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Fußball: Völlers Wege führen nach Rom

Ex-Bundestrainer Rudi Völler steht kurz vor einem Wechsel zum italienischen Vize-Meister AS Rom. Er will seinem ehemaligen Club in schweren Zeiten helfen.

Rudi Völler steht unmittelbar vor einer Einigung mit dem italienischen Club AS Rom. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung fliegt der ehemalige Teamchef der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft an diesem Dienstag in die italienische Hauptstadt zu abschließenden Vertragsverhandlungen. Beim Champions-League-Teilnehmer soll Völler die Nachfolge von Trainer Prandelli antreten.

Italienische Medienberichte zufolge hatte sich Völler bereits am Sonntag mit Club-Vertretern des AS Rom im München zu ersten Verhandlungen getroffen. Anschließend habe der 44-Jährige angekündigt, sich in den nächsten zwei Tagen entscheiden zu wollen. Völler, der von 1987 bis 1991 für die Römer spielte, verhandelt derzeit auch mit Bayer Leverkusen über seine mögliche Rückkehr ins Management des Bundesligisten.

Gespräche mit Bayer Leverkusen

Allerdings wird dies immer unwahrscheinlicher. Gestern traf sich Völler sowohl mit Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser als auch mit Bayers Vorstandschef Werner Wenning. Wie die BILD berichtet musste er beiden Herren beibringen, dass er das Angebot, zu Bayer Leverkusen zurückzukehren, nicht annehmen wird. Völler "Es waren gute Gespräche. Ich werde immer wissen, was ich Leverkusen zu verdanken habe. Aber die Herren hatten Verständnis für die Situation in Rom und für meine Position."

Zwei Wochen vor dem Saisonstart ist der AS Rom in Zugzwang geraten, nachdem Trainer Cesare Prandelli (46) wegen der schweren Erkrankung seiner Frau zurückgetreten war. Sollte Völler absagen, steht der beim FC Porto gefeuerte Luigi del Neri als Alternative bereit. "Ich habe zum AS Rom immer eine besondere Bindung, wie ich sie auch zu Bayer Leverkusen habe. Und ich weiß, dass die Römer in einer schweren Phase sind", betonte der mit einer Römerin verheiratete Völler seine Verbundenheit zum italienischen Champions-League- Teilnehmer, für den er zwischen 1987 und 1991 in 142 Spielen 45 Tore erzielt hatte und italienischer Pokalsieger wurde.

Angeblich hat Roma-Präsident Franco Sensi Völler einen Einjahres- Vertrag mit anschließendem Eintritt ins Club-Management angeboten. Denkbar ist auch, dass der fließend Italienisch sprechende Völler als Interimscoach bei den Römern aushilft und so Prandelli den Wiedereinstieg ermöglicht. Ähnlich hatte auch sein vierjähriges Intermezzo beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) begonnen, doch nach der Drogenaffäre des als Bundestrainer ausgewählten Christoph Daum wurde die Verlegenheitslösung Völler zum Teamchef befördert.

Besonders pikant ist, dass der AS Rom und Bayer Leverkusen am 19. Oktober als Gruppengegner in der Champions League aufeinander treffen. Mit der Bayer-Konzernspitze hatte Völler nach eigenen Angaben "konkrete" und "sehr gute" Gespräche, wie sein künftiges Arbeitsfeld aussehen könnte. Das war aber, bevor der AS Rom in Bedrängnis geriet. "Die Wahrheit ist", sagte Völler, "dass ich mich einfach noch nicht richtig entschieden habe, was ich tun will."

DPA / DPA

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