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Fußball-Bundesliga: "Es ist nichts passiert am Samstag"

Die Bayern gegen sich nach der 1:4-Pleite gegen Leverkusen gelassen, Meister Bremen wird von den eigenen Fans ausgepfiffen und der BVB wird seinen Wunschspieler wohl nicht bekommen.

Der frühere Bundesliga-Krösus Borussia Dortmund muss angesichts leerer Kassen wohl auf Wunschspieler Mark van Bommel verzichten und seine sportlichen Ansprüche zurückschrauben. Laut Manager Michael Meier besteht kaum noch Hoffnung, den defensiven Mittelfeldspieler vom PSV Eindhoven bis zum Ende der Transferperiode am Dienstag vom niederländischen Renommierclub loszueisen. "Wir haben unser Angebot abgeliefert. Sie haben es nicht akzeptiert. Und wenn es nicht akzeptiert wird, dann wird es nichts", schilderte Meier am Sonntagabend nach dem bitteren 1:1 im Heimspiel gegen Hannover 96 den letzten Stand der Verhandlungen.

"Ich bin froh über jeden guten Spieler"

Dass ein Transfer am schnöden Mammon scheitert, dürfte für Borussias Bosse eine neue Erfahrung sein. Noch vor wenigen Jahren hätten sie in einer ähnlichen Situation kurzerhand einige Geldscheine draufgelegt, um ihre Elf zu personell zu verstärken. Doch in dieser Saison, in der der BVB nicht einen Cent für neue Spieler ausgab, tendiert der finanzielle Spielraum offenbar gegen Null. Und durch das frühe Ausscheiden im UI-Cup hat sich das Team zusätzliche Einnahmequellen selbst zugeschüttet.

Dabei machte gerade die Partie gegen Hannover deutlich, dass den Dortmundern eine "Blutauffrischung" und ein Führungsspieler der Marke van Bommel gut täte. "Ich bin froh über jeden guten Spieler", sagte der von Trainer Bert van Marwijk in dieser Woche zum Kapitän beförderte Christian Wörns, der in seinem ersten Spiel seit dem EM- Ausscheiden der Nationalmannschaft überzeugte und der Abwehr mehr Stabilität verlieh. Am aus BVB-Sicht äußerst bitteren Ausgleich in der Nachspielzeit durch den Kopfball von Per Mertesacker nach einer Ecke von Leandro traf Wörns keine Schuld. «Jan Koller war für Mertesacker eingeteilt», erklärte Sportmanager Michael Zorc, den das Abwehrverhalten des langen Stürmers und der gesamten Elf genauso wurmte wie den Coach.

"Schlafwagen-Fußball" von Meister Werder Bremen

Die Heimniederlage schmerzte. "Wir haben selten so schlecht gespielt wie diesmal", ärgerte sich Trainer Thomas Schaaf von Werder Bremen nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg. Seine Mannschaft wollte mit "Schlafwagen-Fußball" zum Erfolg kommen, doch dieses Vorhaben ging gründlich daneben. Der deutsche Meister verspielte nicht nur die Bundesliga-Tabellenführung, sondern kassierte auch die ersten Saison-Gegentore und verdarb sich viele Sympathien bei den Fans. Nach endlosem Beifall durch den Gewinn des «Doubles» gab es am Sonntagabend erstmals wieder Pfiffe von den Rängen.

"Wir haben das Spiel erst bestimmt, als es eigentlich zu spät war. Deshalb müssen in Zukunft einige Dinge bei uns abgestellt werden", meinte Schaaf. Der erste Treffer von Neuzugang Miroslav Klose (70.) brachte vor 36 700 Zuschauern zwar Schwung in die Bremer Angriffsbemühungen, doch der Fünf-Millionen-Einkauf vergab mit einem Lattenschuss auch den möglichen Ausgleich. "Ich sehe jedoch keinen Grund, jetzt verrückt zu spielen", sagte Sportdirektor Klaus Allofs. Seine Enttäuschung konnte er dennoch nicht verbergen: "Ich will mich aber an Niederlagen nicht gewöhnen. Deshalb muss ganz schnell der Umschwung kommen."

Fehlstart der Bayern

Trotz des Fehlstarts in der Fußball-Bundesliga wollen die Verantwortlichen des Rekordmeisters FC Bayern München nichts von einer sportlichen Krise wissen. "Es ist nichts passiert am Samstag", gab sich Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Montag in München gelassen. "Wir sind drei Punkte hinter der Tabellenspitze."

Die Mannschaft von Trainer Felix Magath hatte am Samstag bei Bayer Leverkusen eine 1:4-Schlappe hinnehmen müssen und liegt nach drei Spieltagen nur auf dem 10. Platz. "Ich habe eine Meinung zu dem Spiel", sagte der ehemalige Nationalstürmer der Deutschen Presse- Agentur (dpa). "Diese werde ich aber nur intern und nicht über Dritte äußern. Es gibt Situationen, da muss man den Mund halten."

Rummenigge wollte am Montag auch keine Stellung zu Äußerungen von Magath beziehen, der nach der Pleite in Leverkusen gesagt hatte: "Ich habe auch Dinge gesehen, die mir zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Dazu sagte der 48-jährige Vorstandsvorsitzende: "Da müssen Sie den Trainer fragen."

DPA / DPA

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