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WM-Viertelfinale: US-Girls gewinnen Duell der Favoriten

Dramatik pur in Dresden: In einem echten Fußball-Krimi haben die USA gegen Brasilien nach Verlängerung und Elfmeterschießen gewonnen. Zur Heldin des Tages wurde US-Torfrau Hope Solo.

Es war das bisher vielleicht beste Spiel dieser Frauen-WM. Das Topspiel USA gegen Brasilien bot alles, was das Fußballerherz höher schlagen lässt: Traumtore, technische Finessen, kuriose Schiedsrichterentscheidungen und ein atemberaubendes Ende. In einem packenden Spiel setzte sich letztlich der Weltranglisten-Erste USA gegen Brasilien, die Nummer drei der Welt, mit 5:3 (2:2, 1:1, 1:0) im Elfmeterschießen durch.

Stürmerin Abby Wambach bewahrte die USA mit einem Treffer in der Nachspielzeit der Verlängerung vor dem Aus. Alex Krieger verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die US-Girls. Die fünfmalige Weltfußballerin Marta hatte vor 25.598 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion beide Treffer für die Brasilianerinnen erzielt. Durch ihren verwandelten Foulelfmeter (68. Minute) und den Treffer in der Verlängerung (92. Minute) stockte Marta ihre WM-Bilanz auf 14 Tore auf und stellte den Rekord von Birgit Prinz ein.

Blitzeigentor schockt Brasilien

Nach nur 1:19 Minuten stand es bereits 1:0. Der Brasilianerin Daiane unterlief ein Eigentor. Shannon Boxx war auf der rechten Seite bis fast zur Torauslinie durchgelaufen. In ihre flache Hereingabe rutsche die brasilianische Verteidigerin und lenkte den Ball unhaltbar für ihre Schlussfrau Andreia ins eigene Netz. "Wir müssen die Anfangsoffensive von Brasilien abfangen und selbst das erste Tor machen", hatte US-Mittelfeldakteurin Carli Lloyd vor Spielbeginn die Absichten der Amerikanerinnen verraten, "Dann werden wir gewinnen." Für die USA lief also alles nach Plan.

Dennoch brachte die frühe Führung nicht die erhoffte Souveränität ins Spiel des Weltranglisten-Ersten. Fahrig bis unsicher agierte das Team der schwedischen Trainerin Pia Sundhage. Deutlich war der Respekt vor den starken individuellen Qualitäten der Brasilianerinnen zu spüren.

Marta zunächst uninspiriert, dann brillant

Doch auch die Kickerinnen vom Zuckerhut konnten in den ersten 45 Minuten in keiner Weise überzeugen. Die Spielerinnen von Trainer Kleiton Lima wirkten mitunter lustlos. Weltfußballerin Marta fiel mehr durch Gestikulieren und Reklamieren auf als durch konstruktive Aktionen und sah für ihre fortwährende Meckerei auch Gelb. Zudem ließen zahlreiche Unterbrechungen durch Fouls sowie ungenaues Passspiel auf beiden Seiten kaum Spielfluss aufkommen. Torchancen waren zwar nicht Mangelware, aber nur selten zwingend. Auf US-Seiten verfehlte ein Kopfball von Amy Wambach (12.) ebenso das Ziel wie ein Distanzschuss von Amy Le Peilbet (17.) oder ein harmloser Flachschuss von Shannon Boxx (43.). Die besten Chancen für Brasilien hatten Aline (22.) mit einem Kopfball ans Außennetz und Fabiana, deren Schuss in der 38. Minute auf der Latte landete.

Daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte zunächst wenig. Die im bisherigen Turnierverlauf offenbarten Schwächen beider Teams in der Defensive zeigte sich auch im Viertelfinale, blieben aber weitgehend ohne Folgen. Brasiliens Cristiane scheiterte mit einem Schlenzer an US-Torfrau Hope Solo (61.), Carli Lloyd auf der Gegenseite mit einem Kopfball an der Latte (63.).

Hope Solo wird zur Heldin

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst zeigte Schiedsrichterin Jacqui Melksham (Australien) auf den Elfmeterpunkt. Rachel Buehler hatte Brasiliens Star Marta zu Fall gebracht. Buehler sah die rote Karte. Hope Solo parierte den Strafstoß von Cristiane. Schiedsrichterin Melksham entschied jedoch auf Wiederholung. Den zweiten Versuch verwandelte Marta dann eiskalt(68.). Für die fünfmalige Weltfußballerin war es der 13. WM-Treffer.

Mit 1:1 ging es in die Verlängerung. Nur kurz nach Wiederanpfiff setzte sich Marta im Strafraum durch und startete in eine scharfe Flanke von Maurine. Die Weltfußballerin spitzelte den Ball gekonnt ins lange Eck. Ein Klassetor. Die US-Amerikanerinnen schmissen danach alles nach vorne. Vor allem Wombach tauchte immer wieder gefährlich vor Brasiliens Tor auf. Ihr war auch der Schlusspunkt der Verlängerung vorbehalten. Nach einer weiten Flanke stieg sie am Höchsten und köpfte in der Nachspielzeit der Verlängerung aus fünf Metern zum 2:2 ins Netz.

Im Elfmeterschießen parierte Hope Solo dann den Schuss von Pechvogel Daiane. Rechtsverteidigerin Alex Krieger verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die USA.

feh/DPA / DPA

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