Fussballerin Birgit Prinz "Wir wollen unseren Sport vermarkten, nicht unseren Hintern"

"Wir wollen unseren Sport vermarkten, nicht unseren Hintern"

Hamburg - Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Birgit Prinz findet, dass sich die Einstellung der Öffentlichkeit zum Frauenfußball positiv verändert hat. Das sei auch schon vor der Weltmeisterschaft so gewesen. "Wir werden nicht mehr abgewertet", sagte Prinz, die nach dem Gewinn der WM zur Weltfußballerin gekürt wurde, in einem Interview mit dem stern.

Prinz sorgte zuletzt für Schlagzeilen, als sie ein lukratives Angebot, in der Männermannschaft des italienischen Klubs AC Perugia zu spielen, ablehnte. Diese Ablehnung, so Prinz zum stern, gelte aber nicht prinzipiell. "Wenn ich 32 wäre, dann hätte ich das bestimmt gemacht."

Zwar könne sie im Moment vom Fußball leben, aber damit keine Zukunft aufbauen. Im Moment spüre sie vor allem die negativen Seiten des Ruhms. Prinz zum stern: "Wir werden dauernd erkannt, wir werden angequatscht."

Für Prinz seien in ihrer Jugend noch die deutschen Fußball-Männer Vorbilder gewesen. Da "gab’s eben nur große Männer". Sie fände es gut, so Prinz, wenn die Mädchen, die heute Fußball spielen, "auch Frauen als Vorbilder hätten und nicht nur Männer".

Wenn sich die Kickerin vermarktet, trenne sie gern ihr Privatleben "von der Fußballerin Birgit Prinz". Die Frage stelle sich, wie weit man dabei gehen wolle. "Ob ich - sagen wir mal - Nacktfotos mache. Dadurch vermarkte ich mich selber. Aber nicht meinen Sport."

Während Frauen in immer mehr Sportarten in knapper Spielkleidung auftreten müssten, möchte Prinz lieber ihren Sport vermarkten, "nicht unseren Hintern". Bei der WM habe man gesehen, "dass es auch anders geht". Deshalb wolle sie aber nicht unbedingt "im Sack-Trikot" spielen.

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