Manipulations-Skandal Buffon darf zur WM


Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon hat mehr als zwei Millionen Euro verwettet. Illegal war dies jedoch nicht, weil er nicht auf eigene Spiele setzte. Doch es brodelt weiter im italienischen Manipulations-Skandal.

Italiens Tifosi können aufatmen: Nationaltorwart Gianluigi Buffon wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland dabei sein. Im Verhör der Staatsanwaltschaft Parma konnte der Keeper von Juventus Turin die Wettvorwürfe gegen sich ausräumen. "Buffon hat alles geklärt", sagte Staatsanwalt Pietro Errede nach dem zweistündigen Gespräch mit dem 28-Jährigen, gegen den in Parma nicht mehr wegen unerlaubter Fußballwetten ermittelt wird. Buffon kehrte am Mittwochabend ins WM-Trainingslager nach Florenz zurück.

Die 10 000 Euro, die Buffon am 16. Januar dieses Jahres an seinen Freund Paolo Pelizzoni überwiesen hatte, habe dieser nicht für Fußballwetten im Auftrag des Juve-Torwarts eingesetzt, erklärte Buffons Anwalt Luigi Chiappero. Die "La Gazzetta dello Sport" berichtete am Donnerstag, dass Buffon dennoch ein leidenschaftlicher Wetter sei und in den vergangenen beiden Jahren zwei Millionen Euro verspielt habe. Seine Wettleidenschaft kam Buffon offenbar teuer zu stehen, strafbar ist sie jedoch nicht.

Collina wird Koordinator der italienischen Schiedsrichter

Während die Nationalelf und Trainer Marcello Lippi durchatmen konnten, hielt der Manipulations-Skandal den italienischen Fußball weiter in Atem. Sportministerin Giovanna Melandri forderte bei einem Treffen mit dem kommissarischen Präsidenten des Fußballverbands (FIGC), Guido Rossi, eine tief greifende Reform des Schiedsrichterwesens und der Vergabe der TV-Rechte. Auch die Europäische Fußball-Union (UEFA) macht Druck. In der nächsten Woche wird Rossi zum Gespräch mit UEFA-Präsident Lennart Johannson in Nyon erwartet. Auf Wunsch der UEFA wird Italiens unbelasteter früherer Star-Schiedsrichter Pierluigi Collina als Koordinator an die Spitze der italienischen Schiedsrichter zurückkehren.

Liga-Präsident Adriano Galliani wurde unterdessen im Amt bestätigt. Der Vize-Präsident des AC Mailand ist bislang als einer der wenigen mächtigen Fußball-Bosse Italiens nicht in den Skandal verstrickt. Anders als die fast komplett zurückgetretene Führungsriege von Juventus Turin. Dort soll Ex-Präsident Giampiero Boniperti an die Spitze des vom Zwangsabstieg bedrohten Rekordmeisters zurückkehren und den Neuanfang einläuten, berichtete die "La Gazzetta dello Sport".

Der jetzt 77-jährige Juve-Star der 50er Jahre ist derzeit Ehrenpräsident des Clubs und nicht in den Manipulations-Skandal um den ehemaligen Juve-Manager Luciano Moggi verstrickt. Zu Bonipertis wichtigsten Aufgaben gehört auch, Erfolgstrainer Fabio Capello zu halten, der angeblich von Real Madrid umworben wird.

Bernhard Krieger/DPA DPA

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