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FUSSBALL: Zoff um Länderspiel-Gelder

Um die Verteilung der Länderspiel-Gelder ab der nächsten Saison gibt es Unklarheiten. Der künftige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder widersprach Karl-Heinz Rummenigge.

Um die Verteilung der Länderspiel- Gelder ab der nächsten Saison gibt es offenbar Unklarheiten. Der künftige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder widersprach der Darstellung von Bayern Münchens Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge, wonach die Ausschüttung von acht Millionen Mark Abstellgebühren pro Jahr an die Liga und die Clubs noch nicht geklärt sei. »Vier Millionen dienen der Finanzierung des neuen Liga-Verbandes. Die weiteren vier Millionen gehen an die Vereine, die Nationalspieler abstellen«, sagte Mayer-Vorfelder am Rande des WM-Spiels Deutschland gegen Albanien.

15 Prozent der Einnahmen für die Vereine

Nach dem neuen Grundlagen-Vertrag zwischen dem Deutschen Fußball- Bund (DFB) und dem neu gegründeten Liga-Verband erhalten die Vereine 15 Prozent der Länderspiel-Einnahmen aus dem Erlös der Fernseh-Rechte und der Vermarktung. »Keine Einigung gibt es darüber, wie nach der Neuregelung, die ab 1. Juli 2001 in Kraft tritt, die Gelder verteilt werden«, hatte Rummenigge in einem Interview mit der »Frankfurter Rundschau« behauptet und auch von Unstimmigkeiten unter den Vereinen gesprochen: »Wenn einige Clubs meinen, dass sie ein Anrecht darauf haben, finanzielle Zuwendungen aus diesem Nationalmannschafts-Topf zu kassieren, obwohl sie keine Spieler für die DFB-Auswahl abstellen, werden wir ihnen widersprechen.«

Mayer-Vorfelder hingegen erklärte, dass für die nächsten zwei Jahre bereits alles festgelegt sei und sprach von einem Kompromiss. Ursprünglich hatte der Liga-Verband die kompletten acht Millionen Mark für sich beansprucht. Nach Intervention des FC Bayern habe man sich auf die Teilung geeinigt, meinte er.

Nach wie vor erhalten die Nationalspieler selbst vom DFB keine Einsatzprämien, sondern lediglich Tagesspesen von rund 100 Mark. Mayer-Vorfelder betonte, auch unter ihm als Präsident werde es bei der alten Vergütungs-Regelung bleiben. Diese setzt sich zusammen aus Zielprämien für sportliche Erfolge, wie beispielsweise die erfolgreiche Qualifikation für einen Titelkampf, und der Beteiligung an Vermarktungsmaßnahmen. Die Prämie für das Erreichen der WM 2002 wurde noch nicht ausgehandelt.

Deutscher Fußball am Ende?

Eine düstere Zukunft prognostizierte Mayer-Vorfelder derweil dem deutschen Profi-Fußball überhaupt. »Ich bin überzeugt, dass einige Vereine in nächster Zeit an die Wand fahren werden«, sagte er der Zeitung »Sonntag aktuell«. 800 Millionen Mark betrage die Gesamt- Verschuldung der Bundesliga. Der frühere Präsident des VfB Stuttgart geht davon aus, dass schon bald manche Clubs mit Insolvenzverfahren rechnen müssen. »Wir werden im Profi-Fußball an einem Endpunkt ankommen. Es wird keine zehn Jahre mehr dauern bis zum ersten großen Knall«, prophezeite er. Viele Vereine seien bereits an der Grenze des Machbaren.

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