HOME

Nach Korkut-Aus: Ein legendärer "Feuerwehrmann" ist Favorit in Hannover

Nach 16 Monaten ist für Trainer Tayfun Korkut bei Hannover 96 Schluss. Als Nachfolger wird vor allem ein alter Bekannter gehandelt.

Die Tage von Tayfun Korkut als Trainer bei Hannover 96 sind gezählt.

Die Tage von Tayfun Korkut als Trainer bei Hannover 96 sind gezählt.

Die von ihm angeordnete Strafeinheit fand bereits ohne Tayfun Korkut statt. Bei Sonnenschein mussten die Profis von Hannover 96 am sonst trainingsfreien Montag Runden laufen, während Manager Dirk Dufner verzweifelt auf der Suche nach einem Nachfolger des beurlaubten Trainers war.

Gefahndet wird nach einem Retter, der sich für die verbleibenden fünf Spiele zur Verfügung stellt. Nur so ist zu erklären, dass Peter Neururer beim abstiegsgefährdeten Bundesligisten als ernsthafter Kandidat gilt.

Neururer: "Warten wir mal ab"

Die Arbeitsplatzgarantie für Korkut, die Clubchef Martin Kind ausgesprochen hatte, hielt gerade einmal zehn Tage. Dufner musste dem gescheiterten Fußball-Lehrer die Nachricht von der Beurlaubung überbringen. Der selbst in der Kritik stehende Manager arbeitet nun wohl seine letzte Aufgabe in Hannover ab. Dufner ist angeschlagen, sein vorzeitiger Abschied wird in den Zeitungen der Landeshauptstadt als sicher gehandelt.

"Es ist unser Bestreben, schnell einen Nachfolger zu präsentieren", bekräftige 96-Pressechef Alex Jacob, der statt Dufner an die Öffentlichkeit trat. Neururer kam nach übereinstimmenden Medienberichten am Montagnachmittag in Hannover zu Verhandlungen an. Am Morgen hatte Neururer der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Warten wir mal ab. Ich habe noch einen Vertrag beim VfL Bochum. Mit Hannover ist noch gar nichts klar."

Neururer kennt Hannover bestens

Neururer war bereits zweimal als Trainer bei Hannover 96 tätig, in der 2. Liga (1994/95) und in der Bundesliga (2005/06). Er könnte sich ein drittes Engagement durchaus vorstellen. Als weitere Kandidaten werden in Hannover Namen wie Volker Finke oder Jos Luhukay genannt. Die zwischenzeitlich diskutierte Notlösung mit A-Jugend-Coach Daniel Stendel und Ex-Profi Steven Cherundolo hat Kind offensichtlich ebenso verworfen wie die Rückkehr von Korkut-Vorgänger Mirko Slomka.

Bisher galt Andre Breitenreiter als Kinds Favorit für die neue Saison. Das Problem: Der in der Region Hannover lebende Coach steht noch beim SC Paderborn unter Vertrag, der ebenfalls gegen den Abstieg kämpft. Das spricht dafür, dass 96 einen Trainer holt, der den Ruf eines Feuerwehrmannes hat - so einen wie Neururer.

Negativserie in der Rückrunde

Der neue Mann muss versuchen, die Negativserie zu durchbrechen, möglichst schon am Samstag im Heimspiel gegen Hoffenheim. 96 ist als einzige Mannschaft des deutschen Profi-Fußballs im neuen Jahr noch ohne Sieg. Diese beispiellose Serie wurde Korkut zum Verhängnis. Unter der Regie des in Stuttgart geborenen Deutsch-Türken, der das 96-Team als Nachfolger von Slomka zu Jahresbeginn 2014 übernommen hatte, rutschte das Team bis auf Platz 15 ab.

Spätestens der leblose Auftritt der Mannschaft bei der 0:4-Pleite in Leverkusen führte zu einem Umdenken beim Clubchef. Er beendete das Experiment mit dem Bundesliga-Neuling. Der mächtige Mann bei den Niedersachsen hatte wenige Tage zuvor noch gesagt: "Wir ziehen das mit Herrn Korkut bis zum Saisonende durch. Es wird bei uns in dieser Saison keinen Trainer-Wechsel geben." Diese Aussage erwies sich als taktische Maßnahme, um ein bisschen Zeit zu gewinnen.

"Emotional in der Kabine"

Manager Dufner, der wegen seiner Personalpolitik in der Kritik steht, musste neben Korkut auch und das Team über die Beurlaubung informieren. Der Coach verabschiedete sich danach von den Fußball-Profis. "Es war deutlich emotional in der Kabine", berichtete Jacob.

Kurioserweise mussten Korkuts ebenfalls beurlaubte Assistenten Julen Masach und Xaver Zembrod die Laufeinheit am Montag leiten. Dabei war auch Jörg Sievers - der langjährige Torwarttrainer darf als einziger aus dem Trainerstab bleiben.

feh/DPA / DPA

Wissenscommunity