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Beten für den Fußball-Star

Nach dem Zusammenbruch von Fabrice Muamba steht England immer noch unter Schock. Spieler, Fans und Medien bangen um das Leben des Bolton-Profis und drücken ihr Mitgefühl aus. Muambas Zustand ist weiterhin kritisch.

Der Zusammenbruch von Fabrice Muamba erschüttet die Sportwelt. Der Fußballprofi war beim FA-Cup-Spiel seiner Bolton Wanderers gegen Tottenham Hotspur ohne gegnerische Einwirkung am Samstag zusammengebrochen und leblos liegen geblieben.

Nach Wiederbelebungsversuchen auf dem Feld wurde der 23-Jährige in das Londoner Chest Hospital gebracht, wo er derzeit auf der Intensivstation liegt. In England löste der Vorfall eine Welle der Kondolenz- und Sympathiebekundungen aus.

Muambas Zustand kritisch aber stabil

Wie die Bolton Wanderes am Montagfrüh auf ihrer Klubseite bekannt gaben, ist der Zustand von Muambas Herz mittlerweile stabil, er befindet sich allerdings weiter in kritischem Zustand. Bereits zuvor hatte der Verein bestätigt, dass es sich bei seinem Zusammenbruch um einen Herzinfarkt gehandelt hatte. Sein Trainer Owen Coyle, der gemeinsam mit Muambas Familie im Krankenhaus wartete, sagte: "Es ist sehr ernst. Er braucht Gottes Hilfe."

Die britischen Medien reagierten auf den Vorfall mit Entsetzen. "The Independent" schrieb am Montag: "Der Fußball ist nach Muambas Zusammenbruch gelähmt." "The Sun" titelt "Gott hat es in der Hand". Der "Guardian" spricht von einer "Welle des Mitgefühls". Wie die britischen Medien übereinstimmend berichten, soll der englische Nationalspieler für zwei Stunden keinen eigenen Herzschlag gehabt haben.

Breite Anteilnahme für Muamba

Auch Englands Fußballer und Vereine drücken ihre Anteilnahme vielfach aus. "Es spielt keine Rolle, wen man unterstützt. Es spielt keine Rolle, ob man ein Fußballfan ist. Es spielt keine Rolle, ob man religiös ist. Betet für Muamba", sagte Tottenhams Verteidiger Kyle Walker. Michael Owen twitterte: "Meine Gedanken sind bei Fabrice."

Arsenal-Spieler Jack Wilshere zeigte sich ebenfalls bei Twitter gerührt von den Reaktionen: "Großen Respekt für die Spurs-Fans dafür, dass sie Muambas Namen gesungen haben. Das zeigt, dass der Fußball eine große Gemeinschaft ist." Gary Cahill, früherer Teamkollege Muambas, zeigte nach seinem Tor für Chelsea im FA-Cup gegen Leicester ein T-Shirt mit der Aufschrift "Pray for Muamba". Sogar Spieler von Real Madrid waren am Sonntagabend in Spanien mit Shirts mit dem Slogan "Get Well Soon Muamba (Gute Besserung Muamba)" aufgelaufen.

Manchester und Wolverhampton applaudieren Muamba

Beim Spiel Manchester United gegen die Wolverhampton Wanderes applaudierten beide Mannschaften vor dem Anpfiff für Muamba. "Unser Respekt gilt den Spielern, den Offiziellen und den Medizinern, die schnell gehandelt haben", zitierte bwfc.co.uk Premier-League-Geschäftsführer Richard Scudamore. "Aber auch den Zuschauern, die auf den Rängen mitgelitten haben."

Zahlreiche Fans fuhren zum Krankenhaus, um Karten, Blumen oder Kerzen für Muamba zu hinterlassen oder für ihn zu beten. "Ich weiß, dass Fabrices Familie überwältigt war von dem riesigen Ausmaß der Güte, von Leuten, die das Krankenhaus besucht haben, bis zu denen, die Nachrichten und Emails geschickt haben", zeigte sich Phil Gartside, Vorsitzender der Wanderers auf der offiziellen Clubseite beeindruckt. "Wir können nur hoffen, dass die Gebete der Menschen Fabrice helfen, sich zu erholen", erklärte sein Trainer Owen Coyle sichtlich bewegt.

Spiel abgesagt, Ende für Bolton im FA-Cup?

Das für Dienstag terminierte Premier-League-Spiel zwischen den Bolton Wanderers und Aston Villa wurde nach Rücksprache zwischen den beiden Vereinen bis auf Weiteres abgesagt. "Ich möchte allen bei Tottenham Hotspur und Aston Villa für ihr derzeitiges Verständnis unseren Dank und unsere tiefe Wertschätzung aussprechen", sagte Gartside.

Wie es für beide Mannschaften nach dem Spielabbruch beim Stand von 1:1 im FA-Cup weitergeht, steht noch nicht fest. Wie die "Sun" berichtet, will Bolton in den nächsten 48 Stunden Gespräche mit der FA führen, ob man weiterhin im FA-Cup antreten möchte. Die Zeitung will erfahren haben, dass einige Spieler privat bereits geäußert haben, nicht mehr antreten zu wollen.Viel wird davon abhängen, wie sich Muambas Zustand in den nächsten Stunden und Tagen entwickelt.

Michael Stricz

sportal.de/sportal

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