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HSV im Abstiegskampf: Schluss mit der Gemütlichkeit

Für die Spieler des HSV war die Winterpause dieses Jahr besonders kurz: Nur einen Tag nach Weihnachten hat Thomas Doll mit dem Neuaufbau seines angeschlagenen Teams begonnen - und einige Dauerverletzte sind wieder genesen.

Mit einem "Frühstart" in die Vorbereitung hat für den Hamburger SV die Aufholjagd im Bundesliga-Abstiegskampf begonnen. Nur elf Tage nach dem letzten Spiel der Vorrunde versammelte Trainer Thomas Doll seine Fußballprofis zum ersten Training nach dem verkürzten Weihnachtsurlaub. Trotz der miserablen Hinrunde mit nur einem Sieg, 13 Punkten und dem vorletzten Tabellenplatz gab Doll sich kämpferisch. "Wenn wir erstmal alle Spieler an Deck haben, werden wir genügend Punkte holen, um die Klasse zu halten", sagte er.

Neben der Rückkehr der verletzten Stammspieler - immerhin ein halbes Dutzend - setzt Doll vor allem auf mehr Disziplin und neuen Konkurrenzkampf in seinem Kader, der vor Saisonbeginn noch die Champions-League-Ränge angepeilt hatte. "Ich werde viel konsequenter sein", sagte er und machte damit zugleich deutlich, dass er gegenüber der Mannschaft künftig energischer auftreten wird. Clubchef Bernd Hoffmann hatte zuvor schon eine "Null-Toleranz"-Politik angekündigt.

Zurück auf Los

Mit dem ungewöhnlich frühen Trainingsstart will Doll vor allem eines erreichen: eine "optimale Vorbereitung", die es im Sommer infolge der Weltmeisterschaft und kurzfristiger Transfers nicht gegeben hatte. Bis zum Rückrundenauftakt am 27. Januar bei Arminia Bielefeld sollen Nigel de Jong (Knie-OP), Raphael Wicky (Waden-OP), Guy Demel (Sehnen-OP) und Juan Pablo Sorin (Muskelfaserriss) wieder fit sein. Vincent Kompany (Achillessehnen-OP) und Mario Fillinger (Meniskus-OP) werden dann allerdings ebenso fehlen wie Rafael van der Vaart, der wegen einer Roten Karte noch zwei Spiele pausieren muss.

An Dolls offensiv nach außen getragenem Optimismus hat sich auch durch die Turbulenzen der vergangenen Monate um seine Zukunft beim HSV nichts geändert. "Ich schaue überhaupt nicht mehr nach hinten", sagte der 40-Jährige, der erst durch ein Vorstandsvotum vor einer Woche im Amt bestätigt wurde. "Ich schaue nur noch nach vorne und freue mich darauf, was kommt." Dass der vorgezogene Start in die Vorbereitung zugleich ein Neubeginn sein soll, machte auch Kapitän van der Vaart klar: "Mir müssen total von vorne anfangen", sagte er.

Training in Dubai

Nach der Grundlagenarbeit in Hamburg, die am Mittwoch mit einem leichten Lauf begann, reisen die Hanseaten am 3. Januar zu einem zehntägigen Trainingslager nach Dubai. Dort treffen sie im Rahmen der "Dubai Football Challenge" auf die Nationalteams Irans (8. Januar) und der Vereinigten Arabischen Emirate (10. Januar). Nach der Rückkehr nach Hamburg stehen weitere Tests gegen Hansa Rostock (16. Januar) und den FC Bayern München (20. Januar) auf dem Programm.

Bis dahin will Sportchef Dietmar Beiersdorfer möglichst auch noch Verstärkungen präsentieren. Doch im Bemühen um Schalke-Torhüter Frank Rost gab es zum Trainingsauftakt ebenso wenig Neues zu vermelden wie bei der Suche nach einem Angreifer und einem Verteidiger.

Christian Kamp/DPA / DPA

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