FUSSBALL Suker für die Löwen


Der einstige Weltklassestürmer Davor Suker wird in Zukunft in der Bundesliga auf Torjagd gehen. 1860 München sicherte sich die Dienste des Goalgetters.

Das Hick Hack um Davor Suker hat ein Ende. Er geht nicht zum HSV oder zum FC Nürnberg. Nein, das »Rennen« um den kroatischen Nationalspieler hat 1860 München gemacht.

Der Stürmer hat beim TSV einen Vertag bis zum Saisonende unterschrieben. Ablöse kostet der WM-Torschützenkönig von 1998 nicht. Nach Vertragsablauf am Ende der letzten Saison hatte er bei West Ham United kein neues Angebot erhalten. Suker soll sein Debüt im Löwendress beim Spiel gegen Energie Cottbus geben.

Star bei Real und Arsenal

Der Goalgetter hatte seinen Zenit Ende der 90er Jahre, als er für Real Madrid (1996-1999) und Arsenal London (1999/2000) kickte. 1998 steuerte er im Viertelfinale der WM beim 3:0 der Kroaten gegen die deutsche Mannschaft ein Tor bei.

Der 33-jährige war aber immer schon heiß auf Deutschland. »In der Bundesliga zu spielen, war schon lange mein Traum«, gestand er.

Nicht fit genug für den Club

In den letzten Tagen war Suker noch beim FC Nürnberg ernsthaft im Gespräch. Die Franken sahen allerdings von einer Verpflichtung ab, da der Stürmer momentan zu wenig Spielpraxis hat. Er könne so dem »Club« nicht weiterhelfen, hieß es aus Vereinskreisen.

Wenige Tage zuvor lehnte HSV-Coach Kurt Jara ein Engagement des Kroaten an der Elbe ab. Der Stürmer passt vom Alter her nicht in sein Mannschaftskonzept: »Was soll ich mit Suker? Er war mal ein guter Fußballer. Aber in letzter Zeit hat er nicht viel gebracht«, begründete der Österreicher.

Keine Notlösung

Peter Pacult lässt das Alter des 65-maligen Nationalstürmers kalt. »Thomas Häßler war auch über 30, als er zu uns kam, und spielt hervorragend«, begründet der Trainer von 1860. Er schätzt vor allem die Torgefährlichkeit seines neuen Stars: »Davors Stärken liegen eindeutig im Strafraum. Er hat die Nase für Tore.«

Suker soll auch keine Notlösung sein, um die zahlreichen Ausfälle im Sturm zu kompensieren. »Wenn man einen Davor Suker holt, ist das doch kein Notnagel«, betonte Pacult.

»Ich will nicht abkassieren«

Die Vorwürfe, dass er in München nur auf das Geld aus sei, weißt Suker von sich. »Mein Vertrag ist leistungsbezogen. Daran sieht man doch schon, dass ich nicht abkassieren will. Um zu verdienen, muss ich auch spielen.«

Die Kritik will der Routinier mit guten Leistungen selbst wiederlegen. Auch wenn er sich seiner momentanen Lage bewusst ist. »Derzeit bringe ich auf keinen Fall hundert Prozent. Aber ich werde alles daran setzen, dass es bald wieder so ist«, gesteht er ein.

Der Kroate sieht sein Engagement als letzte Chance, sich für die WM 2002 zu empfehlen. »Nur wenn man im Verein Leistung bringt, gibt es auch eine Chance, in der Nationalmannschaft zu spielen«, stellte der Stürmer klar. Für den Tabellenzehnten will er viele Tore schießen und sich damit für die WM in Szene setzen.

Spielersuche bei 60

1860 sucht derweil weiter nach Verstärkung. Derzeit wird der Finne Harri Ylönen getestet. Der 28-jährige Defensivspieler vom norwegischen Club Brann Bergen wäre ebenfalls ablösefrei. Eine Entscheidung über die Personalie wird Löwen-Dompteur Peter Pacult in den nächsten Tagen treffen.

Christian Meyer


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