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Amateur-Fußball: Rekrutierungsklub für Islamisten – Hamburger Fußballverein im Visier des Verfassungsschutzes

In Hamburg gibt es einen islamistischen Fußballverein, der gezielt Anhänger werben wollte – jetzt will der Hamburger Fußballverband ihn vom Spielbetrieb ausschließen.

In Hamburg nutzen Islamisten einen Fußball-Verein als "strategisch-taktisches Mittel", um Anhänger zu werben

In Hamburg nutzen Islamisten einen Fußball-Verein als "strategisch-taktisches Mittel", um Anhänger zu werben 

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Der Fußballverein Adil e. V. aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg steht gar nicht so schlecht da. In der Kreisklasse B1 liegt der Klub mit 15 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Angesichts von neun Mannschaften in der Staffel ist das ein solider Mittelfeldplatz, und solange Süderelbe 4. abgeschlagen mit vier Punkten Schlusslicht ist, braucht man sich sportlich keine Sorge zu machen. 

Dennoch werden bei dem Klub, der laut Mitteilung des Hamburger Sportbundes offiziell nur zehn Mitglieder gemeldet hat, wohl bald die Lichter ausgehen. Der Grund ist, dass bei Adil e.V. ausschließlich stramme Islamisten kicken. Der Hamburger Verfassungsschutz warnte die zuständigen Verbände schon Anfang April vor den wahren Absichten des Vereins. Daraufhin beantragte der Fußball-Landesverband selbst den Ausschluss, über den vor dem Sportgericht am Mittwochabend entschieden wird. Von Punktspielen wurde die Mannschaft vorsorglich bereits ausgeschlossen. Kinder- und Jugendmannschaften hat der Verein nicht.

Hinter dem Verein steckt eine islamistische Gruppierung

Hinter dem Verein steht laut Verfassungsschutz die islamistische Vereinigung "Hizb ut-Tahrir" (HuT – "Partei der Befreiung“), die seit 2003 bundesweit verboten ist. Sie ist aber offenbar im Untergrund weiter aktiv. Rund 220 Personen rechnet der Verfassungsschutz zu ihrem Umfeld in Hamburg, berichtete "NDR Info". Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Stadtteil Wilhelmsburg mit seinem hohen Anteil von Migranten und Muslimen.

Die HuT ist international aktiv, lehnt die parlamentarische Demokratie ab und wirbt für die Einführung des Kalifats auf Basis der Scharia. Israel und die Juden werden von der HuT als "zu bekämpfendes Grundübel" angesehen.

Verein ist nur Mittel, um neue Anhänger zu werben

Mitglieder der HuT gründeten den Adil e.V. demnach 2016 als "strategisch-taktisches Mittel, um neue Anhänger zu gewinnen, insbesondere in der muslimischen Community“, wie "NDR Info" einen Verfassungschutz-Sprecher zitiert. "Die Strategie, die dahinter steht, ist, über das populäre Thema Sport in die demokratische Mitte der Gesellschaft einzudringen und insbesondere in der muslimischen Community neue Anhänger zu gewinnen", heißt es weiter. Im Jahr 2017 meldete sich der Verein schließlich beim Hamburger Fußball-Verband an und nahm seitdem am Spielbetrieb teil.

Ein weiteres Problem stellt die Gemeinnützigkeit des Vereins dar. Adil e. V. kann also im Moment noch Einnahmen von der Steuer absetzen. Es ist damit zu rechnen, dass die Finanzbehörde entsprechend handeln wird, auch wenn sie sich nicht zu dem Fall äußern wollte. 

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Quellen: "NDR Info", fußball.de, "Hamburger Abendblatt", Verfassungsschutz Hamburg

tis

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