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Fußball-Bundesliga: Wolfsburg trennt sich von Armin Veh

Der VfL Wolfsburg hat sich von Trainer Armin Veh getrennt. Die Wölfe zogen damit die Konsequenzen aus der anhaltenden Talfahrt. Der VfL ist seit neun Pflichtspielen ohne Sieg, zuletzt setzte es mit dem 2:3 gegen Köln bereits die fünfte Heimniederlage. Als Interimscoach fungiert ein alter Bekannter.

Der deutsche Fußball-Meister VfL Wolfsburg hat nach zuletzt neun Pflichtspielen in Serie ohne Sieg Trainer Armin Veh beurlaubt. Als Interimscoach wird der bisherige Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner Nachfolger von Veh. Es ist der siebte Trainerwechsel der laufenden Saison in der Fußball-Bundesliga.

"Diese Entscheidung ist uns im Präsidium nicht leicht gefallen. Wir sind jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten - auch um einen Neuanfang zu starten", wird der Aufsichtsrats-Vorsitzende Francisco Javier Garcia Sanz in einer Vereinsmitteilung zitiert. "Die Stimmung rund um den VfL wäre zu belastet gewesen, um daraus Kraft für künftige Erfolge schöpfen zu können."

Veh zur Rückrunde entmachtet

Bereits am Sonntag während des 2:3 gegen den Abstiegskandidaten 1. FC Köln hatten die Fans lautstark mit "Armin raus"-Rufen die Entlassung Vehs gefordert. Meister Wolfsburg liegt nach 19 Spieltagen mit zehn Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz nur auf dem zehnten Tabellenplatz. Der VfL, der in der vergangenen Meister-Saison noch die drittbeste Abwehr der Liga stellte, kassierte in den bisherigen 19 Spielen der aktuellen Saison bereits 38 Tore. Nur der abgeschlagene Tabellenletzte Hertha BSC (39) ist noch schlechter.

Der ehemalige Meistercoach Veh war als Trainer, Manager und Geschäftsführer am 1. Juli 2009 nach Wolfsburg gekommen. Er war Nachfolger von Felix Magath, der im Sommer zum FC Schalke 04 wechselte. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League und der Negativserie in der Liga entmachteten die VW-Verantwortlichen Veh bereits teilweise und stellten ihm zum Rückrundenbeginn in Dieter Hoeneß einen erfahrenen Manager zur Seite.

Effenberg kritisiert Spieler

stern.de-Kolumnist Stefan Effenberg hat dem Ex-Trainer der Wölfe unterdessen nur eine Teilschuld an der momentanen Misere gegeben: "Da übernimmt er den VfL Wolfsburg als Deutscher Meister - und die Spieler lassen ihn im Stich. Natürlich muss sich der Trainer auch Kritik anhören, er hat es schließlich nicht geschafft, das Team weiterzuentwickeln. Aber die Hauptschuld tragen doch die Akteure", so Effenberg in seiner Kolumne - und ergänzt: "Letzte Saison noch trafen Dzeko und Grafite wie verrückt ins gegnerische Tor. Warum schaffen sie es jetzt nicht mehr? Möglicherweise ist eine gewisse Sättigung eingetreten. Nach dem Motto: Wir sind Meister geworden. Das haben wir schon erreicht. Wir müssen niemandem mehr etwas beweisen."

Dass die Luft für Veh nach der Niederlage gegen den FC Köln dünner werden würde, war Effenberg klar: "Das sind die Mechanismen dieses Schweinegeschäfts. Vielleicht ist die Trennung jetzt für alle Beteiligten wirklich das Beste. Veh sah zuletzt auch äußerlich richtig mitgenommen aus. Das musste er sich wirklich nicht mehr länger antun."

kbe mit DPA

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