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Fußball: Blatter stellt WM in Südafrika infrage

Ohne Not hat Fifa-Präsident Josef Blatter die Spekulationen um die Austragung der WM 2010 in Südafrika weiter angeheizt. In einem Interview sprach er von "drei Ersatzkandidaten", die binnen eines Jahres als Ausrichter einspringen könnten. Wer das sein könnte, ist ein offenes Geheimnis.

Laut Fifa-Präsident Joseph Blatter stehen drei Länder als Ersatz bereit, falls Südafrika es nicht schaffen sollte, die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 auszurichten. "Ich habe mit drei Ländern gesprochen, die in der Lage sind, innerhalb eines Jahres die WM zu organisieren", sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes dem englischen Sender "Sky News". Die Namen der Länder nannte der Schweizer allerdings nicht.

Damit hat Blatter sich zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kritisch über das Ausrichterland der WM 2010 geäußert. Bereits am 29. Juni sprach er im Österreichischen Rundfunk davon, dass es für die WM "einen Plan B" gebe. Zur Anwendung käme der jedoch nur im Falle von höherer Gewalt wie etwa einer Naturkatastrophe, sagte er damals.

Die Zweifel an der ersten WM auf afrikanischem Boden hatten neue Nahrung erhalten, nachdem bekannt wurde, dass der Stadionneubau in Port Elizabeth nicht rechtzeitig zum Confederations Cup 2009 fertiggestellt werden kann. Blatter hatte stets betont, dass das Turnier ein Jahr vor der WM der Moment der Wahrheit für Südafrika sein werde. Sollte die WM-Generalprobe misslingen, könnten Alternativpläne aus der Schublade kommen.

Immer wieder als Ersatzkandidaten ins Spiel gebracht werden die USA, Spanien und Brasilien, der Ausrichter der übernächsten WM 2014. Die USA haben ihr Engagement bereits offensiv angeboten, während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits abgewunken hat. Zwei Turniere hintereinander im gleichen Land, da sind sich alle Beteiligten einig, sind nicht vorstellbar.

Standort Port Elizabeth für Confed Cup gestrichen

Um eine Blamage bei der Generalprobe, dem Confed Cup, zu vermeiden, hat das Nationale Organisationskomitee (NOK) mit Port Elizabeth gerade den einzigen Standort mit einem Stadion-Neubau gekippt. Die erhebliche Verzögerung beim Neubau des Nelson-Mandela-Bay-Stadions hatte den Organisatoren bereits im Mai die Rote Karte der Fifa eingebracht. Die Stadt zeigte sich überrascht und schockiert. Vize-Bürgermeister Bicks Ndoni betonte, dass das Stadion bis März 2009 fristgerecht fertiggestellt sei. "Wir können nur vermuten, dass die Entscheidung aus anderen als technischen Gründen getroffen wurde", betonte Ndoni.

NOK-Chef Irvin Khoza hatte dagegen betont, die Arbeiten seien zu weit hinter dem Zeitplan zurück. Vor allem bereite die Fertigstellung des Daches Probleme. Die Frist bis zum 30. März 2009 könne nicht eingehalten werden: Allenfalls Anfang oder gar Ende Mai - vier Wochen vor Start des Confed Cups - sei mit der Fertigstellung zu rechnen. Khoza warnte zudem, auch andere Städte müssten mit einer Streichung rechnen, sollte die Modernisierung ihrer Arenen sich arg verzögern würde.

Fifa mahnt. "Die Zeit drängt"

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke mahnte ebenfalls, dass die Zeit für den Gastgeber langsam dränge: "Egal, wo wir die WM durchführen: Es wird immer Fragen zur Eignung des Landes geben, ob es so ein Ereignis ausrichten kann. Wir erwarten die gleichen Fragen, wenn Brasilien 2014 die WM organisieren wird. Und wir sind zuversichtlich, dass Südafrika die Eignung für die Organisierung einer erfolgreichen WM hat."

Zugleich forderte Valcke mehr Anstrengungen des WM-Gastgebers zur Selbstvermarktung: "Südafrika sollte nun Informationen in die Welt aussenden, was man von diesem Land während des Confederations Cups und der WM erwarten kann", sagte er. Wenn man die Informationskampagne erst nach dem Confed Cup starte, sei es zu spät.

DPA/kng / DPA

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