minuten nach zwei Standardsituationen weitere Gegentreffer durch Kopfbälle hinnehmen. Zunächst war Maltritz nach Freistoß von Misimovic erfolgreich, dann verwertete Butscher eine Hereingabe von Filip Trojan.

53 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte setzte der kaum zu bremsende Gekas die Torjagd der Hausherren fort, als er Oka Nikolov nach einem Solo mit seinem fünften Saisontreffer überwand. Wenig später verhinderte der Keeper einen weiteren Treffer des Griechen (53.). Doch die Eintracht gab sich nicht geschlagen, kam durch Amanatidis noch einmal heran und ließ den VfL bis zum Schluss um die drei Punkte zittern.

Ulli Brünger, DPA / DPA

Wissenscommunity