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Fußball: Das hässlichste Foul der WM-Qualifikation

Die Bilder sind schockierend: In vollem Lauf rammt der Kroate Josip Simunic beim WM-Qulifiaktionsspiel gegen Serbien seinen Gegenspieler vom Feld. Auch zwei Tage später bereut der Sünder nichts.

Josip Simunic gilt als umgänglicher Typ und ist offenkundig auch eine ehrliche Haut. Nach seinem üblen Foul im WM-Qualifikationsspiel Kroatiens in Serbien an Miralem Sulejmani konnte der früher Bundesliga-Profi aber auch nichts beschönigen. Die Bilder waren zu deutlich und geradezu schockierend. "Es war 100 Prozent eine Rote Karte. Ich entschuldige mich bei Sulejmani", sagte Simunic. Und fügte dennoch an: "In der Situation musste ich es machen und würde es morgen wieder tun", zitiert die Zeitung "Vecernji List" den 35-Jährigen.

Das Brutalo Foul im Video

Im Sprinttempo eilte Serbiens Stürmer Sulejmani Richtung kroatische Spielhälfte - die Chance zum Siegtreffer im WM-Qualifikationsspiel hätte sich ihm beim Stand von 1:1 in der 80. Minute sicher geboten. Simunic wusste es zu verhindern und rammte seinen Kontrahenten mit voller Absicht um. Für einen kurzen Moment schien die bis dahin relativ ruhige Partie der großen Rivalen zu entgleisen. Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych und seine Assistenten beruhigten die Lage. Der Platzverweis für Simunic war logisch.

Langes Strafregister auch in Bundesliga

"Das war das schlimmste Foul, das man je im Marakana gesehen hat", hieß es in serbischen Medien. Sulejmani wurde zitiert: "Simunic hat mich zertrümmert." Es wirkt wie ein Wunder, dass der Angreifer mit Prellungen und einem geschwollen Oberschenkelmuskel davon kam. Am Dienstag gegen Wales wird er ausfallen. Die WM-Teilnahme kann Serbien ohnehin nicht mehr schaffen. Simunic droht eine deutlich längere Länderspielpause. Durch die bevorstehende Sperre wird er mit Sicherheit Minimum den Rest der WM-Qualifikation verpassen. Kroatien muss als Tabellenzweiter hinter Belgien wohl in die Playoffs.

Die Online-Ausgabe des serbischen "Press" wählte martialische Worte: "Simunics Stil: Sulejmani töten, brechen, ausrotten". Dieses Vokabular wird Simunic natürlich nicht gerecht. Auch wenn der Verteidiger im Strafregister der Bundesliga in 271 Spielen für den Hamburger SV, Hertha BSC und 1899 Hoffenheim kein Unbekannter ist. Sechs Platzverweise stehen zu Buche, dazu noch einer im DFB-Pokal

Im kroatischen Nationaldress wurde der inzwischen für Dinamo Zagreb spielende Verteidiger erst einmal des Feldes verwiesen - und das auf kuriose Art und Weise. Bei der WM 2006 im Gruppenspiel gegen sein Geburtsland Australien zeigte ihm der englische Referee Graham Poll bei der zweiten Gelben Karte nicht den notwendigen Roten Karton. Erst als er gegen Simunic in der Nachspielzeit zum dritten Mal Gelb zückte, musste dieser runter - nicht wegen eines Foulspiels, sondern wegen Meckerns.

kng/DPA / DPA

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