Fußball-Skandal Italien vor dem Abwasch-Sommer


Immer mehr Vereine werden in den Skandalstrudel um Juventus Turin hineingezogen, dennoch setzt Italien auf eine schnelle Bewältigung des Fußballskandals.

Der kommissarische Präsident des Fußballverbandes (Figc), Guido Rossi, kündigte an, die anstehenden verbandsinternen Prozesse sollten bis Ende Juli über die Bühne gehen. Es werde lediglich eine Berufungsinstanz geben. "Auf keinen Fall gibt es einen verspäteten Saisonbeginn", versprach Rossi am Donnerstag in Rom.

Zugleich suchte Juventus Turin, der Verein im Zentrum des größten Skandals der italienischen Fußballgeschichte, einen Neuanfang: Der Rekordmeister ernannte am Mittwoch eine neue Führung. Verwaltungsratsvorsitzender wird nach dem Willen der Investoren der Agnelli-Familie der Manager Giovanni Cobolli Gigli. Dem neunköpfigen Gremium soll außerdem der ehemalige Juve-Spieler Marco Tardelli angehören.

Vereine im Strudel

"Nach einem sehr traurigen Kapitel unserer Geschichte schlagen wir heute ein neues Kapitel auf", sagte Fiat-Top-Manager John Elkann. Die Entscheidung muss allerdings noch Ende Juni von den Aktionären abgesegnet werden. Die Agnelli-Investoren kontrollieren 60 Prozent der Juve-Aktien. "Wir müssen neu anfangen", sagte Elkann. Der Verein brauche Stabilität und eine Perspektive.

Juve droht nach wie vor der Zwangsabstieg aus der ersten Liga. Im Zentrum des Skandals steht Juves ehemaliger Generalmanager Luciano Moggi. Er soll über Jahre hinweg Entscheidungen beeinflusst haben, welche Schiedsrichter wichtige Juve-Spiele pfeifen. Auch andere Vereine stehen im Visier der Ermittler, unter anderem der AC Mailand und Lazio Rom.

DPA


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