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FUSSBALL: Jubel für St. Pauli und Borussia Mönchengladbach

Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach feierte einen 3:0-Erfolg über den Chemnitzer FC, während St. Pauli mit einem 2:1 beim Zweitliga-Meister 1. FC Nürnberg den dritten Tabellenplatz verteidigte und damit den Nürnbergern und Borussia Mönchengladbach ins Oberhaus folgt.

Zehntausende Fußball-Fans haben der Mannschaft von Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach einen triumphalen Empfang bereitet. Nur eine Stunde nach dem 3:0-Erfolg über den Chemnitzer FC am Sonntag, mit dem der Traditionsclub seine Rückkehr in das Oberhaus endgültig sicherte, präsentierte sich das Team von Trainer Hans Meyer den Besuchern in einem offenen Bus auf dem »Alten Markt« in Mönchengladbach. Nach Schätzungen der Polizei sorgten rund 100.000 Anhänger für die größte Stadt-Partie seit dem Sieg der Mannschaft im DFB-Pokal-Finale 1995. Trotz des großen Andrangs verlief das Fest bis zum späten Nachmittag friedlich.

Die Party in der Innenstadt hatte bereits um 12:00 Uhr begonnen. So wurde das Spiel gegen den Absteiger auf einer Großbildleinwand übertragen. Im Anschluss an die Mannschaft-Präsentation auf dem Alten Markt zogen die Profis ins Rathaus, wo sie von Oberbürgermeisterin Monika Bartsch empfangen wurden. Für den gelungenen Abschluss des offiziellen Teils der Feierlichkeiten sollte Sonntagnacht ein großes Feuerwerk in den Vereinsfarben grün-weiß-schwarz sorgen.

St. Pauli wieder in der Bundesliga

Der FC St. Pauli ist zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Mit einem 2:1 (0:1) beim Zweitliga-Meister 1. FC Nürnberg verteidigten die Hamburger am letzten Spieltag den dritten Tabellenplatz und folgen damit den Nürnbergern und Borussia Mönchengladbach ins Oberhaus. 44.000 Zuschauer im ausverkauften Frankenstadion, darunter 4.500 Hamburger Fans, feierten gemeinsam den Saisonabschluss.

Über 20.000 St.-Pauli-Anhänger, die das Spiel auf dem Hamburger Heiligengeistfeld auf einer Großbildleinwand verfolgten, waren aus dem Häuschen und inszenierten eine ihrer bundesweit bekannten »Paaadies«. »Jetzt brennt der Kiez«, meinte St. Paulis Mittelfeldspieler Henning Bürger.

»Es ist ein Fußball-Wunder passiert«, staunte Torwart Heinz Weber ungläubig. »Unfassbar, sensationell, wundervoll«, schwärmte Trainer Dietmar Demuth. »Für das, was wir geschafft haben, muss erst ein neues Wort erfunden werden.« Die frühe Nürnberger Führung durch Pavel David (9.) hatte Dubravko Kolinger wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff egalisiert. Für das erlösende Tor sorgte der eingewechselte Deniz Baris, der nach einem Lattentreffer von Marcel Rath per Kopf verwandelte (76.). »Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben«, betonte St.-Pauli-Präsident Reenald Koch und stammelte unter Tränen: »Jetzt wollen wir das genießen, was wie ein Jahr lang aufgebaut haben.«

Die nervös agierenden Hamburger mussten zunächst dem enormen nervlichen Druck Tribut zollen. Gegen die spielbestimmenden Nürnberger fanden die Gäste nur mühsam zu durchdachten Aktionen. Kämpferisch konnte die Mannschaft von Trainer Dietmar Demuth überzeugen, spielerisch blieb sie jedoch einiges schuldig. Der frühe Rückstand verunsicherte die Hamburger zudem. David überwand St.- Pauli-Torwart Heinz Weber, als dieser einen Kopfball von Marek Nikl zu kurz abgewehrt hatte. Marcel Rath (18.) und Christian Rahn (28.) hatten Möglichkeiten zum Ausgleich, nahmen aber nur ungenau Maß. Um so glücklicher der Ausgleich: Kolingers 20-Meter-Distanzschuss fälschte der Nürnberger Stoilow ins eigene Tor ab.

Im zweiten Durchgang setzte St. Pauli auf hemmungslose Offensive. Der eingewechselte Fabian Gerber versiebte bei seiner ersten Aktion die bis dahin größte St.-Pauli-Chance, als er freistehend vor Torwart Andreas Köpke, der mit diesem Spiel seine Profi-Laufbahn beendete, am Kasten vorbeizog (46.). Erneut hatten die Norddeutschen Pech, als Nürnbergs Mittelfeldspieler Stefan Leitl einen Kopfball von Holger Stanislawski von der Linie fischte (62.). Schließlich war es dem in der zweiten Halbzeit eingewechselten 23 Jahre alten Vertragsamateur Baris vorbehalten, St. Paulis vierten Aufstieg nach 1977, 1988 und 1995 perfekt zu machen. »Jetzt ist eine große Leere in meinem Kopf. Aber das Tor war einfach geil«, befand der Schütze. Trainer Demuth schüttelte immer wieder den Kopf. »Ich kann das noch nicht realisieren. Jetzt gehe zu meinem Präsidenten und frage nach meinem Erstliga-Vertrag.«

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