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Bundesliga im stern-Check: Warum Armin Veh trotz Niederlage der Gewinner des Spieltags ist

Eine Bayern-Niederlage, ein kaputter Elfmeterpunkt, umstrittene Platzverweise - es war ein großes Bundesliga-Spektakel auf allen Plätzen. Dem Mann des Tages reichten allerdings wenige Worte, um viel Eindruck zu machen. Das Fußball-Wochenende im stern-Check.

Armin Veh lacht

Dass Armin Veh kein ganz normaler Fußballtrainer ist, hat er an diesem Bundesliga-Wochenende mal wieder unter Beweis gestellt

So liefen die Spiele

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Aufreger des Spieltags

Die Bayern! Haben! Verloren! Im bisherigen Verlauf der Saison schien es undenkbar, selbst ein überraschendes 0:0 in Frankfurt (der einzige Punktverlust vor diesem Wochenende!) kam bloß wie ein skurriler, jedoch folgenloser Ausrutscher daher. Aber wie die "Fohlen" von Trainer André Schubert ihren unglaublichen Lauf unbeirrt fortsetzten und den Rekordmeister im heimischen Borussia-Park auskonterten - das war nicht nur beeindruckend, sondern Nachweis der Verwundbarkeit einer Welt-Elf. "Spiegel Online" war das eine Eilmeldung wert, das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" verkündete die Niederlage als "Breaking News" via Facebook: "Der FC Bayern hat gerade ein Bundesligaspiel verloren". Oder wie "Zeit Online" so schön schreibt: "Der FC Bayern ist auch nur ein Mensch."

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Es war der sportliche Höhepunkt einer hitzigen Partie: Köln und Augsburg schenkten sich wenig, einen umstrittenen Strafstoß von Anthony Modeste hatte Marwin Hitz zuvor gehalten - nachdem er den Rasen rund um den Elfmeterpunkt kaputt getreten hatte. Aber für die Entscheidung sorgte Raul Bobadilla, der einen formidablen Freistoß zum 1:0-Siegtor der Augsburger ins Kölner Tor zwirbelte.

Gewinner des Tages

Frankfurts Armin Veh ist nicht der gewöhnlichste unter den Bundesliga-Trainern: Mal trägt er seltsame Mäntel, mal tritt er als Trainer zurück, weil er glaubt, dass er kein Glück hat und deshalb besser ein Kollege übernehmen sollte. Veh ist auch kein Typ für die im heutigen Fußballgeschäft so verbreiteten 08/15-Phrasen. An diesem Wochenende fragte ihn die "Bild am Sonntag" im Interview: "Sie waren Meister, haben in der Champions League gespielt. Haben Sie als Trainer noch Wünsche?" An dieser Stelle hätte Veh laut vom FC Barcelona träumen oder eine Allerweltsantwort à la "Ich bin glücklich, wo ich bin" geben können. Stattdessen sagte er mit Blick auf die schwere Verletzung seines Spielers Johannes Flum: "Mein Wunsch wäre, dass der Flumi nach seinem Kniescheibenbruch wieder ganz gesund wird und Fußball spielen kann. Klar, als Trainer muss ich nach Leistung aufstellen, aber es gibt immer noch das Zwischenmenschliche. Und Flumi ist ein ganz feiner Mensch, deshalb würde ich mir das für ihn wünschen." Am Sonntagabend verlor die Eintracht zwar zuhause nach enttäuschendem Spiel mit 0:1 gegen Aufsteiger Darmstadt, wodurch sich die Frankfurter Krise weiter verschärft. Mann des Tages ist Armin Veh mit seinem Blick über den Tellerrand des Tagesgeschäfts trotzdem.

Verlierer des Tages

Letzte Woche hieß es an dieser Stelle: "Der HSV darf wieder ein bisschen träumen." Europa schien nach dem überzeugenden 3:1-Sieg im Nordderby gegen Bremen zumindest in Reichweite. Wie so oft in den letzten Jahren folgt die Ernüchterung in der Hansestadt aber schneller, als man "Moin" sagen kann: Das 1:3 gegen den FSV Mainz im heimischen Volksparkstadion war ein bestürzender Beleg, dass der Truppe von Trainer Bruno Labbadia für höhere Aufgaben vor allem noch die Konstanz fehlt.

Bild des Tages

Sebastian Boenisch (r.) von Bayer Leverkusen schubst den vierten Offiziellen Bastian Dankert zur Seite

Leverkusens Sebastian Boenisch (r.) schubst den vierten Offiziellen Bastian Dankert zur Seite

"Bleib mir vom Leib mit deinen Belehrungen": Leverkusens Sebastian Boenisch schubst den Vierten Offiziellen Bastian Dankert leicht zur Seite. Boenisch kann den Zorn über seinen Platzverweis kaum verbergen. Nach seinem Foul an Herthas Yanni Regäsel hatte dieser sich besonders theatralisch auf dem Rasen gewälzt - für Schiedsrichter Robert Hartmann Grund genug, Boenisch vom Platz zu stellen und Bayer Leverkusen damit für mehr als 70 Minuten schwer zu schwächen. Immerhin: Rudi Völler verzichtete sowohl in Interviews nach Spielschluss als auch bei seinem Auftritt im ZDF-"Sportstudio" anschließend auf eine Wutrede zum Thema.

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